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Mehr Toleranz gegenüber queeren Menschen gefordert

Christopher Street Day in Traunstein: Veranstalter freuen sich über neuen Rekord

Rund 150 Menschen beteiligten sich am 3. Traunsteiner Christopher Street Day (CSD), um für die Gleichbehandlung „queerer Menschen“ einzutreten. Im Stadtpark sowie auf dem Stadtplatz traten zahlreiche Redner ans Mikrofon und eine Parade führte durch mehrere Straßen Traunsteins.
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Die Teilnehmer des 3. Traunsteiner Christopher Street Day (CSD) versammeln sich, um für die Gleichbehandlung „queerer Menschen“ einzutreten. Im Stadtpark sowie auf dem Stadtplatz traten zahlreiche Redner ans Mikrofon und eine Parade führte durch mehrere Straßen Traunsteins.

Am Samstagnachmittag fand in Traunstein die dritte Auflage des Christopher Street Days (CSD) statt. Die bunte und fröhliche Veranstaltung mit einem ernsten Hintergrund, die jährlich in vielen Städten der Welt gefeiert wird, hat sich somit auch in Traunstein etabliert. Die Veranstalter können sich über einen neuen Rekord freuen.

Von: Hubert Hobmaier

Traunstein – Mit zahlreichen politischen Statements zogen rund 150 Teilnehmer vom Stadtplatz in die Innenstadt, um bei der Abschlusskundgebung am Stadtplatz auf das „queere Leben“ aufmerksam zu machen, Forderungen für eine tolerante Gesellschaft aufzustellen und auf Diskriminierungen hinzuweisen. Sowohl die Veranstalter als auch die Polizei zogen am Ende ein positives Fazit.

Zum Auftakt trafen sich die Teilnehmer im Stadtpark. Neben Phoebe Wenta aus Traunstein und Luca Barakat aus Marquartstein, die als Hauptorganisatoren auftraten, beteiligten sich 13 Gruppierungen und Vereinigungen am Traunsteiner CSD 2022.

Positive Entwicklung in 40 Jahren gelobt

Für die Grünen trat Walburga Mörtl-Körner ans Rednerpult. Sie zeigte sich zufrieden mit dem, was in den letzten Jahrzehnten erreicht worden sei, mahnte aber auch, dass es noch viele Missstände in der Gesellschaft gegenüber „queeren Menschen“ gebe und man weiterhin dafür eintreten muss.

Daniela Baumann von der SPD aus Trostberg erinnerte an die ersten CSD-Veranstaltungen in den 1970er Jahren und freute sich ebenfalls über die positive Entwicklung. Sie kam aber ebenfalls zum Schluss, dass es noch viele Missstände geben würde und nannte hier unter anderem das Beispiel „Polen“, in dem queere Menschen kaum Möglichkeiten zur Entfaltung hätten. Sie forderte Solidarität mit queeren Menschen und „Respekt und Toleranz“ ein.

Der Landtagsabgeordnete Martin Hagen (FDP) mahnte, „heterosexuelle Menschen haben nicht weniger, auch wenn es andere Sexualformen gibt, denn diese nehmen sich gegenseitig nichts weg – Liebe ist Liebe.“ Zudem stellte er fest, dass es derartige Veranstaltungen immer noch braucht, auch wenn es hierzulande mittlerweile seit fünf Jahren die Ehe für alle gibt. „So lange Schwule und Lesben zum Beispiel bei einer WM in Katar Angst haben müssen, wenn sie ins Stadion gehen wollen, kann von einer toleranten Welt nicht gesprochen werden“, so Martin Hagen.

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Neben den politischen Vertretern nutzten auch die Organisatoren selbst die Möglichkeit, vor der Versammlung zu sprechen. Martin Thoma sagte beispielsweise, „queeres Leben ist kein Randthema mehr und Queerfeindlichkeit muss geächtet werden“. Luca Baraka sagte „Queerfeindlichkeit ist rechtsextrem“ und stellte fest, dass Anfeindungen immer noch an der Tagesordnung seien. Die Gruppe „AntiFanten“ aus Rosenheim verwies in einem kurzen Sketch auf die Probleme und den häufig fehlenden Respekt auf sozialen Datingseiten im Internet.

Vorurteile angeprangert

In einer weiteren Parodie prangerten die Veranstalter Vorurteile wie, „dass ich schwul bin, ist nur eine Phase und das geht schon wieder vorbei“, an. Zwischen den Redebeiträgen folgten immer wieder musikalische Stücke wie ein Gitarrensolo von Phoebe Wenta.

Religionslehrer Michael Brinkschröder von „OutInChurch“ sagte, „wir alle sind Abbilder Gottes“ und trotz der vielen Probleme in der Katholischen Kirche sind auch immer wieder Erfolge zu verzeichnen.

Pilotprojekt in der Erzdiözese

So gibt es zukünftig als Pilotprojekt in der Erzdiözese München und Freising ein sogenanntes „Regenbogenpastoral“, das sich den queeren Menschen annehmen werde.

Leon Buchwald von den Linken trat am Stadtplatz ebenfalls ans Mikrofon und forderte ebenso wie die Vorredner Toleranz und Aufgeschlossenheit für „queere Lebensformen“. In einem bewegenden Vortag schilderte Phoebe Wenta die Situationen, bei denen sie bereits zum Opfer sexueller Belästigung und Übergriffigkeit wurde, und forderte dazu auf, hier nicht zu schweigen sondern Hilfe, beispielsweise durch den Weißen Ring, in Anspruch zu nehmen.

Neuer Veranstaltungsrekord: 150 Teilnehmer

Den musikalischen Abschluss bildete Martina Wenta mit „Gstanzln“ zum CSD in Traunstein. Die Beamten der Traunsteiner Polizei, die die Veranstaltung und den Demozug begleitet haben, zeigten sich mit dem Ablauf zufrieden.

Auch Luca Barakat zog am Ende ein positives Fazit. „Beim ersten CSD waren es 80, vergangenes Jahr 120 und heuer bereits 150 Teilnehmer, die dabei waren und friedlich diese wichtigen Statements auf die Straßen Traunsteins getragen haben.“

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