Traunsteiner Stadtrat gibt grünes Licht für die „Kindergärtnerei“

So soll der Neubaudes Kindergartens St. Oswald auf dem Areal des Campus St. Michael in Traunstein aussehen. Er bietet Platz für 100 statt 75 Kinder wie bisher. Jedes Kind soll ein eigenes Gartenstück im Jahreskreislauf bepflanzen, pflegen und davon ernten. T. Mattes / köhler architekten
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So soll der Neubaudes Kindergartens St. Oswald auf dem Areal des Campus St. Michael in Traunstein aussehen. Er bietet Platz für 100 statt 75 Kinder wie bisher. Jedes Kind soll ein eigenes Gartenstück im Jahreskreislauf bepflanzen, pflegen und davon ernten. T. Mattes / köhler architekten

Künftig Platz für 100 Buben und Mädchen: Der Traunsteiner Stadtrat unterstützt den Neubau des katholischen Kindergartens St. Oswald.

Von Axel Effner

Traunstein – Mit einem Zuschuss von zwei Dritteln der Baukosten unterstützt die Stadt Traunstein den Neubau des katholischen Kindergartens St. Oswald. Der soll auf dem Areal desErzbischöflichen Studienseminars St. Michael entstehen und künftig 100 statt 75 Buben und Mädchen Platz bieten. Den entsprechenden Beschluss dazu fällte der Traunsteiner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.

Bestandsbau ist rund 46 Jahre alt

Wie Oberbürgermeister Christian Kegel informierte, genügt der jetzige, rund 46 Jahre alte Bau des Kindergarten St. Oswald im Kellerweg „in keiner Weise mehr den baurechtlichen und brandschutztechnischen Vorgaben“. Eine Instandsetzung erschien nicht mehr sinnvoll. Zudem sei eine Erweiterung aus Sicht des beauftragten Ingenieurbüros Hitzler aus München „nur schwer möglich“.

Die Kosten für den Ersatzbau in Holzbauweise auf dem Areal des Campus St. Michael sind mit 4,4 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt beteiligt sich daran - nach „intensiven Verhandlungen“ – mit 2,9 Millionen Euro. Es seien aber Fördergelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro zu erwarten, informierte Kegel. Der Betreiber wird wie bisher die Kirchenstiftung St. Oswald sein. Nach dem Baubeginn noch in diesem Jahr „soll der neue Kindergarten im September 2021 in Betrieb gehen“, erläuterte Stadtpfarrer Georg Lindl ergänzend im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Die Nähe zum Hallenschwimmbad, zum Naturgarten und zum neu geplanten Bildungsforum auf dem Campusareal St. Michael sei für die Kleinen optimal, ergänzte Lindl. „Der Name ,Kindergärtnerei‘ verweist auf unser Ziel, dass jedes Kind ein eigenes Gartenstück im Jahreskreislauf bepflanzt, pflegt und erntet“, sagte der Stadtpfarrer. Durch die Kooperation mit einem Siegsdorfer Bauernhof sollen auch das Thema Tiere und Tierpflege eine wichtige Rolle spielen.

In der Stadtratssitzung informierte Oberbürgermeister Christian Kegel, dass in Traunstein aufgrund der anstehenden Wohnbautätigkeit weiterhin mit einem höheren Bedarf an KiTa-Plätzen zu rechnen ist.

Karl Schulz (CSU) begrüßte es, dass die Stadt einen „erklecklichen Anteil“ an den Baukosten übernehme und damit weiterhin ein „vielfältiges Angebot an Kindergartenplätzen“ in der Stadt unterstütze. Wilfried Schott (Bündnis 90/Grüne), kritisierte „mit Bauchschmerzen“, dass die Stadt 1,6 Millionen Euro investiere, ihr der Kindergarten aber nicht gehöre. Kegel hielt dem entgegen, dass ein Neubau durch die Stadt als Alternative deren Möglichkeiten aktuell übersteigt. Kegel hob das gute Zusammenspiel unterschiedlicher Träger und Angebote in Traunstein hervor.

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Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) machte darauf aufmerksam, dass sich die Einfahrten des neuen Kindergartens St. Oswald und der benachbarten Kindertagesstätte an der Vonfichtstraße nicht überkreuzen sollten, „sonst droht beim Bringen und Abholen der Kinder Chaos“.

Bei den Vorberatungen im Haupt- und im Finanzausschuss wurde unter anderem die Möglichkeit zur Erweiterung des Kindergartens hervorgehoben. Eine längere Diskussion entspann sich über den fehlenden Keller, den Kämmerer Reinhold Denhofer mit Zusatzkosten von 531 000 Euro plus Planung als „eindeutig zu teuer“ verwarf.

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