145 ABSOLVENTEN AN BERUFSSCHULE

Traunsteiner Azubis: Abschlussprüfung in schwierigen Zeiten

Im Namen aller Lehrkräfte und Mitglieder der Prüfungsausschüsse der Kammern gratulieren Ärztin Gabriele Koch-Schmid und Studienrätin Dorothea Holler (von links) den Absolventen.
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Im Namen aller Lehrkräfte und Mitglieder der Prüfungsausschüsse der Kammern gratulieren Ärztin Gabriele Koch-Schmid und Studienrätin Dorothea Holler (von links) den Absolventen.

Trotz Corona haben sie es geschafft: In Traunstein haben 145 Azubis ihren Abschluss gemacht. Entgegen aller Erwartungen sogar mit noch besseren Noten, als in den Vorjahren.

Traunstein – In der Staatlichen Berufsschule II Traunstein haben 145 Auszubildende aus elf Berufen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Corona-bedingt wurden ihnen die Abschlusszeugnisse und ihre Staatspreisurkunden zugesandt. 60 Absolventen mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 1,5 erhielten einen Staatspreis. 14 Auszubildende erreichten auch in diesem schwierigen Schuljahr die Traumnote 1,0.

Keine Feier trotz sehr guter Ergebnisse

Zum Prüfungsergebnis stellt Schulleiter Andreas Gembala fest: „Mich freut, dass erstaunlicherweise die Prüfungsergebnisse der letztjährigen Abschlussprüfung sogar noch übertroffen wurden.“ Es schmerze ihn, dass keine angemessene und würdige Abschlussfeier nach dieser schwierigen Zeit möglich sei.

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Die Berufsschule sei seit April 2020 gut auf digitalisierten Unterricht wie auch Mischformen eingestellt und vorbereitet gewesen und auch technisch mit neuen Arbeitsgeräten ausgestattet worden. Dadurch konnten zum Beispiel die Auszubildenden aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, die vorübergehend ihren Landkreis nicht verlassen durften, online in den Präsenzunterricht integriert werden.

Quarantäne und andere Schwierigkeiten

Dass zwischenzeitlich immer wieder einzelne Auszubildende, Lehrkräfte oder gar ganze Klassen in Quarantäne waren, habe die Unterrichtssituation erschwert. „Speziell wenn Lehrkräfte zeitgleich mehrere Kanäle bedienen müssen, also Auszubildende im Klassenzimmer unterrichten, daneben auch Schüler, die sich in Distanz befinden, digital integrieren, den Umgang mit der Technik meistern und noch dafür sorgen, dass sie durch die FFP2-Maske genügend Luft bekommen, dann stehe ich mit Hochachtung vor meinem Kollegium und zolle ihm höchsten Respekt“, sagte Schulleiter Gembala.

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Gleichzeitig sorge er sich aber über die Gesundheit der Lehrkräfte. Mittlerweile seien auch die Auszubildenden gut mit digitalem Unterricht vertraut. Wem es an Ausstattung fehlte, erhielt ein Leihgerät.

Die Räume der Berufsschule, in der derzeit kein Präsenzunterricht stattfindet, konnten somit in Absprache mit dem Landratsamt den Kammern für die Abschlussprüfungen zur Verfügung gestellt werden. „Die Abnahme von Prüfungen ist nur zulässig, wenn zwischen allen Teilnehmern ein Mindestabstand von 1,5 Meter gewahrt ist. Soweit die Einhaltung des Mindestabstands aufgrund der Art der Prüfung nicht möglich ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen“, betont Schulleiter Gembala.

Lernvideos helfen für Prüfung

Speziell für die praktischen Prüfungsteile der Gesundheitsberufe seien die Auszubildenden mit neu erstellten Lernvideos so gut auf die Prüfung vorbereitet, dass alle Abschlussprüflinge die Praxisprüfung bestanden. Durch die hervorragende Zusammenarbeit der Kammern und der Berufsschule konnten letztlich 145 junge Menschen in der geplanten Ausbildungszeit ihre Ausbildung abschließen und haben nunmehr ein Recht auf entsprechende Entlohnung in ihrem jeweiligen Beruf.

Großer Dank an die Lehrer

Gembala bedankte sich ausdrücklich bei seinem Kollegium. „Ich möchte ihm ein sehr großes Kompliment machen. Es hat sich von Schuljahresbeginn an jeder Herausforderung gestellt, unsere Schüler bestmöglich unterstützt und wiederum viele Absolventen sicher zum Berufsabschluss geführt“, sagte der Schulleiter.

Ebenso habe es alle Auszubildenden, die Eltern, die Ausbildungsbetriebe, die zuständigen Stellen, alle Lehrer sowie die Schulverwaltung den frischgebackenen Bankkaufleuten, Fachlageristen und Fachkräften für Lagerlogistik, Kaufleuten für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufleuten, Kaufleuten für Büromanagement, Verkäufern/Kaufleuten im Einzelhandel, Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten sowie Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten ermöglicht, dass sie nunmehr zuversichtlich in die Zukunft gehen können.

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