Traunstein: Pflegeschüler feiern Abschluss im Corona-Jahr

Die Preisträger Barbara Bamberger, Marc-Kevin Greger, Simone Mayer, Katharina Moucka, Magdalena Schlosser und Sophia Weidenpointner (von links).
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Die Preisträger Barbara Bamberger, Marc-Kevin Greger, Simone Mayer, Katharina Moucka, Magdalena Schlosser und Sophia Weidenpointner (von links).

Sie haben nicht nur Applaus und Schutzanzüge in diesem Jahr bekommen, sondern nun auch ihre Abschlusszeugnisse. Trotz Corona wurde der diesjährige Jahrgang der Pflegeschüler verabschiedet.

Von Günther Buthke

Traunstein – Wie wichtig Pflegekräfte sind, hat in diesem Jahr erst recht gezeigt. Nun erhielten 23 frisch gebackene Gesundheits- und Krankenpflegekräfte im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG ihre Abschlusszeugnisse. Zugleich feiert die Krankenpflegeschule ihr 60-jähriges Jubiläum.

Bis auf einen Teilnehmer bleiben alle Absolventen im Unternehmen der Klinik-AG. Aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 übergab die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber an Katharina Moucka aus Saaldorf-Surheim(1,1), Simone Mayer aus Ruhpolding (1,3) sowie Barbara Bamberger aus Traunstein, Marc-Kevin Greger aus Nußdorf, Magdalena Schlosser aus Surberg und Sophia Weidenpointner aus Waging am See (alle 1,4) Staatspreise der Regierung von Oberbayern.

Lächeln von der Feier mit in den Berufsalltag nehmen

Schmidhuber betonte, dass sie wegen der gewaltigen Corona-Herausforderung intensive Ausbildungsjahre hinter sich hätten, sowohl praktisch als auch theoretisch. Zudem hob sie das Engagement und die Motivation der Schüler hervor, die in der Pflege unabdingbar sei. Die stellvertretende Landrätin forderte sie auf, ihr Lächeln, wie sie es heute wegen ihres Abschlusses auf den Lippen haben dürfen, auch im späteren Alltag zu behalten. Einfühlungsvermögen sei die beste Therapie und Medizin, Pflege beruhe auf Vertrauen und Vertrautheit. Sie würden dringend gebraucht, stellte Schmidhuber fest, bereits heute fehlten in den Pflegeberufen Fachkräfte.

Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Improvisation

In dieser schwierigen Zeit haben alle das Examen bestanden, freute sich Schulleiter Lutz Krüger. Er würdigte die Leistungen und das Engagement der Lehrkräfte beim Unterrichtsmodell in Corona-Zeiten und bei der Begleitung während der Prüfungen, aber auch den Einsatz der Honorardozenten, Praxisanleiter in den Stationen sowie der Kooperationspartner bei der AWO, Caritas, Diakonie und den Kreisaltenheimen.

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Der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech betonte, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG eine optimale Ausbildung und eine zufriedene Belegschaft ein großes Anliegen sei. Wegen der Corona-Pandemie sei Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Improvisation notwendig geworden. Paech sah darin einen wertvollen Impuls für das spätere Berufsleben und Anlass, sich weiter zu entwickeln. Die Digitalisierung sei das entscheidende Thema der kommenden Jahre. Die Kliniken Südostbayern AG setze deshalb auf die Absolventen. Sie sollten auch die älteren Kollegen „mitnehmen“, bat er sie.

60-jähriges Jubiläum

Auch die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer, ratulierte den Absolventen und würdigte das 60. Jubiläum der Krankenpflegeschule Traunstein.

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Seit 1960 seien in der Traunsteiner Krankenpflegeschule rund 1500 Pflegekräfte ausgebildet worden. Sie wies ebenso auf den kürzlich gegründeten „Ausbildungsverbund Pflege“ der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land hin, mit dem die Zusammenführung der Kranken-, Kinder- und Altenpflege für die generalistische Ausbildung angebahnt worden sei. Dies mache die Pflege weiter stark.

Ein Jahrgang mit Begeisterung und Belastbarkeit

Traunsteins Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner lobte die guten Leistungen an forderster Front in der Corona-Pandemie. Sie hätten auf alle Fälle einen aufopferungsvollen Beruf gewählt, der Einfühlungsvermögen und Empathie brauche. Sie sollten den Patienten zuhören, lautete ihr Ratschlag. Ferner sollten sie die Möglichkeiten der Weiterbildung nutzen. Es sei schön, wenn die Pflege allgemein gelobt werde, aber auch das Finanzielle müsse stimmen.

Einen Rückblick auf die drei Ausbildungsjahre gab Klassenleiterin Annette Hawelka.

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