Traunstein: Schulen werden auf „Beschulung daheim“ vorbereitet

Der Landkreis Traunstein stattet alle 15 Schulen in seiner Sachaufwandsträgerschaft mit den technischen Voraussetzungen für das „Homeschooling“ aus. Im Kreisausschuss meinte Landrat Siegfried Walch (CSU), er ziehe die Bezeichnung „Beschulung daheim“ vor.

Traunstein – Der Kreis beschaffe zum Beispiel Tablets. Walch wörtlich: „Damit sind wir binnen Minuten in der Lage, den Unterricht sofort auf digital umzustellen.“

In der jüngsten Sitzung befasste sich der Ausschuss auch mit einem Sieben-Punkte-Fragenkatalog zum Thema Corona von Joachim Bernshausen (AfD). Zu einigen Komplexen merkte Landrat Walch an, der Landkreis müsse bei seinen Zuständigkeiten bleiben. Er persönlich habe „Verständnis für viele Sorgen.“ Der Kreisausschuss nehme jede Meinung ernst – auch wenn man sie vielleicht nicht teile.

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Mehrere der angeschnittenen Themenbereiche streifte Dr. Wolfgang Krämer, Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, bei seinem Überblick über die aktuelle Corona-Lage und die geltenden Regularien im Landkreis Traunstein. Derzeit gebe es nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts „keine Alternative zur Maskenpflicht – wenn sich der Abstand nicht einhalten lässt.“ Wenn das Infektionsgeschehen wieder ansteige, mache es sehr wohl Sinn, die Kontaktmöglichkeiten wieder zu begrenzen.

„Der Landkreis Traunstein war als einer der ersten in Deutschland von Corona betroffen“, erinnerte Dr. Krämer. Durch die sofortigen Schutzmaßnahmen sei damals keine Erkrankung durch Übertragung auf medizinisches Personal erfolgt. Corona sei erst später hineingetragen worden.

Landesausstellung abgesagt

Solange kein Impfstoff existiere oder andere Schutzmaßnahmen ergriffen werden könnten, sehe er keine Möglichkeiten außer Maske und Abstand. Wie lange eine Immunität anhalte, sei derzeit nicht abzusehen.

Zurzeit befinde sich der Landkreis nicht im Katastrophenschutz-Zustand, fuhr Dr. Krämer fort. Er forderte: „Wir dürfen uns aber auch nicht ausruhen – siehe Österreich. Wir müssen wachsam sein und hoffen, dass wir nicht wieder in einen katastrophenschutzrechtlichen Zustand kommen.“ Dazu der Landrat: „Unsere Zahlen machen mich stolz. Der Landkreis ist zwischen Hotspots gelegen. Uns hat es nicht erwischt – dank der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen, Blaulichtorganisationen und Katastrophenschutz.“

Am Rand informierte Walch über die eigentlich für 2021 in Herrenchiemsee geplante Landesausstellung „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“, die vom Landkreis Rosenheim abgesagt und nach Regensburg verlegt wurde. Der Landkreis Traunstein hätte sich mit einem Zuschuss beteiligt, der jetzt gegenstandslos geworden sei. Wenn alles wieder normal laufe, hoffe man, wieder eine Landesausstellung in die Region zu bekommen, hob der Landrat heraus. kd

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