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Prozess am Landgericht Traunstein

Urteil gefallen: Das erwartet Burghauser nach Sex mit einer Minderjährigen (13)

Heute wird das Urteil über die Taten eines Mannes aus Burghausen verlesen.
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Am Landgericht fällt heute ein Urteil wegen Sex mit einer Minderjährigen.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Am Landgericht Traunstein wurde am heutigen Donnerstag (29. September) ein Mann aus Burghausen (29) wegen seiner sexuell motivierten Treffen und Handlungen mit einem Mädchen (13) aus dem Landkreis Rosenheim verurteilt.

Update, 9.35 Uhr - Urteilsverkündung im Prozess gegen Burghauser

Pünktlich um neun Uhr beginnt der zweite Verhandlungstag. Die Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler wird heute das Urteil im Prozess gegen den Angeklagten aus Burghausen verkünden. Der 29-Jährige hatte in zwei Fällen Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen. Außerdem wird ihm vorgeworfen, geringe Mengen Cannabis erworben und besessen, sowie der Minderjährigen überlassen zu haben. Nun steht er wegen „schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes“ vor Gericht. Sogar die Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler verdeutlicht, dass diese Anklage fast schon irreführend ist. 

Mädchen war nicht willenlos und unerfahren

„Für den Laien wirkt das Urteil anders“, so die Richterin. Der Fall des „schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes“ sei hier kaum mehr zutreffend. Das Mädchen habe sich dem Geschädigten für Geld angeboten und auch bei der Auswertung der Chats sei stark zu erkennen, dass es sich bei der 13-Jährigen nicht mehr um den Status eines Kindes handele. „Das Mädchen war knapp unter 14 Jahre, war bereits sexuell erfahren und die Treffen gingen stark von ihr aus“, so die Richterin bei der Erklärung des Urteils.

„Es ist nicht so, dass es ich bei der Geschädigten um ein völlig unschuldiges und willenloses Kind handelt“, so die Richterin. Man müsse hier auch dem Angeklagten gerecht werden. Das Mädchen habe von sich aus Fotos von ihrem Intimbereich versendet. „Es ist leider scheinbar „normal“ geworden. Die grenzenlose Freizügigkeit ohne Privatsphäre der Jugend ist erschreckend“, so die Richterin. „Ich weiß nicht, wie man den Eltern helfen kann: Es geht den Jugendlichen soviel verloren. Liebe als Bestandteil von Geschlechtsverkehr. Oder wie man eine Beziehung aufbaut.“ Das Handy sei die Nabelschnur zur Welt der Teenager geworden und es sage viel aus, dass das Mädchen nur geweint habe, als man ihr das Handy weggenommen habe.

Einsicht und Reue des Angeklagten überzeugend

Der Angeklagte dagegen sei voll umfänglich geständig, habe Verhütungsmittel benutzt und zeige Einsicht und Reue, so Richterin Aßbichler. „Sie haben Einsicht und Reue gezeigt. Wir haben den Eindruck, dass es auch eine Chance für Sie sein könnte, jetzt etwas zu ändern.“ Der 29-Jährige soll zeitnah in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Weil er Vorstrafen und eine offene Bewährungsstrafe hatte, wurde er zu zwei Jahren und 10 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 

Vorbericht

Traunstein, Burghausen – „Ich möchte, dass er bestraft wird“, sagte die inzwischen 14-Jährige bei ihrer Vernehmung: Obwohl das Mädchen zugegeben hatte, dass sie den damals 28-jährigen Angeklagten aus Burghausen zu einem Treffen gedrängt hatte. Sie hatte den Mann auf Snapchat kennengelernt und ihm gleich zu Beginn der Konversation ihr Alter verraten. Dann schlug sie ihm vor, sich für Geschlechtsverkehr zu treffen – gegen Bezahlung. Nach einem ersten Treffen im Frühjahr 2021, kam es dann auch zu einem zweiten – etwa einen Monat später. Traumatisiert war die Jugendliche nach eigenen Angaben von den Treffen nicht: Es waren die Folgen, die ihr zusetzten.

„Heute würde ich das nicht mehr tun“, sagte die Geschädigte der Vorsitzenden Richterin Jacqueline Aßbichler. Eine Polizeibeamtin hatte das Mädchen wegen eines anderen Vorfalls vernommen. Dabei hatte es erzählt, dass es schon mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt habe. Die Beamtin wurde wegen dem Alter des Mädchens hellhörig und informierte die Eltern, welche eindeutige Fotos und Chats auf ihrem Laptop fanden. Daraufhin wurde Anzeige gegen den damals 28-jährigen Täter aus Burghausen gestellt: Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen: Hintergrund dafür ist das Alter das Mädchens und die mehrfachen und unterschiedlichen Handlungen des Mannes.

Zwar waren diese einvernehmlich, doch das junge Alter des Mädchens lässt vermuten, dass sie nicht abwägen konnte, welche Folgen ihr Vorschlag haben könnte – für sie selbst, wie auch für den Angeklagten. Der Mann dagegen wusste von Anfang an, worauf er sich einließ und hätte ablehnen können. „Ich werde das mein ganzes Leben mit mir tragen“, sagte er nach den Plädoyers der Staatsanwältin Hahn und seines eigenen Verteidigers, Axel Reiter aus Mühldorf. „Niemand wird die Umstände der Tat kennen, nur dass ich Sex mit einem Kind hatte.“

dh/red

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