Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bienen und Heu als Themen

Erfolgreiche Nachwuchstüftler aus Traunstein gewinnen bei „Jugend forscht“

Korbinian Haberstetter vom Chiemgau-Gymnasium maß in seinem Projekt „Das smarte Bienenvolk 2.0“ die Innentemperatur im Bienenstock.
+
Korbinian Haberstetter vom Chiemgau-Gymnasium maß in seinem Projekt „Das smarte Bienenvolk 2.0“ die Innentemperatur im Bienenstock.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
    schließen

Ganz genau wissen wollten es Nico Kießl und Korbinian Haberstetter: In ihren zwei Projekten bei „Jugend forscht“ untersuchten sie, wie es Bienen im Winter geht und ob sich Heu als Dämmstoff eignet. Mit Erfolg.

Traunstein/Rosenheim– Beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“, ausgerichtet von der Technischen Hochschule Rosenheim und dem Seeoner Kreis gewannen zwei Traunsteiner Schüler erste Preise. Beide beschäftigten sich in ihren Projekten mit dem Klimawandel.

Wie Gebäude sinnvoll und nachhaltig gedämmt werden können, das beschäftigte Nico Kießl aus der 13. Klasse der Staatlichen Fachoberschule Traunstein.

Im Fernsehen hatte er einen Bericht über die Strohdämmung gesehen. Das Thema ließ ihn nicht los und Nico fragte sich, ob nicht auch Heu infrage kommen könnte, das in der Region noch weiter verbreitet sei. „Die Motivation war, dass viele jetzige Dämmstoffe wie Styropor nicht verwertet werden können. Bei Heu ist das anders“, sagt der Schüler.

Nico Kießl von der Staatlichen Fachoberschule Traunstein gewann mit dem Projekt „Potenzialanalyse regenerativer Wärmedämmung aus Heu“ (Fachgebiet Physik).

Heu statt Styropor in der Wand

In seiner Seminararbeit konzentrierte Nico sich auf die Messtechnik zum Vergleich von Wärmedämmstoffen und bewarb sich damit bei „Jugend forscht“. „In der Tat liegt der Wert deutlich unter den gängigen Dämmstoffen“, sagt der 19-Jährige. Aber im Vergleich zu Beton oder Mauerwerk sei Heu deutlich besser. „Das Wichtigste ist eigentlich, wie viel Dämmstoff man benutzt. Heu bräuchte ungefähr 21 Zentimeter und dann wären die Standards erreicht“, sagt Nico. Er würde gerne zukünftig mit einem Forschungsinstitut noch genauer messen und herausfinden, welche Potenziale das Heu hat.

Lesen Sie auch: Isinger Schüler nehmen am 69. Europäischen Wettbewerb teil, es geht um Cybermobbing

Dran geblieben an seinem Projekt ist auch Korbinian Haberstetter aus der 9. Klasse des Chiemgau Gymnasiums. Denn schon vor einem Jahr hat der Schüler am Wettbewerb teilgenommen. In seiner Freizeit ist Korbinian begeisterter Imker. Er wollte wissen, wie es seinem Bienenvolk im Winter geht. „Die Bienen bilden in ihrem Zuhause eine Wintertraube, um sich gegenseitig zu wärmen“, erklärt der 14-Jährige. Wenn die Bienenkönigin nicht überlebt, weil die Temperatur nicht hoch genug ist, stirbt das ganze Bienenvolk.

Klimawandel macht Bienen zu schaffen

„Gerade Temperaturschwankungen durch den Klimawandel machen den Bienen zu schaffen“, sagt Korbinian, weil sich die Bienen nicht so schnell darauf einstellen können.

Mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren auf einer Platine ermittelt er die Daten, die täglich von einem Minicomputer per Email zugeschickt werden. „Von der Programmierung bis zum Design der Platine habe ich alles selbst gemacht“, sagt Korbinian sichtlich stolz.

