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Dr. Wolfgang Krämer für CSU in Freilassing

„Nicht halbscharig“ - Traunsteiner Gesundheitsamtschef legt Stadtratsmandat nieder

Dr. Wolfgang Krämer hat zwischendurch auch die Verantwortung für das Gesundheitsamt im Berchtesgadener Land übernommen.
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Dr. Wolfgang Krämer hat zwischendurch auch die Verantwortung für das Gesundheitsamt im Berchtesgadener Land übernommen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Mitten in der Corona-Pandemie ein Gesundheitsamt zu leiten ist vermutlich kein Zuckerschlecken. Der Traunsteiner Dr. Wolfgang Krämer hat damit so viel zu tun, dass er nun schweren Herzens auf sein Amt im Freilassinger Stadtrat verzichtet.

Traunstein/Freilassing – Dr. Wolfgang Krämer leitet das Gesundheitsamt im Landkreis Traunstein. Zugleich saß er im Stadtrat in Freilassing im Berchtesgadener Land für die CSU, in den er mit 2851 Stimmen gewählt wurde. Krämer hat sein Mandat im April 2021 niedergelegt.

Schwere Entscheidung

„Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen, aber ich will nichts nur halbscharig machen“, sagt Krämer. Das sei aber nicht möglich, weil er durch die Arbeit in der Corona-Pandemie als Gesundheitsamtsleiter einfach sehr stark gefordert sei. Fast täglich müsse er wieder neue Regelungen umsetzen, die er grundsätzlich begrüße.

„Aber das muss halt organisiert werden“ sagt Krämer. Zumal die anderen Dienstaufgaben des Gesundheitsamts ja auch in der Pandemie erfüllt werden müssen. Dazu kommen Gremien, Lagebesprechungen, Presseanfragen und vieles mehr. „Was ich unter der Woche nicht schaffe, arbeite ich am Wochenende auf. Das ist auch richtig so“, sagt Krämer.

Doppelbelastung mit zwei Landkreisen

Für ein knappes halbes Jahr leitete Krämer außerdem noch das Gesundheitsamt im Landkreis Berchtesgadener Land. „Mein voller Einsatz gilt den Bürgerinnen und Bürgern in dieser Funktion“, sagt Krämer. Auch am Wochenende und im Urlaub habe er sein Handy dabei, aus mehreren Sitzungen in Freilassing sei er telefonisch herausgerufen worden wegen seines Jobs.

Kein verstaubtes Amt

„Ich habe hohen Respekt vor dem Amt als Stadtrat und ich will das nicht schleifen lassen, deshalb war das der nötige Schritt für mich“, sagt Krämer. Auch die Familie mit zwei eigenen und zwei Stiefkindern solle nicht zur kurz kommen. Die Arbeit im Gesundheitsamt sei jedenfalls nie zu kurz gekommen, trotz der dreifachen Belastung.

Als er sein Amt 2017 angetreten hatte, war Corona noch in weiter Ferne. „Damit habe ich damals wirklich nicht gerechnet“, meint Krämer. Er mache den Job aber sehr gerne und die Situation zeige auch, wie wichtig das öffentliche Gesundheitswesen ist. „Das Gesundheitsamt wurde oft in der öffentlichen Wahrnehmung als eine verstaubte Behörde wahrgenommen - zu Unrecht“, meint Krämer.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Kontroverse Reaktionen hatte kürzlich die Aktion „Alles dicht machen“ von Schauspielern wie Jan-Josef Liefers und Meret Becker gesorgt. Viele Menschen hatten die satirischen Videos als pietätlos und zynisch empfunden. Ein Schlag ins Gesicht auch für Krämer? Eher für die Angehörigen und Betroffenen, findet er.

„Ich kann jeden verstehen, der Corona nicht mehr hören will und es belastet uns alle. Wenn man tagtäglich in Klinikrunden schaut, dass das System funktioniert, wenn man von Erkrankten und Betroffenen hört, ist für mich jede Art von Verharmlosen oder Negieren sehr schwer erträglich – von welcher Seite auch immer“, sagt der abgetretene Stadtrat.

Der Marathon im letzten Drittel

Die Corona-Pandemie vergleicht er mit einem Marathon: „Ich hoffe, wir sind auf dem letzten Drittel. Aber das Thema wird uns noch eine Weile beschäftigen.“

Die Reaktionen auf seine Entscheidung habe er als verständnisvoll empfunden. „Meine Gesundheit leidet noch nicht, aber es gilt, vorzubeugen“, sagt Krämer. Eine weitere Kandidatur in der Zukunft wolle er nicht ausschließen.

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