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Der Traum von der langjährigen romantischen Liebe

Dr. Jutta Kossat: "Liebesbeziehungen sind keine Handelsbeziehungen."  Foto Berger
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Dr. Jutta Kossat: "Liebesbeziehungen sind keine Handelsbeziehungen." Foto Berger

Über 70 Vorträge bot die Priener Gesundheitswoche Anfang Mai. Die Chiemgau-Zeitung fast in Zusammenarbeit mit dem Unternehmerverband PrienPartner, dem Veranstalter, in diesem Sommer eine Reihe der interessantesten Vorträge zusammen - damit unsere Leser gesund und zufrieden durch den Sommer kommen.

Prien - Im Vortrag von Dr. Jutta Kossat "Kommunikation in der Partnerschaft" ging es darum, wie Paare auch in langjährigen Beziehungen glücklich und zufrieden sein können. Die Ärztin, Sexual- und Paartherapeutin - selbst 35 Jahre verheiratet - führt in Prien eine kleine Praxis.

Konflikte in Beziehungen seien normal, referierte sie. Daran erkenne man, dass dem anderen noch etwas an einem liege. Es ginge vielmehr um die Frage, wie man sich streite, denn die Sprache von Männern und Frauen sei unterschiedlich. "Das weibliche Geschlecht kommuniziert gern ausholend, emotional und fühlt sich schnell einsam", erläuterte Dr. Kossat. Männer hingegen bevorzugten die kurze, sachliche Rede und suchten sofort nach einer Lösung. Was die Frau aber gar nicht wolle - ihr gehe es vor allem darum, über den anstehenden Konflikt zu sprechen.

Nicht nur die verbale Kommunikation sei zwischen Mann und Frau unterschiedlich, auch die Körpersprache sei verschieden. Über den körperlichen Kontakt erfahre man aber die intimste Form von Nähe; mit ihm könnten alle psychosozialen Bedürfnisse erfüllt werden. "So kann ich spüren, angenommen zu sein, so wie ich bin", erklärte Dr. Jutta Kossat.

Dieser sehr heilsame Effekt stelle sich aber nur ein, wenn mit der körperlichen Liebe ehrliche Emotionen einhergingen. Voraussetzung für die Stimulation der Frau sei eine emotionale Harmonie. Für Männer sei die körperliche Liebe oft der einzige Kanal, Nähe herstellen zu können und Zugang zu ihren Gefühlen zu bekommen. "Das Problem vieler Frauen ist es, diese männliche Lust als Nähe zu dechiffrieren; stattdessen empfinden sie sich fälschlicherweise als Erfüllungsgehilfin", sagte Dr. Kossat. Zudem wüssten nur 50 Prozent der Paare um die sexuellen Wünsche des anderen.

Als Paartherapeutin empfehle sie, sich zu regelmäßigen Gesprächen einzufinden, bei denen man genau hinhören solle: Was will mir der Partner sagen? Auch nach Jahren könne man ihn noch neu kennenlernen und mit kleinen Komplimenten die Atmosphäre verbessern. Wichtig sei es, authentisch zu bleiben und den Blick auf die positiven Seiten des Partners zu legen. Versuche, ihn zu ändern, seien zum Scheitern verurteilt, es handele sich dabei ja um seine Identität. Man müsse akzeptieren, dass er ohne seine Ecken und Kanten nicht zu haben sei.

Auch stehe der Partner nicht in der Verantwortung, alle Bedürfnisse des anderen erfüllen zu müssen. Liebesbeziehungen seien keine Handelsbeziehungen; Erwartungen erzeugten nur Widerstand und Druck. "Es gibt kein Anrecht auf Liebe - Liebe kann man nur geschenkt bekommen. Aber wünschen dürfen wir sie uns", resümierte Dr. Kossat.

Sie glaube an die romantische Liebe bis ins hohe Alter mit einem Partner. Ihre Favoriten dafür seien neben dem bereits genannten, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und sie nicht dem Partner zuzuschieben. "Und die Verletzlichkeit, die sich bei emotionaler Nähe einstellt, in Kauf nehmen - denn das ist eine glückliche Beziehung wert, gab Kossat ihren Zuhörern mit auf den Weg.

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