Traunstein: Projekt „Klimabonus“ startet im Chiemgau

Im Direktvermarkter Laden „bodenschatz“ honoriert Betreiber Hans Posch (links) den Einkauf mit zusätzlichen Klimaboni. Rechts die Moderatorin und Beirätin von „Klimabonus“ Heidi Schuster.
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Im Direktvermarkter Laden „bodenschatz“ honoriert Betreiber Hans Posch (links) den Einkauf mit zusätzlichen Klimaboni. Rechts die Moderatorin und Beirätin von „Klimabonus“ Heidi Schuster.

Shoppen ohne schlechtes Gewissen –das geht nun dank des Klimabonus in Traunstein. So funktioniert das Konzept.

Von Manfred Peter

Traunstein – Klimafreundliches Verhalten und Einkaufen zu belohnen statt einzuschränken, ist die Devise des Projekts „Klimabonus“. Im Rathaussaal Traunstein gaben die Verantwortlichen bei der Auftaktveranstaltung den Startschuss dafür, dass der Klimabonus, der einen Gegenwert von einem Euro hat, in Umlauf kommt.

Der im Dezember ins Leben gerufene Verein „Klimabonus“ mit Sitz in Traunstein beabsichtigt, dass mit dem Projekt der eigene CO2-Fußabdruck in der Region auf freiwilliger Basis ausgeglichen und die CO2-Bilanz verbessert wird. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer übernommen.

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Ökonomie mit Ökologie verbinden, wolle jeder, so der Oberbürgermeister. Beim „Klimabonus“ werde nicht nur das Klima geschützt, sondern zugleich die regionale Wirtschaft belebt. Zu Auszahlungen gewisser Förderungen als Klimaboni berate aktuell der Stadtrat.

Anschubfinanzierung vom Bund

Projektpartner sind der Regionalentwicklungsverein Region Burgwald-Ederbergland, der „Chiemgauer“ und der Landesverband Sachsen-Anhalt im BUND Naturschutz. Das Projekt erhält eine Anschubfinanzierung durch das Förderprogramm „Innovative Klimaschutzprojekte“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Projektleiter Christian Gelleri und Vorstandsmitglied Frank Jansky thematisierten die Verlagerung der CO2-intensiven Produktionen in andere Länder.

Der Klimabonus gebe die Möglichkeit, selbst vor Ort etwas zum Klimaschutz beitragen zu können, hob Moderatorin und Mitglied im Beirat „Klimabonus“ Heidi Schuster hervor.

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Um belohnen zu können, musste erst ein Grundstock an Boni aufgebaut werden, was durch Spenden sowie die Zahlung von Beträgen zur Kompensation von CO2 realisiert werden. In der Region ist der Klimabonus mit der regionalen Komplementärwährung „Chiemgauer“ gekoppelt und mit dem runden Aufdruck „Klimabonus“ versehen. In den beiden anderen Regionen wurde eine Regionalwährung dafür geschaffen. Möchte sich ein Unternehmen beteiligen, muss es bereits eine CO2-Reduzierung praktizieren – etwa durch die Verlängerung des Produktzyklus. Beispiele sind das „Jeanslazarett“, das Jeanshosen repariert, oder die Firma EM Chiemgau, die Kartonage zu Füll- und Packmaterial aufbereitet und für den eigenen Versand nutzt.

Viele lokale Teilnehmer

Kinder, die mit dem Fahrrad zum Trommelunterricht von Stefan Schütz kommen, sowie Kunden des Direktvermarkters „bodenschatz“, des Naturbaustoffhandels Naturalis für den Kauf von Dämmungen oder des Naturhauses Traunstein für Bettwaren erhalten Boni.

Momentan unterstützt der „Klimabonus“ zwei CO2-Kompensationsprojekte: Der regionale Humusaufbau, bei dem die Firma positerra GmbH Landwirte für ihren zusätzlichen Bewirtschaftungsaufwand fördert, sowie das Waldbewirtschaftungskonzept der Waldbesitzervereinigungen Rosenheim und Wasserburg-Haag für die Erhöhung der CO2-Bindung der Wälder. Auch die Projekte „Ernährungsbeirat“, „Moorschutz und Blühflächen“ der Traunsteiner Kreisgruppe des BUNDs Naturschutz sind dabei

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