Traunstein: „Wenn wir Glück haben, kommen wir mit hellblauem Auge davon …“

Einen Einbruch von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr hat die Volkshochschule Traunstein bei den Teilnehmern seit Semesterbeginn Mitte September zu verzeichnen. Das berichtete der Geschäftsleiter Günter Scholz bei einer Versammlung.

Traunstein – Die Kurse seien besser angelaufen als erwartet und mit den 3409 Anmeldungen für das Herbstsemester liege die Vhs nur vier Prozent hinter dem Vierjahresdurchschnitt, so Scholz. Berücksichtige man allerdings die beiden neuen Außenstellen der Vhs Waging am See und Kirchanschöring, so habe es einen Einbruch von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben. „Bis Montag (an dem der zweite teilweise Lockdown verhängt wurde) sind wir relativ gut durchgeschippert“, sagte der Geschäftsleiter. Auch weil das bei Senioren sehr beliebte Studium generale gut angenommen wurde und die Teilnehmer bei den kaufmännischen Kursen sich fast verdoppelt hätten. Nun wisse man aber nicht, wie es weitergehe.

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In enger Absprache mit dem Bayerischen Volkshochschulverband wurde nun bekannt, dass die Vhs „als elementarer Bestandteil des Bildungssystems anerkannt“ ist und „analog zu den Schulen ihren Weiterbildungsauftrag grundsätzlich weiterhin erfüllen sollen.“ So kann nach den Allerheiligenferien an vielen Zweigstellen der Kursbetrieb weiterlaufen. Allerdings heißt es nun: Masken tragen auch während des Unterrichts.

Sogenannte bewegungsaktive Kurse, Entspannungskurse und Kochkurse im Rahmen der Gesundheitsbildung werden im November abgesagt. Für den übrigen Kursbetrieb gelten lediglich in den Außenstellen Fridolfing und Hammer, wo der Unterricht in extern angemieteten Räumen stattfindet, eine Zwangspause bis voraussichtlich Dezember.

Schon in der Versammlung berichtete Geschäftsleiter Scholz, dass durch die sich häufig ändernden Rahmenbedingungen viele – sowohl Teilnehmer wie Dozenten – verunsichert seien. Dadurch werde das Vhs-Personal oft durch notwendige Telefonate und Auskünfte beansprucht.

Beachtliche Unterstützung mit Überbrückungshilfen

Zur Finanzierung der Vhs Traunstein erklärte der Geschäftsleiter, dass es von April bis August dieses Jahres beachtliche Unterstützung mit Überbrückungshilfen gegeben habe. Vor allem durch Bundesmittel nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz oder durch die Coroana-Soforthilfe des Bundes. So konnten teilweise auch der Honorarausfall der Kursleiter ausgeglichen werden. Allerdings wisse man noch nicht, welcher Teil der Überbrückungshilfen später zurückerstattet werden müsse. Ein negativer Jahresabschluss könne daher voraussichtlich kaum vermieden werden, so Scholz.

Der Vorstandsvorsitzende der vhs, Altoberbürgermeister Fritz Stahl, resümierte die gesamte Situation „als schwierig, aber nicht zum Jammern.“ Man könne wohl erst im März 2021 sagen, wie das aktuelle Geschäftsjahr wirklich aussehe. Da die vhs vorher auch viele gute Jahre gehabt habe, dürfe man jetzt hoffen, „dass das Auge noch hellblau ist, mit dem wir davonkommen“, so Stahl. gi

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