Traunsteiner Kreisausschuss: Keine Alternative zur Maskenpflicht in Schulen

Die Pflicht, auch in der Grundschule einen Mundschutz tragen zu müssen, ist derzeit äußerst umstritten.
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Die Pflicht, auch in der Grundschule einen Mundschutz tragen zu müssen, ist derzeit äußerst umstritten.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Sogar die ABC-Schützen müssen wegen gestiegener Corona-Fälle nun einen Mund-Nasen-Schutz im Landkreis Traunstein tragen. So hat der Traunsteiner Kreisausschuss über dieses umstrittene Thema in seiner jüngsten Sitzung diskutiert.

Traunstein – Zur Maskenpflicht an allen Schulen und für alle Jahrgangsstufen mit Tragen des Mundnasenschutzes auch am Platz gibt es derzeit keine Alternative. Dies gilt seit 23. Oktober - und weiterhin. Darin ließ Landrat Siegfried Walch gestern im Kreisausschuss keinerlei Zweifel.

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Ausnahmen zum Beispiel für Grundschüler halte er für „fatal“. Für Kinder sei die Maskenpflicht sicher „nicht schön“. Der Landrat weiter: „Aber jetzt ist die Stunde der verantwortlichen Entscheidung. Wir stützen uns auf wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse des Gesundheitsamts.“ Letztlich stellten sich alle Kreisausschussmitglieder in Redebeiträgen hinter diese Haltung.

Walch: „Schwere Verläufe auch bei Jugendlichen“

Inzwischen seien viele Einrichtungen betroffen, darunter Kitas. Schwere Verläufe zeigten sich mittlerweile auch bei Jugendlichen. Die Maskenpflicht an den Schulen ermögliche den Präsenzunterricht. „Lieber unter Auflagen in der Klasse zusammen lernen, als dass jeder allein zu Hause sitzt“, so der Landrat. Das Landratsamt bekomme in Sachen Maskenpflicht Hunderte von Mails jeden Tag und Anrufe im vierstelligen Bereich. „So schwer es mir fällt, ich kann aktuell keine Lockerung verfügen. Sonst drohen Schulschließungen. Wir entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen. Und wir wollen auch die kleinen Schüler schützen“, unterstrich Walch.

„Keine Untersuchungen bestätigen Schäden“

„Es gibt keine Untersuchungen, die Schäden durch das Tragen von Masken beweisen. Psychischer Druck auf Kinder wird eher durch manche Eltern produziert“, stellte Dr. Lothar Seissiger, Arzt und FW/UW-Kreisrat, fest. Er ergänzte: „Wir wissen noch nicht, welche Spätschäden Corona-Erkrankungen haben können. Es wäre gut, wenn diese Eltern einsähen, dass die Maskenpflicht nur zum Besten aller ist.“

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Dem stimmte Walburga Mörtl-Körner, Bündnis 90/Die Grünen, zu: „Das ist eine Übergangslösung mit technischen Mitteln, um Kinder und Jugendliche zu beschulen.“ Die Kreisrätin riet zu einer bestimmten Maskenart. Der Landrat entgegnete: „Wenn Menschen während eines Gesprächs beide einen normalen Mundnasenschutz tragen, reicht das völlig aus.“

Öffentlichkeit in Sorge

Von vielen Zuschriften und Anrufen wegen der Maskenpflicht in Grundschulen informierte Karl Schleid, CSU-Rat und Bürgermeister der Stadt Trostberg. Er habe die Begründung des Landratsamts weitergeleitet an Schulen und Eltern. Schleid appellierte: „Lassen Sie uns geschlossen nach außen dazu stehen. Das ist ganz wichtig, um die Akzeptanz zu fördern.“ Der Landrat dankte Schleid und allen Bürgermeistern für deren Unterstützung.

Zum Thema „Maske“ habe er eine andere Meinung, merkte Andreas Füssel, AfD, an. Beim Landrat sei er jedoch, wenn es darum gehe, die Schulen offen zu halten. „Für mich ist die Abwägung eindeutig“, erwiderte Landrat Siegfried Walch. Man müsse realistisch sein.

Gastro vorbildlich

Ob der Landkreis Traunstein – wie der Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land – gedenke, Gaststätten zu schließen, wollte Andreas Füssel weiter wissen. Auch hier sei er mit ihm nicht weit auseinander, antwortete Walch. „Die Gastronomie verhält sich vorbildlich. Es ist toll, wie dort die Regelungen umgesetzt wurden. Mir sind Gaststätten mit Hygienekonzept lieber als Partys im privaten Bereich. Aber inzwischen haben wir eine diffuse Lage. Man kann das Infektionsgeschehen nicht mehr zuordnen“, konstatierte der Landrat.

Ein Todesfall

Der Landkreis Traunstein achte darauf, frühzeitig gezielte Maßnahmen, sei es in Heimen oder öffentlichen Gebäuden, einzuleiten. Damit hoffe man, die Gastronomie offen halten zu können.

Anhand weniger, aber drastischer Zahlen beleuchtete Walch die Steigerung der Corona-Fälle: Vor drei Wochen habe es zwölf Neuerkrankungen am Tag gegeben, vor zwei Wochen 24, vor einer Woche 40 und zuletzt 164 Fälle. Das Gesundheitsamt arbeite seit Monaten voll durch, auch an Wochenenden. „Wir verzeichnen längst wieder schwere Verläufe“, so der Landrat. Seissiger bemerkte, dass eine Person in dieser Woche leider gestorben sei.

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