Teilnahmebeleg für Medienführerschein übergeben

Sie verschafften sich einen Einblick in die praktische Arbeit und die Arbeitsergebnisse aus dem Unterricht zum Medienführerschein (von links): Landrat Siegfried Walch, Stiftungsratsvorsitzender Siegfried Schneider, Staatssekretär Georg Eisenreich und vbw-Geschäftsführer Dr. Christof Prechtl. Buthke
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Sie verschafften sich einen Einblick in die praktische Arbeit und die Arbeitsergebnisse aus dem Unterricht zum Medienführerschein (von links): Landrat Siegfried Walch, Stiftungsratsvorsitzender Siegfried Schneider, Staatssekretär Georg Eisenreich und vbw-Geschäftsführer Dr. Christof Prechtl. Buthke

Die Stiftung Medienpädagogik Bayern hat den Medienführerschein der allgemeinbildenden Schulen weiter ausgebaut. Erstmals stehen auch Unterrichtseinheiten für Berufliche Schulen zur Verfügung. Die Staatliche Berufsschule II in Traunstein war eine Pilotschule.

Traunstein – Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Siegfried Schneider, Vorsitzender des Stiftungsrats Medienpädagogik Bayern und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien sowie Landrat Siegfried Walch waren in die Kaufmännische Berufsschule gekommen, um Berufsschülern die ersten Teilnahmebescheinigungen für den Medienführerschein zu übergeben. Einen Einblick in die praktische Arbeit und die Arbeitsergebnisse aus der Unterrichtseinheit „Kommunikation im Job – Regeln kennenlernen und anwenden“ gaben Schüler der 12. Klasse der Verwaltungsfachangestellten von Oberstudienrat Oliver Arnold.

Schuleiter Rudolf Geier sprach von einem großen Tag für die Berufsschule II und die Region. Der Landkreis Traunstein sei ein großer Verfechter der beruflichen Bildung. Die zwölfte Klasse für Verwaltungsfachangestellte erhielten nun die Medienführerscheine. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die beruflichen Schulen mit dabei sind, denn ursprünglich ist der Medienführerschein nur für die allgemeinbildenden Schulen vorgesehen gewesen“, so Geier. Als Referenzschule für Medienkompetenz müsse sie auf Chancen und Risiken neuer Medien hinweisen und die Berufsschüler für den beruflichen Alltag fit machen. Dazu brauche die Schule gute Lehrer und eine gute Sachausstattung.

Die neuen Medien erfassten alle Lebensbereiche, sagte Landrat Walch. Mit der Berufsschule II in Traunstein als erste Berufsschule in Bayern habe man die richtige Schule ausgewählt. Die Ausbildung sei für die Wirtschaft ganz wichtig. Walch dankte Oberstudienrat Arnold für seinen Einsatz und dafür, dass er dieses Projekt in Angriff genommen habe.

Staatssekretär Eisenreich sagte, die Digitalisierung und die Medien würden die Welt verändern. Die Schulen hätten die Aufgabe, die Schüler auf diese Welt vorzubereiten. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen sei der Umgang mit den neuen Medien die vierte Kernkompetenz.

Seit über fünf Jahren sei man in Bayern an Grund-, Mittel- und Realschulen sowie an den Gymnasien sehr erfolgreich. „Jetzt erweitern wir das kostenlose Angebot auf die beruflichen Schulen, denn auch im beruflichen Umfeld wird der routinierte Umgang mit der Digitalisierung mehr und mehr zur Kernkompetenz.“ Er sei wesentliche Voraussetzung dafür, sich in Gesellschaft und Beruf verantwortungsbewusst und selbstbestimmt bewegen zu können. Denn grundlegende Fehler im Umgang mit Kunden und Vorgesetzten machten das weitere Verweilen in einer Firma absehbar.

Medienkompetenz sei in nahezu allen Ausbildungsbereichen und Berufsfeldern eine wichtige Schlüsselqualifikation, meinte vbw-Geschäftsführer Prechtl. Deshalb sei sein Verband gerne beim Medienführerschein mit eingestiegen. Abitur und Studium seien nicht das allein Seligmachende. Auch die berufliche Bildung und das Duale System seien sehr wichtig. „Wer für die Duale Ausbildung steht, der muss auch in den Berufsschulen die Medienkompetenz institutionalisieren.“ Gut vorbereitete Lehrer könnten den Berufsschülern die Optionen mitgeben, die sie im Betrieb verwenden könnten.

Alle Materialien seien passgenau von der Stiftung Medienpädagogik Bayern entwickelt worden und berücksichtigten die jeweiligen Lehr- und Bildungspläne, sagte Stiftungsratsvorsitzender Schneider. Wichtig seien die Rückmeldungen der Pilotschule, was den Lehrern ins Auge springe, damit die Stiftung richtig konzipieren könne. Die Lehrer hätten das Angebot, mitzureden und Ideen einzubringen.

Wichtig sei zu erkennen, wie man mit der Kommunikation und den sozialen Medien umgehe.

Schneiders Dank galt der Berufsschule, weil sie das Projekt ermöglicht habe. „Wir warten jetzt auf die Rückmeldungen, denn der Medienführerschein ist nicht statisch ausgelegt.“ Das Ziel sei, dass junge Menschen die Thematik aufsaugten. Mittlerweile seien in Bayern rund 200 000 Zeugnisse vergeben worden. bjr

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