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„Das Singen fehlt den Menschen sehr“

Singen als Therapie: Traunsteiner Chiemgau-Chor freut sich auf baldige Proben und neue Mitglieder

Der Chiemgau-Chor mit Leiter Michael Felsenstein (Archiv)
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Der Chiemgau-Chor mit Leiter Michael Felsenstein (Archiv)
  • VonChristiane Giesen
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„Das Singen fehlt den Menschen sehr“, sagt Rudi Obermaier, Vereinsvorsitzender des Chiemgau-Chors Traunstein. Seit inzwischen sieben Wochen gibt es keine Proben mehr. „Unser Chor hat nicht nur ein musikalisches Ziel, sondern auch ein soziales.“

Traunstein – Für viele der rund 45 Chormitglieder seien die Proben Höhepunkt der Woche, meint der Stellvertretende Vorsitzender Sepp Jaud. Das Durchschnittsalter liege bei 65 Jahren, viele seien alleinstehend. Im Chor hätten sich auch viele freundschaftliche Beziehungen gebildet.

Mit 23 Sopranstimmen, 20 Alt-, sechs Tenor- und fünf Bassstimmen ist der Chiemgau-Chor gut bestückt. Das Repertoire reicht von Operetten, Opernarien, Oratorien und Liedern bis zu englischen Songs. Für bestimmte Anlässe werden auch alpenländische Lieder eingeübt.

Eigene Solisten für anspruchsvolle Werke

Für den Sommer, wo hoffentlich wieder Konzerte stattfinden können, steht zum Beispiel Johann Strauß‘ „Zigeunerbaron“ auf dem Programm. Im Advent sollte das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens gesungen werden. Derart anspruchsvolle Werke sind möglich, da im Amateurchor auch herausragende Sänger zu finden sind. Bei den Damen ist zum Beispiel Christa Huber, bei den Herren sind unter anderem Hans Schuster, Richard Eschlbeck oder die beiden Vorsitzenden, die ihre Stimmen bei Chorleiter Michael Felsenstein ausbilden lassen, zu nennen.

Felsenstein ist mit einer Unterbrechung seit 2001 hoch anerkannter Leiter des Chiemgau-Chors. Die Proben finden im Kardinal Döpfner Haus statt, das derzeit umgebaut wird. So probte der Chor während des Sommers auch häufig im Freien. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sagte zu, dass der Chor – soweit keine anderen Veranstaltungen gebucht sind – die Klosterkirche für Proben nutzen darf.

Seit 1911 mit Pause aktiv

Der Chiemgau-Chor hat eine lange Tradition: Er ist der älteste und einzige noch aktive Laienchor der Großen Kreisstadt. Gegründet wurde er 1911 als Männerchor. Neun Jahre später wurden auch Frauen aufgenommen, aber der gemischte Chor wurde dann wie jede Vereinstätigkeit im Krieg und während der Zeit des Nationalsozialismus verboten. Im Jahr 1947 nahm der Chor als „Gesangverein 1911“ seine Arbeit wieder auf und änderte 1980 die Bezeichnung in Chiemgau-Chor Traunstein. Den Dirigentenstab führten vor Felsenstein Helma Tschofen, Augustin Spiel und Irmgard Belser.

Vor Jahrzehnten wurde viel alpenländisches Liedgut gesungen, und der Chor war damals vor allem durch sein Adventssingen in der Chiemgauhalle mit bis zu 1800 Zuhörern bekannt. Es war das größte Adventssingen zwischen München und Salzburg.

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Trotz der normalerweise vielen Veranstaltungen ist die finanzielle Lage des Vereins Chiemgau-Chor nicht einfach. Die Mitglieder bezahlen einen geringen Jahresbetrag, wovon ein Teil an den Bayerischen Sängerbund abgeführt werden muss. Chorleiter, Notenmaterial, Saalmieten, Solisten, GEMA-Gebühren und mehr müssen bezahlt werden. So täten dem gemeinnützigen Verein neue Fördermitglieder gut, ebenso sucht der Chor dringend weitere Stimmen jeden Alters. Interessierte können sich jederzeit eine Probe anhören oder sich an Rudi Obermaier unter Telefon 0 86 61/80 66 oder Sepp Jaud unter 0861/23485980 wenden. /MN

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