Weltrekord aufgestellt!

Traunsteinerin fährt 1200 Kilometer mit dem Longboard durch Spanien und Portugal

Stefanie Hasbauer fährt mit ihrem E-Longboard und Gepäck durch das portugiesischen Sagres. Privat
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Stefanie Hasbauer fährt mit ihrem E-Longboard und Gepäck durch das portugiesischen Sagres. Privat
  • vonAxel Effner
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Mit dem SUP war sie schon unterwegs in Italien, auf Pferden ritt sie durch Island und nun fuhr sie mit dem Longboard durch Spanien und Portugal. Stefanie Hasbauer aus Traunstein hat einen Weltrekord aufgestellt. Das hat sie dabei erlebt.

Traunstein – Stefanie Hasbauer sorgt immer wieder für Überraschungen. Die 29-jährige Traunsteinerin hat abenteuerliche Reisen in alle Welt als extreme Art der Selbsterfahrung kultiviert und dabei eine ganze eigene Art der Lebensphilosophie entwickelt. In mehr als 35 Ländern ist die Globetrotterin bereits unterwegs gewesen. Wer mit der unternehmungslustigen Frau, die im Landkreis Passau geboren wurde, bei einer Tasse Kaffee über ihren neuen Weltrekord plaudert, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

600 Kilometer auf dem SUP

Bereits vor zwei Jahren sorgte Stefanie in der Region für Schlagzeilen, nachdem sie als Standup-Paddlerin auf dem Fluß Po in Italien in drei Wochen 600 Kilometer zurückgelegt hatte. Letztes Jahr legte sie dann noch eins drauf. Zu Fuß marschierte die freiberufliche Fotografin und Surflehrerin auf einer über 1000 Kilometer langen Pilgerreise zu 88 buddhistischen Tempeln durch Japan.

Pilgern in Japan

„Die Schilder in drei japanischen Dialekten, die die Orientierung schwierig machten, und die Schmerzen beim Wandern waren Erfahrungen, die ich nicht so schnell vergessen werde“, sagt sie.

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Zu Jahresbeginn stellte sich Stefanie dann einer neuen Herausforderung. Es ging um nichts weniger als einen neuen Weltrekord. Nach intensiver Recherche startete die junge Frau am 6. Januar zu einer rund vierwöchigen Low Budget-Abenteuertour auf einem elektrisch betriebenen Longboard.

Von Porto bis Sevilla

Von der portugiesischen Küstenstadt Porto aus ging es auf rund 1210 Kilometern Straße bis nach Sevilla in Spanien. Acht bis zehn Stunden war sie täglich mit dem bis 40 Kilometer pro Stunde schnellen Gefährt unterwegs, das in Deutschland keine Zulassung für den Straßenverkehr hat. Im sieben Kilogramm schweren Rucksack hatte sie nur das Nötigste dabei.

Abenteuer statt Komfort

Unwillkürlich fragt man sich, warum sich das jemand antut: Ohne Sicherheit über den abendlichen Schlafplatz und Temperaturen knapp über null Grad. Das Leben und seine Überraschungen, so offenbart die studierte Psychologin und Soziologin, „sind meine besten Lehrmeister“. Ebenso die Begegnung mit fremden Menschen und Kulturen. So arbeitete Stefanie bereits als Reitlehrerin in Island und als Au Pair-Mädchen in Neuseeland, baute in einem Outdoor-Camp in China mit Kindern ein Floß und schlug sich mit 17 Kilogramm Gepäck beim Trekking zum Base Camp des Mount Everest auf 5300 Meter Höhe durch. Israel und Vietnam durchquerte sie mit einem Motorrad, in einem nepalesischen Kloster meditierte sie zwei Wochen lang.

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Immer wieder stand sie bei ihren zahlreichen Reisen vor extremen Herausforderungen. So war es auch bei ihrem Weltrekord, den das Unternehmen Guinness erst nach siebenmonatiger Korrespondenz sowie täglicher Zeugensuche, Film- und Fotobeweisen für die Nachverfolgbarkeit des Rekordversuchs bestätigt hat.

Stefanie erzählt von ständigen Ketten- und Motorreparaturen, eingefrorenen Händen und durchgefahrenen Reifen. „Als passenden Ersatz bin ich schließlich auf Rollstuhlreifen gestoßen.“

Punks, Schaftställe und Apfelstrudel

Bei der Suche per App nach Ladestationen für die Akkus und kostengünstigen Quartieren zum „Couchsurfing“ oder für „Warm Showers“ lernte sie in Portugal einen Tänzer kennen, war mit Punks unterwegs oder übernachtete im Heu eines Schafstalls, „um dann am nächsten Tag mit der Oma des Hauses Apfelstrudel zu machen“ und am offenen Feuer zu kochen.

Board geklaut

Der schlimmste Moment war eine Situation, in der ihr Board geklaut wurde. „Nach einer Stunde Suchen habe ich es dann im Gebüsch wiederentdeckt, weil das Teil wohl zu schwer war.“ Der schönste Moment war ein Sonnenaufgang am Meer. „Jeder Tag mit seinen besonderen Herausforderungen und schönen Momenten ist anders“, bilanziert Stefanie.

Wer mehr darüber erfahren will, kann Stefanie am Samstag, 17. Oktober, um 14.30 Uhr im Fitness-Studio „Miss Sporty“ in Traunstein live beim Vortrag erleben.

Die Reifen musste sie öfters erneuern.

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