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Verantwortlich für 600 Hektar Wald

Traunstein hat einen neuen Stadtförster

Seit 1989 war Gerhard Fischer (links) Traunsteiner Stadtförster. Jetzt geht er in Ruhestand und Tobias Steiner tritt seine Nachfolge an.
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Seit 1989 war Gerhard Fischer (links) Traunsteiner Stadtförster. Jetzt geht er in Ruhestand und Tobias Steiner tritt seine Nachfolge an.
  • VonKlaus Oberkandler
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Stadtförster zu sein ist kein „Job“, sondern eine Lebensaufgabe: Tobias Steiner tritt die Nachfolge von Gerhard Fischer an. Vor Tobias Steiner hat es in mehr als 100 Jahren Stadtwald nur drei Wechsel auf diesem Posten gegeben.

Traunstein – Wechsel in der Betriebsleitung des Traunsteiner Stadtwaldes: Tobias Steiner (34) tritt die Nachfolge von Stadtförster Gerhard Fischer an und betreut künftig die rund 600 Hektar Wald, die im Besitz der Stadt Traunstein sind. Dazu gehören auch Flächen in den Gemeinden Waging und Seeon-Seebruck.

Fischer war seit 1989 dafür verantwortlich und geht jetzt in den verdienten Ruhestand. Er hinterlässt einen Wald, der in vielerlei Hinsicht etwas ganz besonderes ist. Fischer ist es nämlich gut gelungen, die drei wichtigsten Funktionen des Waldes unter einen Hut zu bringen: seine Schutzfunktion für Natur, Wasserhaushalt und Klima, seine Nutzfunktion mit dem Ziel, durch die Erträge aus dem Holzverkauf die Pflege und Weiterentwicklung des Waldes zu einem Großteil zu finanzieren und drittens die Erholungsfunktion sicherzustellen.

Haidforst und Bürgerwald beliebt

Gerade die stadtnahen Waldparzellen Haidforst und Bürgerwald sind beliebte Naherholungsziele für Menschen aus der Großen Kreisstadt.

Diese drei Funktionen will auch Tobias Steiner weiter verfolgen. Der Familienvater stammt aus Hannover und hat an der Universität in Göttingen Forstwissenschaft studiert. Am Traunsteiner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat er seine Referendarzeit absolviert.

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Steiner freut sich, dass er die Stelle, um die sich mehrere Förster beworben haben, bekommen hat. Es sei eine einmalige Konstellation in Oberbayern, als Stadtförster eine derart große Waldfläche betreuen zu können. Einige Wochen sei er bereits von seinem Amtsvorgänger Gerhard Fischer eingewiesen worden. „Es ist sehr schön, zu sehen, wie vielfältig der Stadtwald dasteht“, schwärmt der 34-Jährige. Die strukturreichen Bestände seien in erster Linie ein Verdienst seines Vorgängers.

Der hat es in seiner mehr als drei Jahrzehnte dauernden Dienstzeit geschafft, die Fichtenbestände von 70 auf 40 Prozent zu reduzieren. Gerhard Fischer hat stattdessen vor allem die Pflanzung von Laubbäumen und Tannen gefördert. Der Anteil der Laubbäume stieg auf 40 Prozent, der Tannen auf rund 15 Prozent. Weitere wie Lärchen, Kiefern, Douglasien und weitere Exoten machen etwa fünf Prozent aus.

Steiner ist beeindruckt von der Vielfalt der Baumarten, die in den letzten Jahrzehnten gepflanzt wurden. Ziel war und ist immer die Suche nach Bäumen, „die mit dem sich stark verändernden Klima bei uns gut zurechtkommen“.

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Dass Tanne und Laubbäume so gut aufkommen, liegt laut Fischer auch an der kompromisslosen Formel: Wald vor Wild. Fischer hat die Jagd im Stadtwald selbst ausgeübt.

Das will auch Tobias Steiner, auch wenn der hohe zusätzliche Zeitaufwand einen Spagat zwischen Arbeit, Hobby und seiner Familie erfordert. Mithilfe einiger „Mitgeher“ will auch er den Abschuss von gut 80 Stück Rehwild pro Jahr im Stadtwald erfüllen. Zunächst liege der Schwerpunkt der Arbeit jedoch darin, die betrieblichen Verwaltungsabläufe neu zu organisieren. Ab dem neuen Jahr sollen auch die Büroarbeiten neu geordnet werden. Außerdem geht ein forstlicher Mitarbeiter in den Ruhestand und die Stelle soll nicht mehr besetzt werden – Herausforderungen, die der neue Stadtförster erst einmal bewältigen muss.

Dazu kommen die immer größeren Unwägbarkeiten auf dem Holzmarkt, die es von Jahr zu Jahr schwerer machen, die Betriebsergebnisse zu planen.

Marktlage für Holz ändert sich ständig

Die Marktlage ändert sich in immer kürzeren Abständen. „Mit rund 6000 Festmeter Einschlag pro Jahr sind wir nur ein kleiner Spieler auf dem Markt“, sagt Steiner. Da sei der Spielraum, auf die Preise Einfluss zu nehmen, mehr als gering. Einzige feste Größe sind die Personalkosten. Die zu erwirtschaften ist in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden, weiß Gerhard Fischer.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer freut sich, dass die Stadt mit Tobias Steiner „einen jungen qualifizierten Nachfolger“ für Gerhard Fischer gefunden hat, dem er für sein jahrzehntelanges Wirken für den Stadtwald dankte. „Der Wald hat für Traunstein einen ganz hohen Stellenwert“, betont Hümmer. Das gelte für Klimaschutz und Erholungsfunktion.

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