Schäfflertänzer der Kolpingfamilie

Traunsteiner Schäffler ertanzen 30.000 Euro für Hilfsorganisationen in der Region

77 Auftritte absolvierte die Schäfflertanzgruppe der Kolpingfamilie Traunstein während der Faschingszeit.
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77 Auftritte absolvierte die Schäfflertanzgruppe der Kolpingfamilie Traunstein während der Faschingszeit.

77 Mal sind die Traunsteiner Schäffler im Fasching aufgetreten und haben einen fünfstelligen Betrag gesammelt. Darüber freuen sich zahlreiche Organisationen im Landkreis.

Traunstein – Eine Situation, von der alle Seiten etwas haben: Die Schäfflertänzer der Kolpingfamilie Traunstein gehen ihrem Hobby nach, die Zuschauer staunen in der Faschingszeit über ihre Tänze. Und ganze 30.000 Euro sind für gute Zwecke zusammen gekommen. Nur auf den üblichen Festabend zur Überreichung dieser Summe müssen die Schäffler heuer pandemie-bedingt verzichten.

Festakt wird nachgeholt

Laut Stefan Eisenreich, der im Leitungsteam der Traunsteiner Schäffler ist, soll der Festakt jedoch nachgeholt werden. Das Geld sei inzwischen an die Institutionen und Organisationen weitergegeben worden. Darüber freuen können sich die Aktion „...die im Dunkeln sieht man nicht“ und der Verein „Vergissmeinnicht Chiemgau“ mit jeweils 7000 Euro.

Brotbackofen für Grundschüler

2000 Euro pro Verein erhielten die Freiwillige Feuerwehren Traunstein und Haslach, die DLRG Siegsdorf-Traunstein, das BRK Traunstein, der Malteser Hilfsdienst Traunstein, das Technische Hilfswerk Traunstein und die Bergwacht Traunstein. Die ABC-Schützen der Ludwig-Thoma-Grundschule können sich schon bald über Brotgeruch freuen: Sie erhalten demnächst als Sachspende einen Brotbackofen im Wert von 2000 Euro.

Nach den Worten von Eisenreich hatten die Schäffler 77 Auftritte und stellten damit einen neuen, einsamen Rekord auf. Einschließlich der sie abwechselnd begleitenden Musikanten der Stadtmusik Traunstein und Musikkapelle Surberg Lauter nahmen über 100 Personen an den Auftritten teil.

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Beide Kapellen waren am ersten Tag mit dem Auftritt vor dem Rathaus, bei den Tänzen an sechs Schulen und bei der Metzgerei Rührgartner mit von der Partie. Im Durchschnitt waren es 33 Schäfflertänzer und 25 Musikanten. Eisenreich lobte seine Schäffler als homogene Truppe vom Arbeiter bis zum Arzt, die stets gute Laune verbreitet habe.

77 Auftritte in 14 Tagen

Zwischen dem 4. Januar und 22. Februar führten die Schäffler ihren Tanz an 14 Tagen auf. Am ersten Tag waren bei der Aussegnung und dem ersten Auftritt für den damaligen Oberbürgermeister Christian Kegel über 100 Teilnehmer (Schäffler und Musikanten) dabei. Ein Höhepunkt war der Auftritt an sechs Schulen: die Ludwig-Thoma-Grundschule, die Grundschulen Haslach, Kammer und Surberg, die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum „Schule an der Traun“. Rund 80 Prozent der Auftritte waren im Traunsteiner Stadtgebiet. Zu sehen waren die Schäfflertänzer aber auch im ganzen Landkreis.

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Finanziell unterstützt wurden die Schäffler von der Volksbank Raiffeisenbank Traunstein, den Stadtwerken Traunstein und dem Hofbräuhaus Traunstein. Das Hofbräuhaus füllte sogar rund 150.000 Flaschen Bier mit einem eigenen Schäffler-Etikett ab. Bei Wirt Rudi Zeif vom Sailer-Keller und vom Hofbräustüberl wurden sie kostenlos verpflegt.

Schäffler erhalten viel Unterstützung

Eisenreich dankte nicht nur den Sponsoren für die Unterstützung, sondern auch den beiden Musikkapellen für die zuverlässige musikalische Begleitung sowie den Feuerwehren Traunstein und Haslach sowie dem THW für die notwendigen Straßenabsperrungen.

Geld brauchten die Schäffler unter anderem für ihre Busfahrten, den Kauf von Schnaps, den sie für den guten Zweck bei ihren Auftritten an die Zuschauer verkauften, und für ein neues Schäffler-Gewand, das durch ihre Auftritte bei Wind und Wetter leidet.

Gemeinsamer Auftritt nach Corona

Wenn die Corona-Pandemie vorbei ist, soll nicht nur der Festabend mit einer symbolischen Übergabe der Gelder stattfinden. Ihrer Tradition und ihrem Brauchtum folgend wollen die Schäffler mit einem Tanz das Ende der „modernen Pest Covid-19“ einleiten und die Leute wieder auf die Straße locken, versprach Eisenreich. Die Auftritte sollten möglichst gemeinsam mit überregionalen Schäfflertanzgruppen am selben Tag stattfinden.

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