Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Traun-Pegel stieg auf 2,36 Meter

An der Tiroler Ache musste diese Fußgängerbrücke zeitweise gesperrt werden.  Fotos karpf/flug/wittenzellner/ammelburger
+
An der Tiroler Ache musste diese Fußgängerbrücke zeitweise gesperrt werden. Fotos karpf/flug/wittenzellner/ammelburger

Rasch steigende Pegel haben am Samstag die Feuerwehren im Landkreis Traunstein in Atem gehalten. Die Stadt hatte bereits am Freitagabend ein Meldezentrum eingerichtet und die Wege entlang der Traun vorsorglich gesperrt. Im Landkreis waren zahlreiche Straßen zeitweise überflutet und unpassierbar. Voll gelaufene Keller gab es vor allem in Ruhpolding.

Stadt und Landkreis Traunstein - In der Stadt fielen in der Nacht auf Samstag stellenweise bis zu 140 Liter Regen pro Quadratmeter. Da es wegen der milden Temperaturen bis in Lagen von 1000 Metern regnete, ließ Schmelzwasser die Flüsse und Seen zusätzlich anschwellen. Weil Felder und Wiesen ohnehin schon durchnässt waren, bildeten sich vielerorts richtige Seen.

Zeitweise gesperrt waren am Samstag unter anderem die Bundesstraße 307 bei Raiten im Gemeindebereich Schleching und die B 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Hier konnte das Wasser wegen der Schneemassen am Fahrbahnrand nicht abfließen und grub sich einen knapp 50 Zentimeter tiefen Graben unmittelbar neben der Straße.

Der Pegel der Traun stieg in den frühen Morgenstunden um 20 Zentimeter pro Stunde und erreichte seinen Höchststand um 6.15 Uhr am Samstagmorgen mit 2,36 Metern an der Messstelle Hochberg. Weil der Regen dann nachließ, sank er anschließend wieder, sodass größere Überflutungen ausblieben.

Die Stadt Traunstein hatte wegen der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes ein Hochwassermeldezentrum eingerichtet. Bereits am Freitagabend ab 22 Uhr wurden von den Mitarbeitern des Bauhofs die Wege entlang der Traun gesperrt. Dammwachen kontrollierten laufend die Entwicklung. Lediglich im Bereich Lohfeld war die Traun stellenweise über die Ufer getreten. Meldungen über Hochwasserschäden gingen bei der Stadt nicht ein.

"Es sieht im Moment so aus, als hätten wir das Schlimmste überstanden. Trotz eines Höchststandes von 2,36 Metern hat es keine größeren Überschwemmungen gegeben. Die bereits fertiggestellten Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Traun haben sich also bewährt", atmete Oberbürgermeister Manfred Kösterke am Samstagvormittag auf.

Auch die Feuerwehren im Landkreis waren wegen der Unwetterwarnung in Alarmbereitschaft. Für sie verlief das Wochenende aber vergleichsweise ruhig. Rund 20 Einsätze waren bis Sonntagmittag abzuarbeiten, berichtete gestern Pressesprecher Peter Volk.

Schwerpunkte waren die Gemeinden Ruhpolding und Siegsdorf. Dort hatten die Floriansjünger rund ein Dutzend Unwetteralarme, bei denen es vor allem um das Auspumpen voll gelaufener Keller, Straßensperrungen sowie Sicherungsmaßnahmen an der Traun und an Bächen ging.

Die Ruhpoldinger Floriansjünger wurden am frühen Samstagmorgen gegen 3.45 Uhr erstmals alarmiert, weil der Steinbach im Ortsteil Bibelöd überzulaufen drohte und Anwohner befürchteten, dass ihre Häuser betroffen sind. Die Feuerwehr konnte jedoch kurz nach Eintreffen Entwarnung geben.

Mehr zu tun gab es drei Stunden später bei einem Einsatz in Seehaus. Im Keller des Gasthauses stand das Wasser rund einen Meter hoch. Die Feuerwehr pumpte ihn aus.

Keller in Brand lief bis zur Decke voll

Deutlich schlimmer traf es ein Wohnhaus im Ruhpoldinger Ortsteil Brand, wo Oberflächenwasser in den Keller gelaufen war und diesen bis zur Oberkante flutete. Auch hier halfen die örtlichen Floriansjünger mit ihren Pumpen, was allerdings rund drei Stunden dauerte. Ein weiterer überschwemmter Keller war in Zell trockenzulegen. Insgesamt waren mehr als 40 Einsatzkräfte der Ruhpoldinger Wehr im Einsatz.

Auch die Feuerwehr Siegsdorf hatte es mit überfluteten Kellern zu tun, zudem wurden überschwemmte Straßen durch das Reinigen verstopfter Gullys wieder befahrbar gemacht. An der Traun wurden Hochwasserbarrieren aktiviert.

Einzelne Hochwassereinsätze hatten die Feuerwehren Vachendorf und Vogling. Die Feuerwehr Matzing errichtete eine Sandsackbarriere, um eine Überflutung der Reithalle in Pertenstein zu verhindern.

Im Achental, das es zuletzt 2005 bei einem Hochwasser besonders schlimm getroffen hatte, mussten die Floriansjünger in Unterwössen und Grassau zu kleineren Einsätzen ausrücken. Der Pegel der Tiroler Ache war an der Messstelle in Staudach von Freitagvormittag bis Samstagmittag von 1,80 auf etwa 4,50 Meter angeschwollen und hatte die Meldestufe 2 erreicht.

Wie Unterwössens Feuerwehrvorstand Christian Gropper berichtete, trafen die Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus Vorbereitungen, tiefer gelegene Ortsteile frei zu pumpen. Tatsächlich bildeten sich vereinzelt im Ort Wasserflächen, wie am Unterwössner Flugplatz rund um die Winde für die Segelflugzeuge.

Der Pegelhöchststand am Samstag um 11 Uhr blieb aber unter dem Streichwehr, das am Unterwössner Hochwasserausleitungsbauwerk die Wassermassen des Wössner Baches um den Ort zum Flugplatz führt.

Am Samstagnachmittag musste die Unterwössner Feuerwehr noch die kleine Fußgängerbrücke im Waldstück gegenüber des Möbelhauses Kurfer von Treibgut befreien, das dort hängen geblieben war.

Der Chiemsee dürfte erst in den nächsten Tagen seinen Höchststand erreichen und wird vielleicht einige Uferbereiche und Wege unter Wasser setzen. Der Pegel am Abfluss der Alz in Seebruck stieg seit Freitagmittag von 76 Zentimeter auf etwa 1,30 Meter an. db/lfl(pv

Kommentare