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HOHER BEDARF

Traunstein: Stadt will Wohnraum schaffen und gründet Wohnungsbaugesellschaft

Schon im Jahr 2022 will die Stadt Traunstein eigene Wohnungsbauprojekte verfolgen.
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Schon im Jahr 2022 will die Stadt Traunstein eigene Wohnungsbauprojekte verfolgen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Der Druck auf dem Traunsteiner Wohnungsmarkt wird immer größer: Nun will Oberbürgermeister Hümmer selbst bauen. Die Stadt gründet eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Wann die Bürger mit Erleichterung rechnen können.

Traunstein – Die Stadt Traunstein gründet eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. „Dieser Punkt ist mir sehr wichtig. Bezahlbares Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU). Die Ziele, die die Wohnungsbaugesellschaft verfolgt, seien klar definiert, heißt es in einer Pressemitteilung. Sozialer, ökologischer und barrierefreier Wohnungsbau solle gefördert werden, um preiswerten Wohnraum bereitstellen zu können.

Zudem wolle man inklusive Wohnformen fördern und Quartiersentwicklung sowie Leerstandsmanagement betreiben. „Kurz gesagt: Die Gesellschaft soll den bezahlbaren Wohnraum bieten, den wir so dringend benötigen“, so Hümmer. Die Wohnungsbaugesellschaft sei zu 100 Prozent eine städtische Tochter.

Geschäftsführer wird schon gesucht

Seit Dienstag, 10. August 2021, sucht die Stadt laut Sprecherin Agnes Giesbrecht einen Gründungsgeschäftsführer. Sobald dieser gefunden ist und die Verträge unterzeichnet sind, könne die Wohnungsbaugesellschaft offiziell gegründet werden, so die Sprecherin. Die entsprechenden Stadtratsbeschlüsse seien hierzu bereits gefasst. „Der Geschäftsführer soll die Gesellschaft aufbauen: Er muss Personal akquirieren und die strategische Entwicklung festlegen“, erläutert Hümmer.

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Daher habe es keinen Sinn, die Gründung voreilig zu vollziehen. „Derjenige, der alles entwickeln soll, muss ab dem ersten Tag mit an Bord sein“, sagte Hümmer. Im Jahr 2022 werde dann das operative Geschäft aufgenommen.

Aufsichtsrat wird berufen

Ebenso wie bei den Stadtwerken soll ein Aufsichtsrat gegründet werden, der aus dem Oberbürgermeister der Stadt Traunstein sowie acht weiteren Mitgliedern besteht, wie die Stadt bekannt gab. Die exakte Zusammensetzung werde der Stadtrat per Beschluss festlegen, sobald die Gesellschaft ihre Tätigkeit aufnimmt. Ähnlich wie bei den Stadtwerken werde der Aufsichtsrat beispielsweise den Jahresabschluss prüfen und die Grundsätze der Geschäftspolitik bestimmen. Die Gesellschafterversammlung wird ihrerseits wiederum den Aufsichtsrat entlasten.

„Mutiger“ Beschluss

Hümmer begrüßte den „mutigen“ Beschluss des Stadtrats, die Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. „Der Bedarf an günstigem Wohnraum ist eindeutig vorhanden: Allein im Ansiedelungsmodell Traunstorf kamen von 171 Bewerbern lediglich 25 zum Zug“, so Hümmer. Sowohl Familien als auch Senioren und Singles benötigen ein Dach über dem Kopf, das sie sich leisten können, ohne einen Großteil ihres Gehalts oder ihrer Rente dafür auszugeben, sagte der Oberbürgermeister. Mit der Gründung der Wohnungsbaugesellschaft komme die Stadt Traunstein diesem Ziel wieder einen Schritt näher.

171 Bewerber für 25 Plätze

Überraschend ist dieser Schritt, da erst zu Beginn des Jahres ein kommunaler Zweckverband für den Wohnungsbau gegründet hatte. „heimat.chiemgau“ ist ein Projekt des Landkreises, an dem ein Großteil der Gemeinden im Landkreis Traunstein teilnehmen. Schon jetzt vermietet der Landkreis rund 400 Wohnungen. Ziel des Zweckverbands ist es, mehr Wohnraum zu schaffen und die Kommunen bei den Bauprojekten zu entlasten, indem diese auf Kreisebene gebündelt werden. Warum die Stadt Traunstein nun zusätzlich auf eine eigene Wohnungsbaugesellschaft setzt, konnte bislang nicht geklärt werden. Wir werden weiter über das Thema berichten.

Das macht heimat.chiemgau

Auf Ebene des Landkreises Traunstein wurde zu Jahresbeginn ein kommunaler Zweckverband gegründet. Der Landkreis selbst kann zwar bauen, allerdings wird dies nicht staatlich gefördert. Laut der bayerischen Verfassung ist die Schaffung von Wohnraum eine Aufgabe der Gemeinden und Städte.

Aus diesem Grund hat der Freistaat ein Förderprogramm aufgelegt. Mit diesem Programm wird der Wohnungsbau auf kommunaler Ebene durch einen Zuschuss des Freistaats in Höhe von 30 Prozent der Kosten und einem zinsverbilligten Darlehen für 60 Prozent gefördert. Zehn Prozent der Investition muss die Kommune selbst tragen.

Gerade für kleinere Kommunen sind jedoch Wohnungsbauprojekte personell kaum zu stemmen. Aus diesem Grund hat sich der Landkreis für eine Bündelung auf Kreisebene entschieden. Der Zweckverband baut und wird auch Vermieter der Objekte, allerdings in enger Absprache mit den Kommunen.

Die Kosten sind für die Kommunen sehr günstig: Fünf Cent pro Einwohner müssen Kommunen für die Mitgliedschaft zahlen. Die überwiegende Mehrheit der Städte und Gemeinden im Landkreis ist bereits beigetreten.

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