Traunsteiner Parkhaus ist bald Geschichte

Der Abbruch des von der Stadt gebauten Parkhauses an der Scheibenstraße in Traunstein soll nach Ostern beginnen. Effner

Der Abriss des Gebäudes in Traunstein kommt günstiger als gedacht

Traunstein –Einer der größten Zankäpfel in Traunstein, das von der Stadt Traunstein gebaute, 23 Jahre alte Parkhaus an der Scheibenstraße, soll bald Geschichte sein. Die Abbrucharbeiten sollen nach den Osterfeiertagen, also Mitte April, beginnen und etwa zwei Monate dauern.

Nach einem Beschluss in der jüngsten Stadtratssitzung werden die Abbruchmaßnahmen mit knapp 178 000 Euro um mehr als die Hälfte günstiger sein als die ursprüngliche Kostenberechnung von 371 000 Euro. Der Auftrag dafür ging an eine Baufirma aus Surheim. Die Frage nach Abriß oder Sanierung des Parkhauses hatte seit 2018 immer wieder für Spannungen zwischen Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerschaft gesorgt.

Proteste von Anwohnern

Im Sommer letzten Jahres hatten Sachverständiger der Stadt attestiert, dass die Standsicherheit des Parkhauses nicht mehr gewährleistet werden kann. Proteste von Anwohnern, Briefe und politische Attacken waren die Folge. Da das Parkhaus von der Öffentlichkeit kaum angenommen worden war, wurde es zuletzt 180 Dauermietern in der Unteren Stadt überlassen.

Wie Oberbürgermeister Christian Kegel in der Sitzung des Stadtrats mitgeteilt hat, sollen nach dem Abbruch zur vorübergehenden Nutzung auf dem Areal 60 bis 90 oberirdische Parkplätze entstehen. Die langfristige Nutzung ist noch nicht entschieden. Geklärt ist damit auch, was mit der Bürgersolaranlage passieren wird, die 2001 auf dem Parkhaus errichtet wurde. Diese hätte noch eine Laufzeit bis nächstes Jahr gehabt.

Die Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 56 Kilowatt lieferte im Jahr durchschnittlich 50 000 kWh (Kilowatt pro Stunde) Strom, bei einer Einspeisevergütung von 50 Cent pro kWh, wie Dr. Rainer Schenk betonte. Schenk ist zusammen mit Wolfgang Schrank Initiator des Bürgerprojekts.

„Wir haben über Monate intensiv mit allen Beteiligten diskutiert, bis wir jetzt zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind“, hob Schenk hervor. Nach einstimmigem Beschluss des Stadtrats soll im Rahmen der Abbrucharbeiten des Parkhauses auch die Fotovoltaik-Anlage „zerstörungsfrei abgebaut und gelagert“ werden. Den Bürgern entstehen dadurch keine Mehrkosten, die lange Zeit für rege Diskussionen gesorgt hatten.

Laut Schenk wird die Anlage im Anschluss von der Arche Stendal, einem christlich-sozialen Kinder- und Jugendprojekt in Sachsen-Anhalt, übernommen und weiterbetrieben. Der Kontakt kam über das Internet zu-stande. „Uns ist wichtig, dass die Fotovoltaik-Anlage, die noch gut zehn bis 15 Jahre funktionieren dürfte, nicht weggeschmissen wird.“

Aufgrund der Einnahmen aus einer zweiten Bürgersolar-Anlage mit 26 Kilowatt, die im Traunsteiner Bauhof installiert ist, dürfte man „kostenmäßig mit einem blauen Auge aus der Sache herauskommen“, schätzt Schenk. Schließlich müssten noch einige Bürgerdarlehen zurückgezahlt werden. eff

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