Traunsteiner und Siegsdorfer Pendler genervt: Blaue-Wand-Sperrung verursacht lange Staus

Am Ortsausgang von Siegsdorf regelt nun eine Ampelschaltung den Verkehr nach Traunstein und auf die Autobahn München-Salzburg. Dadurch staut sich zu Stoßzeiten der Verkehr.
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Am Ortsausgang von Siegsdorf regelt nun eine Ampelschaltung den Verkehr nach Traunstein und auf die Autobahn München-Salzburg. Dadurch staut sich zu Stoßzeiten der Verkehr.

Wer mit dem Auto von Siegsdorf nach Traunstein oder in die Gegenrichtung fährt, der muss im Oktober viel Zeit einrechnen. Die Umnfahrung der B 306 kostet viele Anwohner und Autofahrer Nerven. Wie geht es weiter mit der Sperrung?

Siegsdorf/Traunstein– Die Nerven vieler Pendler und Anwohner liegen blank wegen langer Staus im Siegsdorfer Zentrum und rund um die Autobahnanschlussstelle Siegsdorf-West. Der Grund: Die Totalsperrung der Bundesstraße zwischen der Traunsteiner Südspange und der Autobahn München –  Salzburg, die noch bis 23. Oktober dauern soll.

Nach Auskunft von Peter Maltan, Baudirektor am Staatlichen Bauamt Traunstein machen Straßenschäden Ausbesserungsarbeiten und somit die Vollsperrung der Blauen-Wand-Straße nötig. Wegen Rissen und Spurrillen soll die bestehende Verschleißschicht entfernt werden und durch eine zusätzliche Asphaltbinderschicht und eine neue Asphaltdeckschicht ersetzt werden.

Hohes Aufkommen an Fahrzeugen auf der Bundesstraße

„Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung mit 15 000 Kraftfahrzeugen pro Tag ist der Verschleiß entsprechend hoch“, so Maltan. Zum Vergleich: Durchschnittlich werden deutsche Bundesstraßen von 9100 Fahrzeugen täglich befahren. Nachdem die letzte Sanierung 22 Jahre her sei, müsse man sich nun darum kümmern, sagt Maltan.

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Zu Beginn der Sperrung am vergangenen Montagmorgen war es im Berufsverkehr zu langen Staus gekommen. Als Nadelöhr erwies sich dabei die Autobahnanschlussstelle Siegsdorf West. Dort kamen sogar die Fahrzeuge auf der Autobahn in beiden Richtungen zum Stillstand. Die Polizei regelte kurzfristig den Verkehr und baute Ampeln auf der Hochstraße rund um die Autobahnabfahrt auf.

Verkehrsaufkommen überrascht

Dass so spät erst reagiert wurde, stößt bei vielen Pendlern auf Unverständnis. Lisa Weitz fährt täglich von Traunstein nach Piding in die Arbeit und stand ebenfalls im Stau. „Man hat fast den Eindruck, die Verantwortlichen seien von der Baustelle überrascht worden“, sagt Weitz.

In der Tat räumt auch Maltan ein, dass das Bauamt und die Polizei am Montag vom hohen Verkehrsaufkommen überrascht worden seien. Die Strecke nach Bergen sei daher als Umleitungsstrecke ausgeschildert worden. Leider könne man aber nicht verhindern, dass eine Vollsperrung vollkommen reibungsfrei laufe.

Inzwischen laufe der Verkehr zwar besser, aber auch im Siegsdorfer Rathaus melden sich verärgerte Bürger, bestätigt Geschäftsstellenleiter Herrmann Haslinger auf Anfrage unserer Zeitung. Spürbar mehr Fahrzeuge sind auf den ohnehin schon engen, verwinkelten Straßen im Siegsdorfer Zentrum unterwegs.

Schulbus müht sich durchs Dorf

Tina Horz arbeitet in der dortigen Bäckerei und berichtet von Fahrzeugkolonnen von der Autobahn bis zur Traun. Auch der Schulbus hätte täglich Schwierigkeiten, sich durchzulavieren.

Eifrig diskutiert werden die Sperre und die resultierenden Staus auch in der Facebook-Gruppe „Chiemgau do bin ich dahoam“.

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Von Schleichwegen über den „Hochberg Highway“ ist dort die Rede im Beitrag von Michael Inneberger.

Von mehr als doppelt so viel Verkehr und „halligalli von früh bis spät“ berichtet ein Anwohner des Hochbergs, der nicht namentlich erwähnt werden will, infolge der Sperrung.

Beim Staatlichen Bauamt habe man Verständnis für den Ärger von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern. „Gleichwohl wird die Verkehrssicherheit der B 306 durch die Sanierungsmaßnahmen auf Jahre hinaus wieder erhöht“, sagt Maltan. Immerhin ein Trost für alle Betroffenen: Derzeit rechnet das Staatliche Bauamt Traunstein damit, dass die Baustelle planmäßig am 23. Oktober fertig wird.

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