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Ausflugziel auf der Winklmoosalm

Kaiserschmarrn und Co: Was die neuen Pächter der Traunsteiner Hütte planen

Der legendäre Kaiserschmarrn seiner Vorgängerin darf auf der Speisekarte nicht fehlen. Privat
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Der legendäre Kaiserschmarrn seiner Vorgängerin darf auf der Speisekarte nicht fehlen. Privat
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Hüttenwirt zu sein, das war auch der Traum von Daniela und Marko Achilles. Die beiden sind die neuen Pächter der Traunsteiner Hütte auf der Winklmoosalm und sprechen über ihre erste Saison mit Lockdown und Renovierung. Ob sie beim Kaiserschmarrn auch mithalten können?

Reit im Winkl/Traunstein – Seit 1927 gibt es sie schon und frisch renoviert geht die Hütte der Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins (DAV) auf der Winklmoosalm in die Hauptsaison. Die neuen Pächter Daniela und Marko Achilles sind binnen ihres ersten Jahres gleich in zwei Lockdowns getappt.

Zu einem gemütlichen Apéritif kommen die beiden Hüttenwirte Daniela und Marko Achilles nur selten.

„Am Anfang war die Traunsteiner Hütte noch ein Almkaser“, erzählt Alfhart Amberger, Vorsitzender der DAV-Sektion Traunstein. Damals habe die Skiabteilung eine Hütte haben wollen. Wobei der Skibetrieb mit Liften erst in den 50er und 60er Jahren in die Gänge kam. „In den 60ern wurde der frühere Almkaser dann in eine bewirtschaftete Hütte umgebaut“, sagt Amberger.

Schönster Fleck in Winklmoos

Neben der Traunsteiner Hütte gibt es in Winklmoos noch drei andere DAV-Hütten, von denen aber nur eine von der Sektion München-Oberland bewirtschaftet werde. Für Amberger liegt die Traunsteiner Hütte aber an der schönsten Stelle: „Der Blick in die Loferer Steinberge, das ist schon einmalig.“

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Diesen Blick wissen auch Daniela und Marko Achilles (beide 48) zu schätzen, die die Hütte vor zwei Jahren gepachtet haben. Beide waren sie beruflich vorher im Hotelfach unterwegs. Nach Stationen in Sylt, Garmisch Partenkirchenund Bad Aibling sind sie jetzt mit ihren zwei Kindern auf der Winkmoosalm und leben auf 1160 Metern.

Start im Lockdown

Zu Pandemie-Zeiten schadet ein bisschen Abgeschiedenheit nicht, für Wirte kann es aber fatal sein. „Der Beginn war holprig, der Pachtvertrag hat am 1. Mai noch im Lockdown begonnen“, sagt Marko Achilles. Nach der stillen Zeit sei es dann ein Start von null auf hundert gewesen. Im Corona-Sommer seien sie erst mal regelrecht überrannt worden. Bis schließlich der zweite, lange Lockdown gekommen sei.

„In der Zeit haben wir viel renoviert“, sagt Achilles. Mit einem riesigen Aufwand und nahezu 200 000 Euro Kosten, weiß Sektionsleiter Amberger. „Wir hatten Auflagen in der Küche, was die Gefrier- und die Kühleinrichtung angeht, außerdem hat der Brandschutz neue Erfordernisse gebracht“, sagt er.

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Helle Zimmer statt Lager gibt es seit der Renovierung, ebenso eine neue Gaststube.

Aus den Lagern seien Doppelzimmer geworden, die Wirtsstube ist komplett verändert. „Wir haben von der Sektion schon angespart, um das zu ermöglichen“, so Amberger. Ein Teil der Einnahmen geht in den Erhalt der Hütten, wobei die Traunsteiner Sektion auch noch die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm betreibe. „Jetzt ist die Hütte so, wie wir sie uns vorstellen“, sagt Achilles.

„To Go“ half über den Winter

Finanziell sei die Zeit sehr fordernd gewesen, auch wenn die Wirtsleute Hilfen vom Staat bekommen haben und dafür sehr dankbar seien. Wobei der Schnee auch ohne Lifte viele Leute angezogen habe, von den Langläufern über die Skitourengeher bis hin zu Spaziergängern.

„Im Winter konnten wir ein bisschen To-Go-Geschäft anbieten wie Schweinebratensemmeln und Bratwürstel“, erzählt Achilles. Allerdings ohne den legendären Kaiserschmarrn, der noch auf Jeannette Lorenz, die frühere Wirtin zurückgeht. Der war sogar dem Fernsehen einen Bericht wert, nur eignete er sich nicht so gut als Abhol-Essen. „Wir wollten auch in dieser schwierigen Zeit gute Gastgeber sein“, sagt der Hüttenwirt.

Flügelschläge statt Flugzeug

Marko Achilles und seine Familie bereuen den Schritt nicht, trotz Corona. Klar müsse es finanziell machbar sein, aber in erster Linie genießen die Achilles das Leben auf der Hütte in allen Aspekten. Gerade der Lockdown habe auch seine guten Seiten gehabt: „So eine Ruhe, noch nicht einmal ein Flugzeug flog. Wir konnten sogar die Flügelschläge der Vögel hören und das hat uns fasziniert.“ Achilles hat sogar das Gefühl, dass es auch anderen Leute so geht und dass mehr Urlauber erkennen, dass man nicht in die Ferne fliegen muss, um Natur zu erleben und zu genießen.

Diejenigen, die eher die Kulinarik auf die Hütte lockt, müssen sich um den Kaiserschmarrn laut Hüttenwirt keine Sorgen machen: „Wir haben uns sehr angestrengt, damit wir die Messlatte von Jeannette erreichen!“

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