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Wohnen und Leben im Alter

Ein Viertel der Traunsteiner ist über 65 – Seniorenbeauftragter sieht viele Aufgaben

Werner Fertl ist Beauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung im Landkreis Traunstein und berichtete im Kreistag von seinen Aufgaben und anstehenden Projekten seines Fachgebiets.
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Werner Fertl ist Beauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung im Landkreis Traunstein und berichtete im Kreistag von seinen Aufgaben und anstehenden Projekten seines Fachgebiets.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Werner Fertl ist Traunsteins neuer Beauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung. Er mahnt an, dass sich das Thema Lebensqualität für beide Zielgruppen in den kommenden Jahren verstärkt in die Öffentlichkeit drängen wird, und sich auch die Wirtschaft mehr Gedanken um die Integration von Menschen mit Handicap machen muss.

Traunstein – Im Landkreis Traunstein ist ein Viertel der Bürger 65 Jahre und älter. Fast 24 000 Menschen mit geistigem oder körperlichem Handicap leben im Kreisgebiet. Um ihre Belange kümmern sich unter anderem Beauftragte in Städten und Gemeinden. Auf Kreisebene gibt es seit vielen Jahren einen „Beauftragten für Senioren und Menschen mit Behinderung“. Werner Fertl, seit Anfang Dezember 2020 Nachfolger des in den Ruhestand gewechselten Hans Zott, stellte sich und seine Aufgaben im Kreisgesundheits- und Sozialausschuss Traunstein vor.

Schon viele Rückmeldungen erhalten

„Noch nie war die Lebenserwartung so hoch wie heute. Ältere Menschen sind heute gesünder, fitter und engagierter als jede ältere Generation zuvor“, eröffnete Landrat Siegfried Walch das Thema. Wie menschlich eine Gesellschaft sei, bemesse sich auch daran, wie Teilhabe gelinge. „Wir wollen, dass alle Menschen ihr Leben soweit wie möglich unabhängig und selbstbestimmt führen können.“

Werner Fertl unterstrich eingangs: „Inklusion geht alle an.“ Er komme aus dem Verwaltungssektor und habe dort Erfahrung gewonnen mit Menschen mit Behinderung. Sein jetziges Aufgabengebiet sei organisatorisch an die Betreuungsstelle im Landratsamt angegliedert worden – „eine gute Verknüpfung“.

Nur zwei Gemeinden im Kreis noch ohne Seniorenbeauftragte

Generell sei er zentraler Ansprechpartner für Betroffene, Verbände, Organisationen und Behörden. Er habe schon viele Rückmeldungen erhalten. Gleichzeitig sei er Interessenvertreter der Senioren und der Menschen mit Handicap. Örtliche Beauftragte existierten schon vielerorts: „Fast jede der 35 Kommunen hat einen oder zwei Seniorenbeauftragte. Fast überall gibt es Behindertenbeauftragte. Nur zwei Gemeinden haben keine.

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In großen Städten wie Traunstein und Trostberg gibt es zusätzlich einen Seniorenbeirat.“ Zu seinen Aufgaben zählten die Zusammenarbeit mit den kommunalen Beauftragten und den Seniorenbeiräten. Er organisiere Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen sowie die Seniorenkonferenzen.

Projekte mit anderen Städten

Eine Reihe „aktueller Handlungsfelder“ listete Werner Fertl auf, zum Beispiel eine „digitale Teilhabe“ mit leichter Sprache in Kommunikation und Medien sowie – insbesondere während der Pandemie – Beteiligung am öffentlichen Leben über Videokonferenzen und Ähnliches. Diesen Punkt griff Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) in der Aussprache auf. Er forderte „Hilfsmittel zum Verstehen der Amtssprache“: „Das wäre für den ganzen Landkreis interessant.“ Dazu verwies Fertl auf ein laufendes Projekt der Stadt Augsburg zusammen mit der dortigen Lebenshilfe. Er werde wieder berichten.

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Barrierefreies beziehungsweise barrierearmes Bauen war ein weiteres Anliegen Fertls. Nur so könnten Betroffene möglichst lang in eigenen Umfeld bleiben. Netzwerke und Ehrenamtsstrukturen müssten erhalten und ausgeweitet werden. Unverzichtbar seien Angebote für spezifische Einschränkungen von Menschen. Viel auf den Weg gebracht worden sei bereits beim Umsetzen des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises und der Kommunen, würdigte der neue Beauftragte. Das Konzept sei von entscheidender Bedeutung angesichts der demografischen Entwicklung in der Region.

Wohnen und Essen so lang wie möglich zuhause

Ein besonders wichtiges Thema seien Demenzerkrankungen. Der Landkreis wirke mit über das Projekt „Gesundheitsregion plus“. Genauso wichtig, so Fertl weiter, sei ein Quartiersmanagement unter dem Stichwort „Wohnen, Essen und Leben dahoam“. Die Regierung von Oberbayern habe ein Förderprojekt gleichen Namens herausgegeben. Alle Bürgermeister habe er angeschrieben, berichtete der Referent.

Wie die Stadt München wolle er für den Kreis einen „Teilhabeplan“ erstellen. Notwendig sei, die Wirtschaft bei der Beschäftigung von Menschen mit Handicap zu aktivieren: „Durch Corona ist die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung zurückgegangen.“

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