Jahresabschlusssitzung

Landrat Siegfried Walch zur Corona-Pandemie: „Der Traunsteiner Kreistag muss Vorbild sein“

Bei Kerzenschein hielt Landrat Siegfried Walch in der letzten Sitzung des Kreistages im k1 in Traunreut seine Jahresabschlussansprache.
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Bei Kerzenschein hielt Landrat Siegfried Walch in der letzten Sitzung des Kreistages im k1 in Traunreut seine Jahresabschlussansprache.

„ Corona ist nicht abstrakt, sondern greifbar“: Landrat Siegfried Walch appelliert in der Jahresabschlusssitzung des Traunsteiner Kreistages, zusammenzuhalten. Trotz der Pandemie sei das Jahr für den Landkreis erfolgreich gewesen.

Traunreut/Landkreis Traunstein – Angesichts der Corona-Pandemie appellierte Landrat Siegfried Walch (CSU) in der Jahresabschlusssitzung des Kreistages im Traunreuter Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 an die Gesamtverantwortung. Corona sei nicht abstrakt, sondern greifbar und fordere alles von uns ab. Der Landkreis Traunstein, in dem es im Frühjahr einen der ersten Fälle gegeben habe, sei von der Pandemie stark betroffen und bei den Intensivbetten in den Kliniken gebe es keine Luft. „Jetzt ist der Zeitpunkt, für die Heimat zusammenzuhalten, und da muss auch der Kreistag Vorbild sein“, forderte der Landrat.

Menschen mit wirklichen Sorgen ernstnehmen

Er warnte vor einer Gesellschaft, die Verschwörungstheorien verbreite. Vielmehr sollten jene Menschen ernstgenommen werden, die wirklich Sorgen hätten und denen Gehör schenken, die es verdienen. Lobend erwähnte Walch den Einsatz all derer, „die in den vergangenen Monaten Großartiges geleistet haben“. Ob im Gesundheitswesen oder in den Ämtern. „Ein großes Lob an alle, die mitgeholfen haben und mithelfen“, sagte der CSU-Landrat.

Nicht unerwähnt ließ er die Mitarbeiter im Landratsamt. Der Mannschaftsgeist im Landratsamt funktioniere: „Alle steh´n zamm – Danke!“

Trotz Pandemie ein erfolgreiches Jahr

Trotz Pandemie sprach Walch von einem sehr dynamischen Jahr. „Wir haben es geschafft, die Dinge irgendwie wieder zusammenzubringen“, sagte er. Unter anderem sei es gelungen, das Bildungsprojekt Campus Chiemgau voranzutreiben und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter zu entwickeln, über dessen Zukunftsaufgabe sich der Kreistag einig sei. Darüber hinaus habe man in der Digitalisierung auf eine tragfähige und zukunftsfähige Zukunft gesetzt und mit dem Neubau der Realschule Trostberg einen weiteren Bildungsauftrag erfüllt.

Aber auch im sozialen Bereich sei der Kreis vorangekommen. Beispielsweise mit der „Solitären Kurzzeitpflege“ in Trostberg sei eine wichtige Versorgungslücke geschlossen worden und der Neubau des Kreisaltenheims in Palling nehme bereits Gestalt an. Auf ökologischer Ebene habe man wieder in die Renaturierung und die Ausgleichsflächen investiert, so Walch.

Corona war im Jahr 2020 das beherrschende Thema

„Wir haben trotz Covid-19 viel erreicht“, bestätigte auch der stellvertretende Landrat, Sepp Konhäuser (SPD). Aber das beherrschende Thema sei im vergangenen Jahr Corona gewesen. Hier seien die Probleme besonders beim Landkreisoberhaupt aufgeschlagen. Walch habe es aber verstanden, in Kürze immer klare Entscheidungen zu treffen, lobte Konhäuser. Sowohl er als auch der Bürgermeistersprecher, Hans-Jörg Birner (CSU) aus Kirchanschöring, bestätigten den Kreistags-Mandatsträgern „eine gute interfraktionelle Zusammenarbeit“.

Den gegenseitigen Respekt nicht verlieren

Birner appellierte an das Gremium, den gegenseitigen Respekt untereinander nicht zu verlieren. „Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam was für die Bürger im Landkreis zu erreichen, was am sinnvollsten und am wirksamsten ist“, sagte der Bürgermeistersprecher.

Normalerweise ist es nach der Jahresschlusssitzung üblich, dass die Kreistagmitglieder bei einem gemeinsamen Essen und einem Plausch das Jahr ausklingen lassen. Darauf musste aber heuer wegen Corona verzichtet werden.

„Es ist schade, dass wir uns letzter Zeit gar nicht mehr austauschen können“, bedauerte eine Vertreterin der ÖdP.

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