Pfiat di La Brass Banda, Servus Tanzoase: Zwei Frauen erfüllen  Lebenstraum in Truchtlaching

Zusammen mit anderen Trainern wollen Martina Kufer (links) und Sónia Notário in ihrem Tanzclub „Servus“ in Truchtlaching die Begeisterung für Tanzkultur und Lebensfreude wecken.
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Zusammen mit anderen Trainern wollen Martina Kufer (links) und Sónia Notário in ihrem Tanzclub „Servus“ in Truchtlaching die Begeisterung für Tanzkultur und Lebensfreude wecken.
  • vonAxel Effner
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Stefan Dettls Probenraum wird die neue Tanzoase: In einer Truchtlachinger Kulturinstitution haben sich zwei Kizomba-begeisterte Frauen ihren Lebenstraum erfüllt.

Seeon-Seebruck – Mitten in Truchtlaching liegt eine Kulturinstitution besonderer Provenienz: In dem einfühlsam renovierten Haus von 1580 im Ortszentrum war früher einmal das Bürgermeisteramt und eine Metzgerei untergebracht. Vor knapp zehn Jahren entdeckte dann La Brass Banda-Gründer Stefan Dettl das Gebäude als Zentrum musikalischer Kreativität. Hier wurde zum Teil bis in die Nacht geprobt.

Das Magazin MUH erlebte hier seine erste Blüte und im hinteren Gewölbe lockte ein origineller Geschenk- und Antiquitätenladen Kunden auf der Suche nach Ausgefallenem an. Auch das von Dettls Schwester Evi betreute Radio BUH startete hier zur „Hörfunk-Revolution“ mit hoffungsvollen Nachwuchs-Bands.

Kulturdomizil neues Zentrum der Lebensfreude

Nach dem Auszug Dettls ist das Kulturdomizil jetzt erneut erwacht und zu einem Zentrum der Lebensfreude geworden. Unter dem Namen „Servus“ haben dort zwei Altenmarkterinnen eine neue Lokalität für Tanzveranstaltungen eröffnet und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Für Martina Kufer (39) und ihre Lebenspartnerin Sónia Notário (41) ist Tanzen schon seit vielen Jahren ein elementarer Bestandteil des Lebens.

„Für uns ist das ein Lebensgefühl und zugleich echte Leidenschaft, die auch unsere Freizeit erfüllt“, schwärmt Kufer. Der perfekte Ausgleich für die Arbeit im Büro: Martina ist Kundenberaterin bei einer Krankenkasse, Sónia ist als Versicherungsfachfrau beschäftigt. Zusammen mit anderen Trainern wollen beide den Funken für ihre Tanzbegeisterung im „Servus“ weitergeben.

Kurse für Zumba, Salsa, Latin, Discofox und Kizomba

Mit der stylischen Bar und stimmungsvollen Lichtakzenten, einer leistungsstarken Entlüftunganlage und Schallschutz, einer Galerie zum Auflegen und dem 100 Quadratmeter großen Parkettboden ist der hohe Tanzsaal wie geschaffen dafür. Doris Pfannenstein gibt hier Kurse für Zumba, Elli Höllthaler unterrichtet mit ihrem Partner Herbert Rueda, Salsa (Cuban style) und Latin Solo, während Pascal-Pierre A. Lahme Kurse und Workshops für Salsa, Bachata und Discofox anbietet.

Ebenso im Programm sind Kurse für Yoga und Hochzeitstanzkurse für Privatleute, die sich in kurzer Zeit fit machen lassen wollen. Wer will, kann den Raum in der ehemaligen Tenne auch für Privatfeiern mieten. Martina und Sónia sehen sich wiederum als Tanztrainerinnen und Botschafterinnen für Kizomba, der in der salsabegeisterten Chiemgauszene noch eher Neuland ist.

Kizomba entwickelte sich vor 30 Jahren

Der sinnliche Paartanz, der zugleich einen Musikstil bezeichnet, entwickelte sich in der frühen 1990er Jahren in den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas wie etwa Angola. In Haltung und Positionen erinnert er an Tango Argentino. Über Lissabon fand der Tanzstil nach Europa.

Sónia kannte Kizomba bereits, als der Tanzstil 2010 in Frankfurt die Clubszene erobert hat. Als Kind portugiesischer Eltern wuchs die gebürtige Deutsche im Nachbarland Spaniens auf, bevor sie mit zwölf Jahren in die Mainmetropole kam. Kennengelernt haben sich die beiden tanzbegeisterten Frauen vor vier Jahren bei einem Tanzworkshop in Heidelberg.

Bereits seit fünf Jahren in der Latin-Szene vernetzt

Zugute kam Martina dabei, dass sie seit fünf Jahren als gefragte DJane („AngelKizz“) in der Latin-Szene bereits gut vernetzt ist. So kann sie auf erfolgreiche Auftritte unter anderem in Österreich, Paris, der portugiesischen Küstenstadt Porto und sogar Bangkok zurückblicken.

Voller Freude erzählen die beiden Frauen beim Gespräch im „Servus“ darüber, wie ihr Traum vom eigenen Tanzzentrum um die Jahreswende in Erfüllung gegangen ist. Die letzten drei Jahre lebten beide zusammen in Frankfurt. „Wir haben immer wieder die Immobilienangebote im Chiemgau studiert, weil Martina ja noch ein Haus in Altenmarkt hat und wir zurück in den Chiemgau kommen wollten.“ Da das Haus einen großen Garten mit Pavillon hat, gab es dort auch immer wieder Open- Air-Tanzworkshops und -partys für Kizomba. Bis aus Linz, Kufstein oder München reisten die Teilnehmer an.

Das war Liebe auf den ersten Blick

Kurz vor Weihnachten stieß Sónia dann im Internet auf das Mietangebot für den Raum in Truchtlaching. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht die 41-Jährige, während Martina anfangs noch skeptisch war. Dass bis zur Unterschrift alles geklappt hat, war für beide „ein echter Traum nach der Spannung wie bei einem Krimi“. Voller Freude sind die beiden Frauen auch, dass nach der coronabedingten „Vollbremsung“ der Tanzbetrieb im „Servus“ inzwischen gut angelaufen ist. Ende Juli soll dort sogar das Intensivtraining „Strong Nation“ mit Elementen aus Zumba und Kampfsport starten.

Nähere Infos gibt es auf Facebook, „Servus Truchtlaching“, oder unter Telefon 0 162/8 56 20 55, E-Mail: Divinemsproject@gmail.com.

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