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Manchen Stadträten war es dagegen viel zu viel Geld

„Jetzt sind wir soweit“: Satte Finanzspritze der Stadt Traunstein für die Surfer-Welle

Glückliche Vertreter des Vereins „Eine Welle für den Chiemgau“ nach der Stadtratssitzung vor dem Traunsteiner Rathaus
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Glückliche Vertreter des Vereins „Eine Welle für den Chiemgau“ nach der Stadtratssitzung vor dem Traunsteiner Rathaus: Schon nächstes Jahr soll am Mühlbach gesurft werden können.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Die künstliche Surfer-Welle am Mühlbach in Traunstein wird immer greifbarer: Jetzt hat auch der Stadtrat - nach langer Debatte - einen großen Batzen Geld dafür lockergemacht. Worum es geht und welche die nächsten Schritte sind.

Traunstein - „Jetzt sind wir soweit. Soweit wie noch nie“, strahlte Lisa Springer im Anschluss an die Traunsteiner Stadtratssitzung am Donnerstag (28. Juli) im Gespräch mit chiemgau24.de. Sie ist 2. Vorstand der „Welle für den Chiemgau“ und hat mit ihrem Verein jetzt ein wichtiges Ziel erreicht: die Stadt wird die Surfer-Welle mit 250.000 Euro mitfinanzieren. „Das ist die beste Grundlage, um bei Sponsoren jetzt auch noch die restlichen 500.000 Euro einzuholen“, so Benjamin Di-Qual. Einige Firmen hätten schon ihre Unterstützung signalisiert. Klappt alles, wird die künstliche Welle am Mühlbach in Traunstein nächstes Jahr gebaut.

Surfer-Welle in Traunstein soll 2023 gebaut werden

Im Stadtrat entspann sich zuvor eine lange Diskussion, ob man wirklich so viel Geld lockermachen sollte. Eine deutliche Mehrheit von 25 zu 3 Stimmen sah es schließlich aber wie Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU): „Das ist ein großes Projekt und wird imageprägend für die Stadt.“ Die Surfer-Welle passe auch zum „Campus Chiemgau“ und stehe für eine „Phase der Veränderung“ in der sich die Stadt befinde. „Traunstein macht den nächsten Schritt.“ Die Gegenstimmen kamen von Denis Holl (Linke), sowie Simon Steiner und Ulrike Hoernes (beide Traunsteiner Liste).

Visualisierung, wie es rund um die geplante Surfer-Welle am Mühlbach in Traunstein künftig aussehen könnte.

Auch OB Hümmer betonte, dass 250.000 Euro „sehr, sehr viel Geld“ sei, doch die Stadt wäre dadurch nicht überfordert. Die Finanzspritze für die Chiemgau-Welle ist außerdem an Bedingungen geknüpft: Bauherr und Betreiber ist allein der Verein, der die künstliche Welle mindestens 20 Jahre lang betreiben muss. Außerdem muss noch ein schlüssiges Betriebskonzept vorgelegt werden, in dem die Stadt von der Verkehrssicherung und von Folgekosten ausgenommen ist. Auch die Haftungsfragen müssen geklärt sein. Die Grundstücksfläche bekommt der Verein im Erbbaurecht.

Auch deutliche Kritik an 250.000-Euro-Zuschuss

Kurz bevor der Mühlbach wieder in die Traun mündet, etwa auf Höhe des SBC-Stadions, soll die künstliche Welle über eine Rampe im Bachbett entstehen. Sie wird knapp fünf Meter breit und soll vor allem für Einsteiger geeignet sein. Wird die Welle nicht gebraucht oder herrscht Hochwasser, kann die Rampe „inaktiv“ gestellt werden. Die nächsten Surferwellen gibt es in Salzburg und am berühmten Münchner Eisbach. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von einem knappen Monat“, so Benjamin Di-Qual.

Als lautester Kritiker im Stadtrat stellte sich Simon Steiner heraus: Angesichts der 17 Millionen Euro Schulden sollte die Stadt zusätzliche freiwillige Gelder wenn dann in Energie- oder Mietzuschüsse für Bedürftige stecken. „Außerdem ist das eine Randsportart, die schnell wieder abflachen wird. Und wir sind uns sicher, dass sich das Projekt wegen der Lage nicht langfristig hält.“ Denis Holl sieht in der Chiemgau-Welle ein „verlockendes Angebot“, fragte aber: „Ist es das wert? Bei dieser Größenordnung kann ich nicht zustimmen - auch, weil es nur für eine bestimmte Gruppe, aber nicht für die Allgemeinheit ist.“

„Ein Zeichen, dass junge Leute in Traunstein gewollt sind“

Von einem „wichtigen Impuls“ für die Stadt sprach dagegen Patrick Nepper (Grüne): „Der Naherholungswert steigt und die Welle zeigt eine Zukunftsperspektive für Traunstein.“ Susanne Deckert (Initiative Traunstein) sah die Welle als Schritt, das Wasser in der Stadt besser zu erschließen, ähnlich wie schon jetzt mit der „Traunbar“. Die Initiatoren des Vereins freuten sich gegenüber chiemgau24.de vor allem auch deshalb, weil die Stadt den Handlungsbedarf für junge Leute erkannt habe: „Das ist ein Zeichen, dass die Jungen hier gewollt sind“, so Lisa Springer.

xe

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