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Spendenaktion in Kliniken

Traunsteiner Krankenhausbetten helfen nun Menschen von Ungarn bis nach Tansania

Statt auf dem Müll sind die übrigen Krankenbetten nun im Ausland gelandet.
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Statt auf dem Müll sind die übrigen Krankenbetten nun im Ausland gelandet.

In Traunstein werden sie nicht mehr gebraucht, nun freuen sich zahlreiche Hilfsorganisationen. Die Rede ist von Krankenhausbetten. Von Tansania bis Ungarn profitieren nun Kliniken.

von Ralf Reuter

Traunstein – Die Kliniken Südostbayern (KSOB) haben jüngst Gutes für Hilfsorganisationen getan. Diese konnten sich über gebrauchte und voll funktionsfähige mechanische Krankenhausbetten freuen. Diese wurden im Zuge einer Umstellung auf elektrisch verstellbare Betten frei.

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„Es ist wahnsinnig toll, dass wir die Betten bekommen haben, noch dazu in der Menge, die wir vor Ort gerade benötigen“, sagt Sebastian Fegg. Der Leiter Logistik und Technik des Malteser Hilfsdienstes in Taufkirchen im Landkreis München ist gerade auf dem Sprung zu einem kurzfristig angefragten mehrtägigen Hilfseinsatz in die westdeutschen Hochwassergebiete, bevor er am Wochenende danach mit anderen Ehrenamtlichen 56 Betten von Traunstein nach Ungarn bringen wird.

Aufwendiger Transport nötig

Was sich einfach anhört, ist aufwendig. Es braucht einen entsprechend großen Lkw samt Anhänger und etliche zupackende Hände, um die im ehemaligen Parkhaus des Klinikums Traunstein gelagerten Betten über Taufkirchen nach Ungarn zu transportieren. „Wir fahren am Freitag in der Früh los und sind dann am Abend in Ungarn“, erklärt Fegg.

Beim Bau eines Krankenhauses sei vergessen worden, Betten für die Patienten mit einzuplanen. „Nun ist kein Geld mehr da und solche Betten sind ja nicht ganz günstig.“

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Hilfsprojekte wie diese zu unterstützen, sei ihm ein Anliegen und auch eine Freude, sagt Alexander Haas, Leiter Wirtschaft und Versorgung, der die Verteilung der Betten organisiert hatte. Er weiß um die gute, seriöse Arbeit der beteiligten Hilfsorganisationen und dass die Spenden an den richtigen Stellen ankommen. Zum Beispiel in Tansania. Dort benötigt der in Traunstein gegründete AKO-Aktionskreis Ostafrika die Bettenspende der Kliniken Südostbayern für die Augen- und Zahnklinik im „Designated District Hospital Kibosho“.

52 Betten vor Ort

Der Verein konnte sich jüngst über 52 vollfunktionsfähige mechanische Krankenhausbetten samt abwaschbaren Matratzen und Nachtkästchen aus den KSOB freuen, nun bekommt er weitere neun Betten. Hans Siemer, Vorstand Projektunterstützung Ausland des AKO, ist regelmäßig auf eigene Kosten vor Ort, kann sich auf Suaheli verständigen und bekommt nach den vielen Jahren des Einsatzes des Traunsteiner AKO-Aktionskreises Ostafrika natürlich auch immer wieder Anfragen nach Unterstützung.

„Ohne die Hilfe durch Sachspenden ist es gar nicht möglich, eine medizinische Ausrüstung einzurichten, die einigermaßen den Standards dafür entspricht, dass man im Krankenhaus gut aufgehoben ist“, sagt der Traunsteiner. Nicht in Krankenhäuser, sondern direkt zu den alten und kranken Menschen im Erdbebengebiet von Kroatien bringen die deutschen Malteser rund 60 gespendete Betten des Klinikverbundes.

Seife als schönstes Geschenk

„Gerade in den ländlichen Gebieten dort ist es üblich, dass die Pflegebedürftigen bis zum Schluss zuhause versorgt werden“, weiß Michael Dzeba von den Maltesern. Er hat die Armut der Menschen vor Ort hautnah erlebt und möchte ihnen einen Lebensabend in Würde ermöglichen.

Noch gut erinnert er sich an eine hochbetagte kroatische Dorfbewohnerin, die sich schon lange vor Weihnachten sehr auf das jährliche Essen beim Pfarrer freute. Denn dort bekam sie auch immer ein Stück duftender Seife überreicht, das gerade so für sechs Monate reichte und für sie das schönste Geschenk überhaupt war. „Wo die Not am größten ist“, seien solche Sachspenden wie die Betten der Kliniken Südostbayern „wahnsinnig wichtig und wertvoll“, sagt Dzeba aus voller Überzeugung.

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