„Traunbar“ im Grünen: Ein Besuch beim neuen In-Treff in Traunstein

Blick von der Fußgängerbrücke beim Traunsteiner Freibad auf das Gelände der neuen „Traunbar“ zwischen Traunweg und Mühlbach unterhalb des Wochinger Spitz.
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Blick von der Fußgängerbrücke beim Traunsteiner Freibad auf das Gelände der neuen „Traunbar“ zwischen Traunweg und Mühlbach unterhalb des Wochinger Spitz.
  • vonAxel Effner
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Am Ufer der Traun tut sich was. Kreative Köpfe haben in Traunstein die „Traunbar“ erfunden. Mit Liegestühlen, Drinks und Snacks schaffen sie ein bisschen Strandatmosphäre und Normalität mitten im Chiemgau.

Traunstein – Man muss nicht unbedingt in Berlin-Friedrichshain wohnen, um ein bisschen locker-entspanntes Lebensgefühl genießen zu können. Gerade in diesen angespannten Corona-Zeiten tut das mitunter gut. Auch in Traunstein hat sich in diesem Sommer einiges gewandelt.

Nach der stimmungsvollen „weißen Tafel“ mit internationalen Spezialitäten von vier Gastronomen im Stadtpark und der neuen „Beachbar“ mit Sand am Bahnhof hat die Große Kreisstadt aktuell einen neuen In-Treff an der Traun. Er verbindet seit kurzem großstädtisches Hipster-Flair mit entspannter Lagerfeuer-Romantik und Baratmosphäre unter freiem Himmel.

Wie das zusammenpasst? Eine wachsende Zahl von Besuchern zeigt, dass das Konzept der neuen „Traunbar“ offenbar genau in die Zeit passt. Der Standort am Traunweg unterhalb des Wochinger Spitz vis-à-vis von der großen Fußgängerbrücke zum Freibad könnte passender nicht gewählt sein.

Etwas „Cooles“ an einem Kraftort

Direkt am steingefassten Ufer des Mühlbachs mit Sitzfelsen und geschützt von Büschen erstreckt sich das kleine, sanft gewellte Areal mit Zugang zum Bach.

„Während des Corona-Lockdowns bin ich oft an diesem Kraftort vorbeigekommen, an dem alles stimmig ist, und wollte dort etwas Cooles machen, das auch andere begeistert“, erzählt Andreas Ramelsberger. Der 30-Jährige ist zusammen mit seinem Geschäftspartner Michael Schanz Inhaber der Traunsteiner Film- und Kreativagentur „Spreadfilms“. Während der Corona-Zeit ermöglichte es die Agentur rund 30 Kleinunternehmern, sich im Rahmen eines kostenlosen Kurzfilm-Projekts der Öffentlichkeit vorzustellen. „Wir halten in der Region zusammen“, lautete die Devise.

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Von Traunsteinern für Traunsteiner: Diese Idee habe ihn für die „Traunbar“ beflügelt, erläutert Ramelsberger. „Wir wollten einen lässigen Ort als Treffpunkt schaffen, den wir selbst jede Woche besuchen würden.“

In den Nachstunden entfaltet sich an der neuen „Traunbar“ beim Schein von Lagerfeuer, Fackeln und Lichterketten eine besondere Atmosphäre.

Bei der Stadt stieß das Vorhaben auf offene Ohren. Parallel zur Klärung der behördlichen Erlaubnis schraubte der kreative Kopf mit Freundin Janina Hallweger und seinem Vater Josef ergänzend einen mobilen Bar-Truck zusammen. Schließlich sollten die Gäste der Open-Air-Bar nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben.

Für die passende Atmosphäre sorgen Liegestühle, Sitzpaletten mit Polstern, Sonnenschirme und am Abend Fackeln, Lichterketten, Lagerfeuer und Spontanauftritte von Musikern. Allerdings alles ohne Verstärker, so dass die Bewohner im Umfeld möglichst nicht gestört werden. Die haben sogar bereits Sitzmöbel gespendet und kommen selbst, wie man hört.

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Geöffnet ist noch, solange das Wetter mitspielt. Angeboten werden in der Traunbar alkoholische und nichtalkoholische Getränke sowie kleine Snacks, Kaffee, Tee und Eis. Wer einen kleinen Happen essen will, den versorgt aktuell Marya mit ihrem mobilen Lieferservice mit Wraps und kleinen Gerichten.

Hinter dem Tresen der „Traunbar“ trifft man auch einen alten Bekannten: Arnaud Yoné, ein langjähriger Freund der Kreativen von Spreadfilms. Der Kameruner bereicherte über ein Jahrzehnt lang mit Kulturveranstaltungen, Konzerten, deutsch-afrikanischen Hilfsprogrammen und dem besonders bei jungen Leuten gefragten Musikcafé „Wamso“ das Leben in Traunstein.

Ein Stückchen Normalität

Bisher wurde die „Traunbar“ nur über Soziale Medien beworben. Trotzdem tummelt sich nach dem Start Anfang September bereits ein buntes Völkchen in wachsender Zahl am Mühlbach oberhalb der Traun. Die magisch anmutende Lichtstimmung, sanfte Gitarrenklänge, halblautes Gemurmel von Familien mit Kindern, Paaren und Freundesgruppen schaffen für die Besucher trotz Achtsamkeit auf Hygieneregeln etwas Besonderes: Normalität und wohlige Entspanntheit in diesem Corona-Jahr. Im kommenden Jahr soll der Betrieb weitergehen: „Wir haben dazu noch einige Überraschungen im Kopf“, sagt Ramelsberger.

Mehr Infos unter www.traunbar.de.

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