Hoher Besuch

Traunstein: Kardinal Marx weiht am Sonntag Altar in sanierter Stadtpfarrkirche St. Oswald ein

Zusammen mit Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch (rechts) und Dr. Norbert Jocher, Leiter der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat in München (Mitte), stellte Stadtpfarrer Georg Lindl vor dem neuen Altar aus Kalkstein gestern die wichtigsten Veränderungen in der generalsanierten Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald vor. Effner
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Zusammen mit Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch (rechts) und Dr. Norbert Jocher, Leiter der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat in München (Mitte), stellte Stadtpfarrer Georg Lindl vor dem neuen Altar aus Kalkstein gestern die wichtigsten Veränderungen in der generalsanierten Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald vor. Effner
  • vonAxel Effner
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Seit Beginn der Generalsanierung im Herbst 2018 war das überregional bedeutsame Gotteshaus für die Öffentlichkeit verschlossen.

Traunstein – Mit einer feierlichen Weihe des neuen Altars feiert Kardinal Reinhard Marx am Sonntag, 13. Dezember 2020, um 10 Uhr zusammen mit der Kirchengemeinde die Wiedereröffnung der frisch sanierten Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein. Zusammen mit Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch und Dr. Norbert Jocher, Leiter der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat in München, stellte Stadtpfarrer Georg Lindl vorab die wichtigsten Veränderungen und Neuerungen vor. Nach der Sanierung der Gebäudehülle im ersten Bauabschnitt (1,6 Millionen Euro), schlug die Innensanierung mit 5,9 Millionen Buro zu Buche.

Primizkirche des emeritierten Papstes

Bereits eim Eintreten in St. Oswald ist der Besucher vom festlichen Glanz des Barockstils, der klaren Optik und den frischen, modernen Akzenten überrascht. Als Primizkirche des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der in Traunstein seine Jugend verbrachte und Ehrenbürger der Stadt ist, kommt der Kirche überregional besondere Bedeutung zu.

Eremitierter Papst Benedikt XVI. vermachte St. Oswald sein Brustkreuz

An die „Vergegenwärtigung des päpstlichen Wirkens“ erinnert eine moderne Lichtinstallation des Florentiner Künstlers Fabrizio Corneli im Raum der „Seehuberkrippe“ nahe des Nordportals: Das patinierte Bronzekreuz zeigt eine Nachbildung des Kreuzaufsatzes des päpstlichen Hirtenstabs mit einem leuchtenden Osterlamm auf der Vorderseite und Lichtprojektionen der vier Evangelisten, die aus den Seitenarmen auf die Wand strahlen. Eine weitere Lichtinstallation greift den Segensspruch der Primiz von Joseph Ratzinger auf, die dieser zusammen mit seinem Bruder Georg am 8. Juli 1951 in St. Oswald gefeiert hat: „Nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude.“ Ausgestellt sein wird in Kürze auch das Brustkreuz von Benedikt XVI., das dieser während seiner Amtszeit getragen und der Heimatpfarrei vermacht hat.

Der Ursprung der Traunsteiner Stadtpfarrkirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück

Die gelungenen Verschränkungen von alten und modernen Elementen ist eines der Leitthemen der Generalsanierung von St. Oswald. An die wichtigsten Stationen des Kirchenbaus und der Sanierung erinnerte Dr. Jocher. So liegen die Anfänge der ersten Stadtpfarrkirche als spätromanischer Bau bereits im 13. Jahrhundert. Nach dem ersten Großbrand von 1371 Glaubenskriegen 1675 der programmatische Neubau einer hochbarocken Wandpfeilerbasilika als mächtiger Einheitsraum. Er fußt auf einer ganz neuen, von den Jesuiten entwickelten Liturgie, die die heilige Schau als Höhepunkt des mystischen Geschehens in den Mittelpunkt rückt. Sichtbarster Ausdruck davon sind Hochaltäre mit raumhohen Retabeln mit dem Tabernakel.

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Generalsanierung vom Fußboden bis zum Hochaltar

Nach zwei Stadtbränden von 1704 und 1851, die auch die Stadtpfarrkirche stark in Mitleidenschaft gezogen haben, ist die gesamte Inneneinrichtung des Dekors, der Deckenbilder und der Ausstattung bis heute im neobarocken Stil des 19. Jahrhunderts gestaltet.

Im Wechsel mit Pfarrer Lindl wies Jocher auf die Herausforderungen bei der Generalsanierung hin. Der Fußboden wurde repariert, der Hochaltar statisch gesichert, die Altäre gereinigt und ausgebessert, stark verbräunte Firniss abgenommen und „die Raumschale im Sinne der Vorgängerversion neu gefasst“. Erstmals dürften jetzt auch die Deckenbilder des Traunsteiner Malers Max Fürst im Stil der Spätnazarener wieder vollständig zu erkennen sein.

Das Innenleben ist neu angeordnet

Wie zu erfahren war, wurde im Zuge der Sanierung von der Kirchenstiftung St. Oswald der Wunsch nach einer neuen liturgischen Ordnung geäußert. Dies betrifft speziell die Orte von Altar, Ambo, Priestersitz, Taufort als „Herz des kirchlich-liturgischen Lebens“. Pfarrer Georg Lindl erinnerte daran, dass die neue Hauptorgel im kommenden Jahr eingebaut und am 17. Oktober 2021 eingeweiht werden soll.

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