Tipps vom Priener Kräuterweib: Der Löwenzahn ist Lieferant für Bitter- und Mineralstoffe

Der Löwenzahn ist in vielerlei Hinsicht ein Lieferant an Bitter- und Mineralstoffen. Hötzelsperger

In der Reihe „Kräuter-Tipps von einem Kräuterweibe“ informiert Maria Zierer aus Prien-Siegharting diesmal über den Löwenzahn, genannt auch Pusteblume, Kuhblume, Bettsicherkraut, Wiesenlattich oder lateinisch Taraxacum officinale.

Prien – Der vierte Frühjahrs-Tipp widmet sich dem Löwenzahn: Kräuterweib maria Zierer aus Prien zufolge enthält die Pflanze, die wichtigen Inhaltsstoffe Bitterstoffe, Mineralstoffe, Vitamin C und Kalium sind. Im Herbst besteht die Wurzel zu circa 40 Prozent aus Inulin, was besonders für Diabetiker interessant ist. Ein alter Spruch besagt: „Der Löwenzahn, der Löwenzahn, der hat schon manchen gutgetan. Der Leber und der Galle hilft er auf jedem Falle“ (Land-Apotheke blv).

Aber: „Der Löwenzahn darf bei Verschluss der Gallenwege und bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Wenn Kinder den Stängel aussaugen, können leichte Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten“, so Zierer.

Des Weiteren weiß das Kräuterweibe zu berichten: „Man kann die ganze Pflanze verwenden, also Blätter, Knospen, Stängel, Blüte und Wurzel als Tee, Tinktur, Frischsaft aber auch in der Küche. Der Löwenzahn ist eine alte Heilpflanze der Volksmedizin. Sie ist ein mildes Mittel zur Steigerung der Gallensekretion. Die Pflanze einschließlich der Wurzel wirkt harntreibend und ist außerdem hilfreich bei Leberbeschwerden, Gicht und rheumatischen Erkrankungen. Der Löwenzahn ist ein wichtiges Ausleitungsmittel zur Entgiftung über die Leber. Volksmedizinisch wird der Löwenzahn auch als Blutreinigungsmittel, bei Verdauungsbeschwerden und als mildes Abführmittel eingesetzt. Er regt mit seinen Bitterstoffen den Stoffwechsel an.

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Die Pflanze zusammengebunden oder mit Pappe abgedeckt bekommt man gebleichte Blätter, die wie Chicorée schmecken. Die Blütenblätter kann man zu Gemüse geben, damit Tee zubereiten oder zur Herstellung von Gelee, Sirup oder Wein nutzen. Ich empfehle die Zubereitung eines Löwenzahngelees“. Für dieses hat sie auch gleich ein Rezept wie folgt parat: „Dazu sammle ich an einem sonnigen Vormittag fünf Hände offener Löwenzahnblüten, entferne dann die grünen Blütenansätze, gebe einen Liter unseres selbst gepressten Apfelsafts darüber und lasse dies 24 Stunden zugedeckt stehen. Am nächsten Tag aufkochen und noch circa zehn Minuten leicht weiterköcheln. Anschließend abseihen, dabei die Blüten gut ausdrücken.

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Die Flüssigkeit abmessen, erneut zum Kochen bringen und das erforderliche Geliermittel hinzufügen. Noch heiß in Gläser füllen und verschließen. „Ich muss gestehen, dass ich hierbei den Gelierzucker 1:1 verwende, da das Gelee dann fast wie Blütenhonig schmeckt und innerlich die Sonne aufsteigen lässt“.

Wie schon erwähnt, sind vom Löwenzahn alle Bestandteile nützlich und verwendbar, dazu erklärt sie: „Die Blütenknospen können als Gemüse gebraten oder in Essig als Kapernersatz eingelegt werden. Außerdem weiß Maria Zierer aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer eigenen Erfahrungen und wegen vieler fachlicher Nachschlagwerke zu erläutern: „Um die Wirkung der Bitterstoffe des Löwenzahntees nicht zu verlieren, sollte der Tee nicht gesüßt werden. Aus den getrockneten Wurzeln gewinnt man durch Rösten einen Kaffee-Ersatz. Auf dem hohlen milchsaftführenden Stängel sitzen die dicken, gelben Blütenstände. Der weiße Saft hinterlässt auf Haut und Stoff hartnäckige braune Flecken. Zur Samenreife entsteht eine vielstrahlige Kugel, die Pusteblume“. hoe

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