Trauer um Feuerwehrmann Maxi Beer (†27) aus Bernau: Hoffnung nach Knochenmarkspende war groß

Maxi Beer.
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Maxi Beer.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Noch vor Kurzem hat Maxi Beer eine Knochenmarkspende erhalten, jetzt war die Leukämie doch stärker als der 27-Jährige, für den seine Feuerwehrkollegen eine große Typisierungsaktion gestartet hatten. Am Samstag, 19. September, erlag er seiner Krankheit im Beisein seiner Familie.

Bernau – „Gestern erreichte uns die Nachricht, dass unser Kamerad Maxi den Kampf gegen die Leukämie verloren hat. Wir trauern und sind in Gedanken bei der Familie, Angehörigen und Freunden. Danke Maxi für deinen Einsatz, wir vermissen dich“, postet das Team der Freiwilligen Feuerwehr Bernau am Sonntag auf seiner Facebookseite.

Ein Kamerad, seit er 14 Jahre alt war

Über 50 Beileidsbekundungen und Posts sind innerhalb eines Tages auf der Seite eingegangen. Schockiert zeigte sich auch Bernaus Bürgermeisterin Irnee Biebl-Daiber über den Tod von Maxi: „Das tut mir sehr, sehr leid für die Familie“, sagt sie zur Chiemgau-Zeitung, und dass sie seinen Angehörigen viel Kraft wünscht. Mit Maxis Mutter Anita Beer sei sie seit der Aktion im November 2019, als die FFW Bernau zur Knochenmarkspende für Maxi aufgerufen hatte, immer wieder mal in Kontakt gewesen. „Dass es in jüngster Zeit wieder so schlecht um ihn stand, das habe ich aber nicht gewusst“, zeigt sich Biebl-Daiber bedrückt. Mitbekommen, dass die Krankheit trotz Spende dem jungen Feuerwehrmann erneut zu schaffen machte, hat wohl auch nur ein kleiner Kreis, vermutet sein Kommandant Marcus Prassberger: „Er hat sich nichts anmerken lassen, war immer gut drauf.“

Er kennt Maxi, seit dieser mit 14 Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr wurde. Prassberger erinnert sich, dass es Maxi seit der Spende zunächst laufend besser ging: „Er war guter Dinge und hat stets den Kontakt zu seinen Kameraden gehalten, hat auch gern im Feuerwehrhaus vorbeigeschaut.“

Letztes Treffen mit Freunden

Vergangenen Sonntag sei er noch mit Spezln am See bei einer gemeinsamen Brotzeit gesessen. Dass er nur eine Woche später schon nicht mehr unter ihnen weilen würde, dafür habe es keine Anzeichen gegeben. „Maxi hatte fest vor, seine Arbeit wieder aufzunehmen und in den aktiven Feuerwehrdienst zurückzukommen.“

Beer war Baggerfahrer von Beruf, arbeitete bis 2017 beim Kieswerk und Tiefbauer Heindl GmbH in Rimsting. Dort erinnert man sich gern an ihn. Geschäftsführer Georg Heindl erzählt der Chiemgau Zeitung, dass Maxi sich 2017 mit einem Handwerksbetrieb selbstständig machte, „aber zum 10. August dieses Jahres wollten wir ihn eigentlich wieder als Baggerfahrer einstellen.“

Er wollte wieder am Steuer sitzen

Verständlicherweise habe der junge Mann nach vermeintlich überstandener Krankheit ein sicheres Beschäftigungsverhältnis gesucht: „Wir hätten ihn auch gern wieder herzlich bei uns aufgenommen, aber wenige Tage vor Dienstantritt ist sein Bluttest schlecht ausgefallen und es wurde nichts aus dem Neuanfang.“ Auch Heindl ist bestürzt von Maxis Tod.

Spricht er über ihn als Mitarbeiter, kommt er ins Schwärmen: „Er war ein Eins-A-Baggerfahrer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in seinem Beruf. Man wusste, den Maxi kann man überall hinschicken, ihm schwierige Aufträge übergeben, der schafft das. Er war ein Mann, der immer eine Lösung wusste. Als wäre er zum Baggerfahren geboren.“

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