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Diego Maradona ist tot - Verband bestätigt: Fußball-Ikone mit 60 Jahren verstorben

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Torfbahnhof vor Abriss gerettet

Den Max-Fürst-Preis verlieh der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein in diesem Jahr an Claus-Dieter Hotz (Zweiter von links). Auf unserem Bild von der Übergabe sind zu sehen (von links): Vereinsvorsitzender Hans Helmberger, Claus-Dieter Hotz, Franz Demmelmair, Geschäftsführer der Adelholzener Alpenquellen GmbH, die die Vergabe des Preises auch heuer wieder sponsorte, und Landrat Siegfried Walch. Foto Buthke
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Den Max-Fürst-Preis verlieh der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein in diesem Jahr an Claus-Dieter Hotz (Zweiter von links). Auf unserem Bild von der Übergabe sind zu sehen (von links): Vereinsvorsitzender Hans Helmberger, Claus-Dieter Hotz, Franz Demmelmair, Geschäftsführer der Adelholzener Alpenquellen GmbH, die die Vergabe des Preises auch heuer wieder sponsorte, und Landrat Siegfried Walch. Foto Buthke

Claus-Dieter Hotz aus Grassau erwarb sich in den vergangenen Jahrzehnten große Verdienste. Insbesondere rettete er 1988 den Torfbahnhof in Rottau vor dem Abriss.

Der Staat stellte das Gebäude damals unter Denkmalschutz. 1999 eröffneten Hotz und seine Helfer dann in dieser früheren Verladestation an der Eisenbahnlinie München-Salzburg das "Bayerische Moor- und Torfmuseum". In Anerkennung dieser und weiterer herausragender Leistungen im Dienste der Heimatforschung hat der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein den 76-Jährigen in einer Feierstunde am Dienstag im Rathaus in Traunstein mit dem Max-Fürst-Preis ausgezeichnet.

Traunstein - Max Fürst (1846-1917) war ein bedeutender Heimatforscher und Künstler aus Traunstein. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens belebt der Historische Verein heuer die Erinnerung. Nach wie vor geöffnet ist eine Ausstellung im Heimatmuseum. Seit 2002 vergibt der Historische Verein Jahr für Jahr den Max-Fürst-Preis. Mit ihm würdigt er Persönlichkeiten, die sich um die Erforschung der Heimatgeschichte besondere Verdienste erworben haben. Heuer erhielt erstmals eine Persönlichkeit aus dem Achental die Auszeichnung: Claus-Dieter Hotz.

Vorsitzender Hans Helmberger betonte, dass der heute 76-Jährige seine Ziele durch all die Jahre auch gegen manche Widerstände nicht aus den Augen verloren habe - und sie schließlich auch erreicht habe. Hotz wie auch die anderen Max-Fürst-Preisträger zeigen laut Helmberger, dass es sich lohne, "für die Vergangenheit in der Gegenwart Platz zu schaffen".

Traunsteins Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner betonte unter anderem, dass der Torfbahnhof einen "einmaligen Blick in die industrielle Geschichte" des Chiemgaus gebe. Dass Hotz ihn gerettet habe, sei ein großer Verdienst. Schließlich sei die Region mit solchen Industriedenkmälern "dünn gesät". Der Erhalt des Torfbahnhofes sei ein "wichtiger Beitrag zur Dokumentation der Heimatgeschichte.

Landrat Siegfried Walch sagte, dass der Historische Verein mit Claus-Dieter Hotz auch in diesem Jahr wieder ein "hoch anerkannte Persönlichkeit" auszeichne, der auch eine "große Leistung" vollbracht habe. Hotz habe ein Industriedenkmal erhalten. Im weiteren Verlauf der Feierstunde überreichte Walch den Max-Fürst-Jugendpreis (ein eigener Bericht folgt).

Die Laudatio hielt Hans Roth, der ehemalige Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpfleger und Max-Fürst-Preisträger des Jahres 2011. Claus-Dieter Hotz sei 1963 als geschäftsleitender Beamter nach Grassau gekommen, der Chiemgau sei ihm dann "zur Lebensaufgabe und zum Lebensinhalt" geworden. Hotze habe sich Jahre und Jahrzehnte dafür eingesetzt, das "natürliche und das geschichtliche Erbe" zu bewahren. Hotz habe sich auf seinem Weg "nie beirren" lassen. Dank seiner "nie erlahmenden Zähigkeit" wie auch seiner anhaltenden Überzeugungskraft seien seine Bemühungen schließlich von Erfolg gekrönt gewesen.

Hotz habe sich zunächst der Erhaltung des "Klaushäusls" - einer Pumpstation an der früheren, 107 Kilometer langen Soleleitung von Berchtesgaden nach Rosenheim - gewidmet. Sein Einsatz habe sich am Ende gelohnt: Die Marktgemeinde Grassau habe die Anlage übernommen, sie instandgesetzt und schließlich im Klaushäusl das "Museum Salz und Moor" eröffnet.

Anschließend habe sich Hotz, so Roth weiter, dann einem weiteren Projekt zugewandt: der Erhaltung der Kendlmühlfilze - auf dem Moor lief seinerzeit nach wie vor ein großflächiger Torfabbau - wie auch der dortigen Gebäude. Sein Augenmerk sei auf den Torfbahnhof (in Betrieb von 1920 bis 1971) gefallen. 1988 sei dessen Abriss schon bevorgestanden, als auf Initiative von Hotz die Rettung gekommen sei. Der Staat habe den Torfbahnhof und seine Nebengebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Roth machte kein Hehl daraus, dass damals keineswegs alle hinter Hotz und seinen Bemühungen gestanden seien - dass er im Gegenteil einen "schweren Stand" gehabt und sich vielen Vorwürfen ausgesetzt gesehen habe. Ihm sei unterstellt worden, dass er eigenmächtig handle, dass er als geschäftsleitender Beamter in Grassau die Beschlüsse des Marktgemeinderates unterlaufe. Hotz sei sogar vom Gremium "offiziell getadelt" worden. Er sei aber auf seinem Weg weitergegangen und habe seine Ziele erreicht.

1988 sei der Torfabbau auf der Kendlmühlfilze eingestellt und die gesamte Anlage unter Schutz gestellt worden. 1992 sei dann das Hochmoor zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Damit habe sich letztlich eine "aufschlussreiche Kombination von Natur- und Denkmalschutz" ergeben.

Das "Museum Salz und Moor" im Klaushäusl sowie das "Bayerische Moor- und Torfmuseum" im Industriedenkmal Torfbahnhof seien heute, so Roth, "aus der Museumslandschaft der Region nicht mehr wegzudenken". Wer die beiden Einrichtungen besuche, erhalte einen Einblick nicht nur in die damalige Arbeitswelt der Menschen, sondern auch in die Technik der früheren Zeit.

Hotz erinnerte an einige Meilensteine auf dem Weg zum Erhalt des Klaushäusls und des Torfbahnhofes. Für eine musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte das Hornensemble der Musikschule Grassau.

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