Zur Lage im Landkreis

Traunstein und Inzell: Corona-Fälle in Altersheim, Asylunterkünften und Fleischbetrieb

Allen Hygienemaßnahmen zum Trotz: Das Corona-Virus macht leider auch vor besonders sensiblen Einrichtungen im Landkreis Traunstein wie Pflegeheimen nicht Halt.
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Allen Hygienemaßnahmen zum Trotz: Das Corona-Virus macht leider auch vor besonders sensiblen Einrichtungen im Landkreis Traunstein wie Pflegeheimen nicht Halt.
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Das Corona-Virus breitet sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen weiter aus. Ein dynamisches Infektionsgeschehen zeigt sich im Inzeller Chiemgau-Stift, bei der Firma Bayernfleisch in Traunstein und in zwei Asylunterkünften. So ist der Stand der Dinge.

Traunstein / Inzell – Zahlreiche Neuinfektionen mit Covid-19 sind in den vergangenen Tagen im Landkreis Traunstein bekannt geworden. Nach Informationen des Landratsamts häufen sich die Fälle an einigen Hotspots, an denen jetzt Reihentestungen stattfinden.

In der Traunsteiner Firma Bayernfleisch hatten sich bereits zu Wochenbeginn über die Hälfte der Mitarbeiter infiziert. Zu 41 positiven Tests, die im Rahmen einer Reihentestung von 250 Personen entdeckt wurden, kommen noch weitere zehn Fälle. Auf Anfrage hält sich Florian Absmeier, Sprecher von Bayernfleisch, bedeckt: „Vor dem Hintergrund der anstehenden Feiertage und den damit verbundenen geschäftlichen Herausforderungen bitten wir um Verständnis, dass wir nicht alle Presseanfragen individuell betreuen können.“

Betrieb läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb sei nicht betroffen, war zu erfahren. „Das Unternehmen verfügt über keine Werkverträge, sondern setzt im Rahmen eines Gemeinschaftsbetriebes ausdrücklich auf einen gemeinsamen Verantwortungsbereich für die innerbetrieblichen Tätigkeiten“, so Absmeier.

Weitere Ergebnisse stehen aus

Neben der Fleischindustrie sind auch Pflegeheime vielfach von Infektionen mit Covid-19 betroffen – so auch in der Region. Am 7. Dezember wurden im Inzeller Chiemgau-Stift 15 Bewohner positiv auf Covid-19 getestet. „Das Geschehen ist einfach sehr dynamisch“, sagt Klaus Rieder, Sprecher der Diakonie, die Träger des Heims ist. Auf der Internetseite des Chiemgau-Stifts veröffentlicht er laufend die aktuelle Entwicklung. Bis Redaktionsschluss waren insgesamt 33 Bewohner sowie 16 Mitarbeiter positiv getestet. „Am Donnerstag hatten wir nochmals eine Reihentestung, die Ergebnisse erwarten wir bis Montag“, sagt Rieder im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Keine oder leichte Symptome

Nach wie vor haben die Bewohner und das Personal nur leichte bis gar keine Symptome. Bei einer infizierten Frau habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert. „Aktuell zeigt sie Symptome wie bei einer starken Erkältung mit teilweise erhöhter Temperatur“, so Rieder. Ein infizierter Bewohner sei auch im Krankenhaus, die Verlegung steht aber nicht im Zusammenhang mit Covid-19. „Die Bewohner unseres Demenzbereiches sind derzeit in einer sogenannten Kohortenquarantäne. Eine Zimmerquarantäne ist diesen Patienten schlicht wegen des Krankheitsbildes nicht zu vermitteln“, sagt Rieder. Ungewohnt sei für die Demenzkranken, dass das Personal nun in Schutzkleidung arbeite. „In deren Tagesablauf haben wir aber relativ wenig verändert“, berichtet der Sprecher.

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Nach wie vor sei völlig unklar, wie das Virus ins Chiemgau-Stift gekommen ist. Ein großes Kompliment hat Rieder für das verbliebene Personal: „Die Mitarbeiter meistern das bewundernswert.“

Wo viele Menschen auf engem Raum leben, breitet sich das Corona-Virus leicht aus. Auch in der Traunsteiner Asylunterkunft an der Seuffertstraße war erstmals am 20. November ein Bewohner positiv getestet worden. Eine Reihentestung hatte erst einmal Entwarnung gegeben, außerdem seien drei Bewohner bereits wieder genesen. Am Dienstag stellten sich vier Personen nach einer weiteren Reihentestung der 135 Bewohner als positiv heraus. Mitarbeiter sind laut Wolfgang Rupp, Sprecher der Regierung von Oberbayern, nicht betroffen.

Quarantäne bis 17. Dezember

In der Inzeller Asylunterkunft seien zehn Bewohner infiziert. Die Einrichtung steht laut Landratsamt Traunstein bis voraussichtlich 25. Dezember unter Quarantäne. In den Unterkünften in Grassau und Chieming sind keine Infektionen bekannt.

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