Wie viele Stunden er in das Projekt gesteckt hat, kann er kaum beziffern:. „Oft war es echt nervenaufreibend, für einen Fehler hab ich mal 38 Stunden eine Lösung gesucht.“ Youtube-Videos und Google haben ihm aber in der Regel immer weiter geholfen, wenn auch zum Teil nach mehreren Anläufen.

Über 200 Stunden für das Projekt

Die Tüftelei gefällt ihm aber so gut, dass er später mal Mechatroniker oder Softwareentwickler werden möchte. Mindestens 200 Stunden hat auch Nico Fachliteratur gewälzt und Versuche gemacht.

Lesen Sie auch: Grassauer Mittelschule gewinnt Auszeichnung für Demokratiepädagogik

Während Korbinian noch etwas Zeit hat, wird Nico heuer sein Abitur machen. „Physik würde ich gerne studieren, weil das meist was Neues ist und ich gerne in der Forschung arbeiten würde“, sagt der Abiturient. Aber auch er hat bei „Jugend forscht“ Blut geleckt und will auf jeden Fall einen starken Praxisbezug. Darin habe ihn auch das Heu-Projekt noch einmal bestärkt.

Landeswettbewerb Ende März

Die Jury belohnte Nico Kießl mit dem ersten Platz im Bereich Physik und Korbinian Haberstetter mit dem ersten Platz im Fachbereich Arbeitswelt. Insgesamt haben 67 Schülerinnen und Schüler mit 44 Projekten am virtuellen Regionalwettbewerb in Rosenheim auf der Online-Plattform Veertly teilgenommen. Beide erhielten außerdem eine virtuellen Fahrkarte zum Landeswettbewerb an der Universität Regensburg zwischen 24. und 26. März.

Chiemgau Gymnasium räumt ab

Ein funktionierendes Modell für selbstfahrende Autos stellten Luka Maric, Marco Klemke und Sebastian Kaiser vor. Sie programmierten Mikrocomputer so, dass diese ein Fahrzeug in einem Straßensystem autonom steuern können, der Benutzer kann aber im „Notfall“ eingreifen. Die drei Schüler holten damit den zweiten Platz im Gebiet Arbeitswelt.

Die Verbindung Feuerwehr und „Jugend forscht“ setzten die beiden Brüder Kyle und Ryan Berg fort und entwickelten den „Feuerwehrschlauch-Kontrolleur“ weiter. Damit können Ermüdungserscheinungen in Feuerwehrschläuchen frühzeitig über Kamerabilder aus dem Schlauchinneren erkannt werden. Die sinnvolle Weiterentwicklung mit höherer Fehlererkennung belohnte die Jury mit einem dritten Platz (Arbeitswelt).

Einen zweiten Platz im Fachgebiet Technik belegten Daniel Gruber, Benedikt Stief und Lucas Wolfgruber. Sie bauten einen funktionierenden Windkanal, in dem die Strömungsdynamik von Modellautos, Tragflächen und anderen Anwendungen untersucht werden kann.

Über ein Sichtfenster lassen sich beeindruckende Fotos von Luftverwirbelungen machen. Mit einer umfassenden und professionellen App können Windgeschwindigkeit und weitere Parameter eingestellt werden sowie Versuchsdaten gespeichert oder weiterverarbeitet werden.

Wie lässt sich komfortabel sicherstellen, dass die erlaubte Kundenzahl in den geöffneten Geschäften momentan nicht überschritten wird? Dieses Problem beschäftigte Hans Gandler und Simon Börner-Sachs. Zur Lösung entwickelten sie einen Personenzähler, der mit einem Raspberry Pi und Ultraschallsensoren arbeitet. Entsprechend der Kunden im Geschäft schaltet dieser auf grün, gelb oder rot. Die beiden Sechstklässler erreichten mit der funktionierenden Anlage einen dritten Platz im Bereich Technik.

Abgerundet wurde das Abschneiden des Chiemgau-Gymnasiums noch durch einen Sonderpreis für Anton Bernotat im Fachgebiet Physik).

Mehr zum Thema

Kommentare