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Traunsteiner Landschaftspflegeverband steckt viel Geld in Landschaftspflege und Projekte

Traunstein: Wo der E-Beetle Samen abbürstet und sich Kiebitz-Nester vermehren

Der neu gewählte Vorstand des Landschaftspflegeverbandes Traunstein: Sebastian Siglreithmayer, Beate Rutkowski und Markus Fröschl (vorne von links). Dahinter Hubert Kollmann, Josef Reithmeier, Albrecht Münsterer, Willi Geistanger, Stefan Kattari, Hans Maier und Thomas Schmidinger (von links). Nicht im Bild ist Sabine Pröls.
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Der neu gewählte Vorstand des Landschaftspflegeverbandes Traunstein: Sebastian Siglreithmayer, Beate Rutkowski und Markus Fröschl (vorne von links). Dahinter Hubert Kollmann, Josef Reithmeier, Albrecht Münsterer, Willi Geistanger, Stefan Kattari, Hans Maier und Thomas Schmidinger (von links). Nicht im Bild ist Sabine Pröls.

Auf seiner Jahresversammlung zeigte der Landschaftspflegeverband (LPV) Traunstein auf, wie die Projekte im Landkreis sprießen und gedeihen. Auch Neuwahlen standen an.

Traunstein – Der Landschaftspflegeverband Traunstein (LPV) hat von 2019 bis 2021 750 000 Euro für die Natur im Landkreis ausgegeben. Dies berichtete Geschäftsführer Jürgen Sandner auf der Jahresversammlung im Gasthof Fliegl in Erlstätt. Etwa drei Viertel dieses Betrages seien über Aufträge an Landwirte gegangen, die Pflegemaßnahmen umsetzen und dadurch ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften konnten. Die Versammlung beschloss eine Erhöhung des Mitgliedbeitrags, weil der LPV deutliche höhere Mieten für die Räume der Geschäftsstelle im Landratsamt bezahlen muss, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Landkreis zahlt künftig mehr Beitrag

Im Grunde schlichtet der Landkreis das Geld von der einen in die andere Tasche. Denn der Landkreis bezahlt den Mitgliedsbeitrag für den LPV selbst. Die auf der Versammlung einstimmig beschlossene Erhöhung gilt ab dem Jahr 2023, der Beitrag steigt von 35 auf 55 Cent pro Einwohner. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Erhöhung um rund 35 500 auf 97 500 Euro pro Jahr.

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Der LPV bedient laut eigener Schilderung ein breit gefächertes Aufgabenfeld von verschiedenen Beratungsangeboten bis zu jährlichen Obstbaumpflanzaktionen, von der Biozertifizierung für Streuobstwiesen bis zur Umweltbildung. Den Schwerpunkt bilde die „klassische“ Landschaftspflege, also die Mahd von Streuwiesen, artenreicher Blumenwiesen oder so genannter Halbtrockenrasen, der ökologische Auslichtungsschnitt alter Obstbäume in Streuobstbeständen, die Heckenpflege und spezielle Artenschutzmaßnahmen in Wiesenbrütergebieten.

Ein Teil der Pflegemaßnahmen werde über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Umweltministeriums finanziert, wozu im Jahr 2021 insgesamt 22 Förderanträge gestellt worden seien, wie der LPV berichtet. Zusätzlich habe der LPV für Streuwiesen, Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen und artenreiche Mähwiesen mit einer Gesamtflächengröße von 56 Hektar eine Förderung über das Vertragsnaturschutzprogramm abgeschlossen.

Zahl der Kiebitz-Nester hat sich auf 113 erhöht

LPV-Mitarbeiter Carsten Voigt stellte das Projekt „Netzwerke für den Kiebitz“ vor, welches seit 2019 durch den LPV koordiniert und vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirk Oberbayern gefördert wird. Das in Kooperation mit öffentlichen Stellen, Landwirten und ehrenamtlichen Helfern durchgeführte Projekt zum Schutz der hauptsächlich nur noch auf Ackerflächen brütenden Vogelart wird noch bis 2024 weitergeführt und weiterentwickelt.

Die Zahl der Nester hat sich laut LPV von 26 im Jahr 2019 auf 113 Nester in Jahr 2021 erhöht. Zum Erfolg beitragen sollen Schutzmethoden wie Nestschutzkörbe und die verbesserte Gefahrenanalyse mittels Wildkameras.

Eine Besonderheit stellt laut LPV der 2019 angeschaffte E-Beetle (Elektro-Käfer) dar. Hierbei handelt es sich um ein handgeführtes Gerät mit Elektromotor zur Beerntung von artenreichen Wiesen, das die reifen Samen der Wiesenblumen und -gräser herausbürstet und aufsammelt.

Streuobstbestände langfristig erhalten

Seit nunmehr 20 Jahren ist der LPV auch im Bereich Streuobst aktiv, wie der Verband weiter berichtet. Durch Pflanzaktionen, die Organisation von so genannten ökologischen Auslichtungsschnitten bei alten Obstbäumen, die Möglichkeit der Biozertifizierung von Streuobstwiesen und durch die Organisation des jährlichen Traunsteiner Apfelmarktes im Oktober unterstütze er bei der Neuanlage, aber insbesondere auch bei der langfristigen Erhaltung und Inwertsetzung von Streuobstbeständen.

Bei der Beratung der Streuobstwiesenbesitzer stünden nicht nur Pflanzung und Pflege im Mittelpunkt, sondern auch Fördermöglichkeiten über das Bayerische Vertragsnaturschutz- oder das Kulturlandschaftsprogramm sowie Verwertungs- und Vermarktungswege für das anfallende Obst.RE

Die Ergebnisse der Vorstandswahlen:

Bei der Wahl des Vorsitzenden wurde Markus Fröschl in seinem Amt bestätigt. Sebastian Siglreithmayer und Beate Rutkowski wurden als die beiden gleichberechtigten Stellvertreter gewählt. Kassenprüfer sind Martin Lackner und Matthias Baderhuber. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Traunstein ist ein paritätischer Zusammenschluss aus Kommunalpolitik, Landwirtschaft und Naturschutzorganisationen. Der Vorstand setzt sich aus jeweils vier, also insgesamt zwölf Vertretern zusammen. Die Kommunalpolitik wird vertreten vom Trostberger Stadtrat Markus Fröschl, Kreisrat Willi Geistanger, den Bürgermeistern Stefan Kattari aus Grassau und Thomas Schmidinger aus Schnaitsee. Vertreter der Naturschutzverbände sind Sabine Pröls vom Landesbund für Vogelschutz, Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz, Albrecht Münsterer vom Anglerbund Chiemsee und Hubert Kollmann vom Landesjagdverband. Aus der Landwirtschaft kommen Franz Gröll vom Maschinen- und Betriebshilfering Laufen, Sebastian Siglreithmayer vom bayerischen Bauernverband, Hans Maier vom Maschinen- und Betriebshilfering Traunstein sowie Josef Reithmeier von den Imkerverbänden.

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