Trotz Corona: Doppelt so hoher Andrang als normal bei Blutspendenaktion in Bernau

Tanja Mayer aus Rimstingwar zum vierten Male beim Blutspenden. Doppelt so viele Menschen als erhofft kamen nach Angaben des BRK-Blutspendendienstes. Hötzelsperger/Detzel

Über zwei Stunden Minuten lange Wartezeiten waren zuweilen aufgrund des großen Andrangs und der Sicherheits- und Hygiene-Vorschriften zu akzeptieren, als in Bernau der BRK-Blutspendedienst zu Gast war. Kein Murren war bei den Spendern zu vernehmen – im Gegenteil: Die Bereitschaft, zu helfen, überwog.

Bernau – „Zusammenstehen und dennoch Abstand halten“ – dieses derzeitige und grundsätzliche Coronia-Gebot war durchgängig vom Eingang über die verschiedentlich genutzten Schulräume bis zum Ausgang zu sehen. Noch im Freien am Eingangs-Empfang, wie auch später bei der Registratur sowie bei der Betreuung und Verpflegung waren ehrenamtliche Mitarbeiter der Wasserwacht Bernau zugegen, um mit allgemeinen und aktuellen Aufklärungen sowie mit einer ersten Fiebermessung dafür zu sorgen, dass einer Teilnahme an der Blutspende nach Kriterien zugestimmt wurde.

2000 Konserven pro Tag in Bayern nötig

„Die Blutkonserven sind höchst notwendig. Bayernweit werden täglich 2000 benötigt. Deswegen haben wir zusätzlich zu den klar definierten Blutspende-Arbeits-Anweisungen erhöhte Hygiene-Vorschriften“, so Edda Platzner vom Blutspendedienst des BRKMünchen. Zu den aktuell erweiterten Maßnahmen gehörten eine Eingangs-Prüfung, der stete Abstand von eineinhalb Metern mit Markierungen zum nächsten Spender-Kollegen und der Verlauf des Spenderweges in Form einer Einbahnstraße, sodass sich fertige und noch wartende Leute nicht begegnen mussten.

„Die Ehrenamtlichen sind für uns Hauptamtliche unverzichtbar, hier in Bernau ist es die Wasserwacht, am Samerberg ist es die Bergwacht und in Rosenheim oder Bad Endorf helfen uns, die Sanitätsbereitschaften des BRK. Gerade in Zeiten wie derzeit sind wir auf Jeden und auch auf jede Aushilfe angewiesen“ – so Brigitte Baumann vom Kreisverband Rosenheim, die als Hauptamtliche aufgrund der momentanen Personalknappheit bei der Ausgabe der Erfrischungsgetränke und Dankeschön-Präsente aushalf.

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Insgesamt 50 mal im Jahr ist der BRK-Kreisverband im Landkreis unterwegs, um gesundes Blut zu sammeln. Ehe die Spender zum „Anzapfen“ kamen, galt es mit einem Erhebungsbogen viele Fragen rund um die Gesundheit und um das jüngste internationale Reiseverhalten zu beantworten. Beim Arzt-Gespräch wurden dann die Angaben und Antworten nochmals und gemeinsam erörtert. Dabei mussten aufgrund von bestimmten Fristen und Reisezielen auch ein paar Spenden-Willige zum großen Bedauern beider Seiten abgewiesen werden. Aber dies war die Ausnahme. Die meisten Spender waren ohnehin Stamm-Spender, Erst-Spender waren in Bernau nur sehr wenige. Um 20 Uhr mussten sogar noch Spender abgewiesen werden und auf andere Spendendienste vertröstet werden. Doppelt so viele Spender kamen, als gedacht.

Imposantes Zeichen der Solidarität „Ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität“, so Sprecher Patric Nohe.

Zu den Mehrfach-Spendern gehörte auch Florian Rauch aus Prien, für ihn war es bereits zum 57. Mal, dass er sein Blut zur Gesundung und Lebensrettung für Andere gab. „Der Bedarf ist immer dringend und deswegen will ich auch trotz gestiegenem Aufwand bei der Spendenabwicklung meinen Beitrag leisten“, so Rauch.

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Auch für Tanja Mayer aus Rimsting, die zum vierten Mal zum Spenden zusammen mit ihrem Ehemann Markus kam, war es grundsätzlich selbstverständlich zu kommen und zu helfen, die Ehefrau und Mutter sagte: „Jederzeit kann es Jeden treffen, dass er selbst auf Hilfe für sein eigenes Leben angewiesen ist.“ Bereits zwölfmal war Florian Röger aus Wildenwart beim Blutspenden. Er will es mit seiner Partnerin auch künftig so machen, denn: „Unabhängig von der derzeitigen Notlage ist das Spenden wichtig. Wegen des derzeitigen Virus wollten wir uns auch nicht abhalten lassen, weil uns bewusst war, dass die höchste Sicherheitsleistung gerade beim BRK gewährleistet ist.“

Dankbar gegenüber den vielen und Spendern zeigte sich das ehrenamtliche sowie medizinisch hauptamtliche Personal ob des Verständnisses gegenüber den erhöhten Vorsichtsmaßnahmen und vor allem deswegen, weil die neu erhaltenen Blutkonserven von lebensnotweniger Bedeutung sind.

Spenden trotz Ausgangssperre:

Unabhängig von Ausgangsbeschränkungen finden Blutspendetermine weiterhin statt. Die Sicherung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung muss gesichert sein. Dies teilt das Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration mit.

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