Ein Mix aus Tradition und Moderne

Die Kooperation der Brauereien im Landkreis Traunstein und Berchtesgadener Land stellte sich beim Tourismustag in Ruhpolding vor. Das Bier kosteten auch Landrat Siegi Walch, sein Stellvertreter Sepp Konhäuser, Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler und der Geschäftsführer der Chiemgau Tourismus Stephan Semmelmayr (von links). Giesen
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Die Kooperation der Brauereien im Landkreis Traunstein und Berchtesgadener Land stellte sich beim Tourismustag in Ruhpolding vor. Das Bier kosteten auch Landrat Siegi Walch, sein Stellvertreter Sepp Konhäuser, Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler und der Geschäftsführer der Chiemgau Tourismus Stephan Semmelmayr (von links). Giesen

Ruhpolding. – Zum siebten Tourismustag des Verbandes Chiemgau Tourismus kamen fast alle Bürgermeister des Landkreises Traunstein und die Verantwortlichen des Tourismus ins Kurhaus Ruhpolding, dazu viele Interessierte. Landrat Siegfried Walch freute sich als Vorsitzender, dass der Tag an einem Ort begangen werde, in dem gleichsam „der Tourismus begonnen hat“.

Der Tourismus habe sich allerdings geändert und es gelte herauszufinden, was der Gast heute und morgen wolle, damit die Bedingungen entsprechend gestaltet werden können.

„Wir sind eine besondere Region“, so Walch, insbesondere wegen ihrer intakten Natur. Qualität im Tourismus bedeute nicht „goldene Wasserhähne“, sondern diese Natur, Brauchtum und Gastfreundschaft zu vermitteln und erlebbar zu machen. Die Zusammenarbeit der 35 Gemeinden im Verband bezeichnete der Landrat als exzellent.

Bürgermeister Claus Pichler sagte, dass gerade Ruhpolding wegen seiner langen Tradition als Fremdenverkehrsort vom Tourismus geprägt ist. Aber auch hier sei ein deutlicher Schwund an Gästebetten zu verzeichnen. Private Gastgeber müssten eine Säule des Fremdenverkehrs bleiben, so dass er den Zusammenschluss Privater Vermieter sehr begrüßte. Allerdings müssten auch dringend qualifizierte Hotels das Angebot für den Gast ergänzen.

Aus dem ausliegenden Geschäftsbericht zum Tourismusjahr 2013/2014, das heißt von 1. November 2013 bis 31. Oktober 2014, ging hervor, dass die Gesamtzahl der Gäste im Landkreis Traunstein leicht um 0,21 Prozent auf knapp 780 000 Gäste rückläufig war. Die Zahl der Übernachtungen verringerte sich um fast fünf Prozent (4,98) auf 4,1 Millionen. Dabei geht überall auch die Aufenthaltsdauer zurück.

Dass für das Tourismusjahr 2015 positivere Zahlen vorliegen werden, stellte der Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus, Stephan Semmelmayr, in seinem Bericht fest. Die Anzahl der Gästeankünfte sei gestiegen, die Zahl der Übernachtungen blieb in etwa auf dem gleichen Stand. Genauere Zahlen für 2015 konnten jedoch noch nicht genannt werden. Die Bettenanzahl vor allem der privaten Gastgeber gehe weiter zurück, wodurch sich die Auslastung der Betten leicht verbessert habe.

Als Geschäftsführer sei er zwar noch nicht zufrieden, denn Zufriedenheit bedeute Stillstand und Zurückfallen, aber einiges habe im vergangenen Jahr gut begonnen, was aber ausgebaut werden müsse, so Semmelmayr. Die Grundvoraussetzungen für den Tourismus im Chiemgau seien eine Zukunftsstärke, denn mit rund 500 Millionen Euro Jahresumsatz schaffe der Tourismus eine relevante Wertschöpfung. Das Angebot sei eigenständig, vielfältig, nah, gut erreichbar und ausbaufähig, so Semmelmayr. Bayern gelte als das Land von „Laptop und Lederhose“ – auf den Tourismus übertragen zeigte sich der Geschäftsführer überzeugt, „dass wir in einem Mix aus Tradition und Moderne eine spannende und attraktive, weiterentwickelte Marke erhalten werden“.

Der Chiemgau Tourismus setzt neben mehrerer neuer Arbeitskreise auf Kooperationen, zum Beispiel der Bergbahnen, die vom Predigtstuhl bis zum Wendelstein zusammenarbeiten. Im Rahmen des Tourismustages stellte sich auch die neue Kooperation der Brauereien im Landkreis Traunstein und Berchtesgadener Land mit den Tourismusverbänden vor. Sie hat das Ziel, dem Gast die bayerische Brau- und Bierkultur zu vermitteln. In der Pause machten viele Teilnehmer von der angebotenen Bierverkostung Gebrauch.

Einstimmig beschloss die Versammlung den geplanten Haushalt für 2016, wobei die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, dem Landkreiszuschuss von einer Million Euro und den Marketingbeteiligungen bei rund 1,6 Millionen Euro liegen. Die Mitgliedsbeiträge der Gemeinden errechnen sich wie bisher auf der Basis einer Umlage von 12,5 Cent pro Übernachtung. Die geplanten Ausgaben für 2016 belaufen sich mit 580 000 Euro Personalkosten und rund 145 000 Euro Verwaltungs- und Sachkosten auf rund 750 000 Euro. Für Marketing werden 1,3 Millionen Euro angesetzt. Die zum Ausgleich noch fehlenden rund 130 000 Euro werden aus den Rücklagen der Vorjahre beglichen.

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