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Traunstein: Brücken-Architekt Richard Dietrich verstorben

Richard J. Dietrich

Traunstein – Unerwartet und völlig überraschend wurde der Traunsteiner Architekt Richard Johann Dietrich im Alter von 80 Jahren aus seiner Arbeit gerissen.

Am 29. Dezember wäre der weithin bekannte „Brückenpapst“ 81 Jahre alt geworden.

1938 in München geboren, lebte Richard Dietrich dort bis zum Tod seines Vaters 1950. Dann besuchte er das Internat Aloisius Kolleg der Jesuiten in Bad Godesberg, wo er das Abitur ablegte, um Architektur und Städtebau an der Technischen Universität in München zu studieren.

Schon während des Studiums entwickelte Richard Dietrich die sogenannte Metastadt – ein System, das dynamische und flexible architektonische Strukturen ermöglicht, sodass bestehende Städte nicht nur in der Fläche, sondern auch in den Raum hinein erweitert werden konnten.

Nach einem zweijährigen Bauingenieur-Aufbaustudium an der Universität von Südkalifornien, USA, gründete er ein Büro in München, um das Metastadt Bausystem zur Serienreife zu entwickeln. 1970 kauften er und seine Frau Eva das Anwesen Bergwiesen auf dem Hochberg bei Traunstein, das sie vier Jahre später als Hauptwohnsitz mit Architekturbüro etablierten.

Neben Projekten im Hoch- und Städtebau verlegte sich Richard Dietrich schwerpunktmäßig immer mehr auf den Brückenbau, wobei er Experte im ökologischen, biologischen und klimaangepassten Bauen war.

Allein im Landkreis Traunstein baute er im Jahr 2000 die Brücke über die Traun in Traunstein, 2004 die Brücke über den Alzkanal in Trostberg, 2008 über die Traun bei Schloss Pertenstein und das Brückenensemble über die Traun in Traunstein, 2013 die Geh- und Radwegbrücke in Marquartstein sowie 2017 Steg und Galerie am Klinikum Traunstein. Daneben entstanden Brücken über den Stadtkanal in Potsdam, über die Würm in Krailling und eine befahrbare Holzbrücke über die Isar in München, Thalkirchen. Richard Dietrichs Brückenkonstruktionen sind aber darüber hinaus in ganz Europa, den USA und Asien zu finden, was in dem spannenden Buch „Faszination Brücken“ wunderbar anschaulich dokumentiert ist.

Richard Dietrich war ein Brückenbauer, der sich auch im übertragenen Sinne menschlich so verstanden hat. Hoch geschätzt wurde er nicht nur im Deutschen Werkbund, sondern auch im Architekturmuseum München, wo er unter anderem für seine bahnbrechende Arbeit geehrt wurde.

Richard Dietrich war Mitbegründer und Vorstand des ersten „Internationalen Instituts für Baubiologie“, war seit 1975 Mitglied im Forschungskreis für Geobiologie und baute 1984 das erste Öko-Solar-Haus in München auf der Baumusterschau. Das ursprüngliche Metastadt-Bausystem sowie der Großteil seiner Brückenmodelle befinden sich im Architekturmuseum München.

Richard Dietrich hinterlässt seine Frau Eva, seine Tochter Konstanze mit Schwiegersohn Thomas und zwei Enkel.

Unter großer Beteiligung von Freunden und Kollegen fand er auf dem Friedhof in Haslach neben seiner älteren Tochter Bettina die letzte Ruhestätte. gi

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