Traunstein: Neue Wege im Personennahverkehr - Schüler- und Studenten fahren demnächst billiger

Neues „Chiemgauer Schüler- und Studententicket“: Der Landkreis schießt pro Ticket und Monat neun Euro zu den Gesamtkosten von elf Euro zu. DPA

Beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geht der Landkreis Traunstein neue Wege. Zum einen stellte der Kreistag gestern einstimmig die Weichen für einen neuen Nahverkehrsplan, der in Eigenregie entsteht und im Juni 2021 verabschiedet wird. Auch „abgesegnet“ wurde das neue „Chiemgauer Schüler- und Studententicket“..

Traunstein – Die Berechtigten können das Zwei-Euro-Monatsticket ab 1. Januar auf fast allen Buslinien und auf der Traun-Alz-Bahn nutzen. Der Landkreis schießt pro Ticket und Monat neun Euro zu den Gesamtkosten von elf Euro zu.

Der Landkreis Traunstein wolle mit der kostengünstigen Monatsfahrkarte Schülern, Auszubildenden und Studenten den Zugang zum ÖPNV erleichtern, seien doch insbesondere junge Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, wie der Landrat betonte. Sie sollten auch ohne Auto eigenständig und ohne nennenswerte Kosten im Landkreis unterwegs sein können. Vor diesem Hintergrund habe der Kreis mit den meisten Verkehrsunternehmen das Ticket für die Freizeit entwickelt. Es gelte an Schultagen ab 14 Uhr, ganztags an Ferientagen, Wochenenden und Feiertagen – ohne Altersbeschränkung für die berechtigten Personen. Gegen Vorlage des Schüler- oder Studentenausweises sei es im Bus und bei der Traun-Alz-Bahn erhältlich.

Landrat Siegfried Walch hofft auf positive Ergebnisse

Manche Linien, die über das Landkreisgebiet hinausgehen, könnten bis zum Endpunkt genutzt werden. Nur wenige Verkehrsunternehmen hätten sich bisher noch nicht beteiligt. Mit den Betreibern von drei Linien und der Bahn liefen noch Gespräche. Der Landrat hoffte auf positive Ergebnisse. Auch die Bahn zeige sich sehr kooperativ.

Die Reaktionen im Kreistag waren durchweg positiv. Jetzt sei zu hoffen, dass das Angebot tatsächlich angenommen werde, hieß es.

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Das preiswerte Ticket für Menschen in Ausbildung ist Teil des neuen Nahverkehrsplans, den Verfasser Marco Just, Mitarbeiter des Landratsamts im Sachgebiet ÖPNV, gestern samt Zeitplan präsentierte. Für den Landkreis sei ein attraktiver, leistungsfähiger ÖPNV eine „zentrale Zukunftsaufgabe“, schickte Landrat Walch voraus. Ein wichtiges Instrument sei dabei der Nahverkehrsplan als „Rahmen“ für die Entwicklung des ÖPNVs in der Region. Bewusst habe der Landkreis mit Marco Just einen eigenen Verkehrsplaner eingestellt, hob Walch heraus. Mit ihm wolle man „eine Strategie für permanente Weiterentwicklung“ umsetzen.

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Der Verkehrsfachmann, seit Oktober im Amt, sah das Mitwirken aller Beteiligten als entscheidend an. Der bestehende Nahverkehrsplan stamme aus dem Jahr 2003 und müsse fortgeschrieben werden. Neue Themen wie Nachhaltigkeit, Multimodalität, Digitalisierung, alternative Antriebe, On-Demand-Verkehr oder Sharing seien zu berücksichtigen. Just erläuterte die rechtlichen Grundlagen eines Nahverkehrsplans. Die Beteiligten einzubinden, gehe über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Er wolle, neben der Verkehrsunternehmen beispielsweise den Tourismus, das Gesundheitswesen, die Bereiche Arbeit/Ausbildung und Kultur/Sport einbeziehen.

Der Kreistag wird im Juni 20121 endgültig entscheiden

Sechs Experten-Workshops aus den Teilregionen Achental, nördlicher Landkreis, Rupertiwinkel, Chiemsee-Gemeinden, Voralpenregion und Stadtgebieten (Traunstein, Trostberg, Traunreut) hätten schon kurzfristig Ergebnisse erzielt. Bis Ende Januar wolle man die Schwerpunkte fixieren. Das zweite Arbeitspaket einschließlich konkreter Umsetzungsvorschläge werde bis Ende März abgeschlossen sein. Die Phase der Analyse werde bis August 2020 dauern. Zwischen August 2020 und April 2021 werde das Konzept entstehen.

Der Kreistag werde im Juni 2021 endgültig über diesen Vorschlag entscheiden.

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