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Schauspieler erzählen Geschichte von zwei Jugendlichen

Tödlicher Übermut

Die jungen Schauspieler Niels Klaunick (rechts) und Dominik Burki schlüpften in die Rollen zweier übermütiger Jugendlichen. Sie vertreiben sich mit Mutproben die Zeit. Sie kicken Steine von einer Brücke auf die Autobahn. Ein Brocken fällt auf ein Auto - ein Mann stribt.  Foto  Tamara Eder
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Die jungen Schauspieler Niels Klaunick (rechts) und Dominik Burki schlüpften in die Rollen zweier übermütiger Jugendlichen. Sie vertreiben sich mit Mutproben die Zeit. Sie kicken Steine von einer Brücke auf die Autobahn. Ein Brocken fällt auf ein Auto - ein Mann stribt. Foto Tamara Eder

Grassau - Einen brisanten Sachverhalt präsentierte der Theaterhof Priessenthal im Heftersaal: Niels Klaunick und Dominik Burki spielten im Stück "Stones - Achtung Steine" zwei Jugendliche, die sich gegenseitig durch Mutproben herausfordern und aufstacheln, bis eine dieser unbedachten Mutproben plötzlich tödlich endet. Fasziniert, teils erschüttert und nachdenklich zeigten sich die vielen Jugendlichen im Theatersaal, konnte doch jeder im Saal mit den beiden Jugendlichen mitfühlen.

Der 14-jährige Flo (Niels Klaunick) und der 15-jährige Diesel (Dominik Burki) sind im Grunde zwei ganz normale Jugendliche, die ständig auf der Suche nach dem besonderen Kick sind und hier und da über das normale Ziel hinausschießen. Da wird in eine Autohalle eingebrochen und versucht, eine Standarte zu klauen, dann wieder wird ein Busch in Brand gesetzt und auch eine Katze gequält. Ihre Kraftproben richten sich auch jeweils gegen den anderen.

Die Spiele eskalieren, als beide auf einer Brücke stehen und Steine auf die Autobahn kicken. Der letzte Brocken fällt frontal auf die Windschutzscheibe - ein Mann stirbt noch an der Unfallstelle. War es bis zu dieser Stelle im Saal eher lustig, so wandelte sich jetzt die Stimmung unter den jugendlichen Gästen. Totenstille, betretenes Staunen, offene Münder, großes Schaudern. Selbst den Erwachsenen lief es plötzlich eiskalt den Rücken herunter.

Schonungslos wurde der Unfallhergang von den Kommissaren rekonstruiert und das Ausmaß geschildert. Während Diesel dieses Ereignis scheinbar kalt lässt, kann Flo von Schuldgefühlen und Alpträumen geplagt nicht mehr stillhalten und beichtet seiner Mutter, die ihn sofort zur Polizei fährt. Und dort gesteht der Jugendliche seine Tat.

Die beiden Schauspieler schlüpfen nun abwechselnd in die Rollen der jugendlichen Straftäter wie auch in die der ermittelnden Kommissare. Eigentlich möchte man selbst gleich den Schuldspruch geben, doch dann sieht man, wie sich Flo quält, wie er die junge Witwe im imaginären Gerichtssaal zu tiefst bedauert. Man hört, wie es dem jungen Diesel im Jugendgefängnis und später im Internat geht, wie er versucht, weiterhin "cool" zu bleiben, wie sein Leben total aus den Fugen gerät. Man erfährt auch einiges aus dem Umfeld der Jugendlichen. Schließlich stellen sich Fragen: In welchem Umfang und ab welchem Alter ist ein junger Mensch für sein Tun voll verantwortlich?

Hervorragend gelang es den jungen Schauspielern, zwischen den verschiedenen Charakteren, die sie darstellten, hin- und herzuwechseln. Jugendliches Gehabe, jugendliche Sprache, Verzweiflung, Übermut, Unwissenheit, Bedauern, Angst, Ohnmacht - alles dies war deutlich zu spüren. Die Jugendlichen im Saal waren begeistert und ergriffen zugleich.

Nach dem Stück kamen die beiden Männer noch einmal auf die Bühne, um sich den Fragen der jungen Leute zu stellen. Doch über das Stück wollten die Jugendlichen kaum etwas wissen, vielmehr interessierten sie sich für die beiden Schauspieler, ihren Bildungsweg und ihre Verdienstmöglichkeiten. tb

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