Tauwetter: Lebensgefahr auf dem Eis

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Auch gestern wagten sich noch einige Unbelehrbare auf das Eis des Chiemsees, allerdings deutlich weniger als am Samstag und auch noch am Sonntag, als unser Bild entstand.

Am Samstag hatte die Polizei die Menschen per Lautsprecherdurchsage vom Hubschrauber aus aufgefordert, das Eis sofort zu verlassen. Nahe der Herreninsel war zuvor ein 55-Jähriger eingebrochen (wir berichteten), der mit Unterkühlungen ins Krankenhaus kam. Trotzdem waren auch danach und am Sonntag noch hunderte zwischen Schären und Schlosskanal unterwegs. Auf dem Luftbild ist gut erkennbar, wie unterschiedlich und von Rissen aufgrund von Strömungen durchzogen die Eisfläche war. Gestern bildete sich bei Temperaturen über fünf Grad plus schon ein Wasserfilm auf dem Eis. „Jetzt ist es wirklich lebensgefährlich“, warnte Hans Herzinger von der Wasserschutzpolizei Prien am Nachmittag im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Experten sagen, dass es eine mindestens 15 Zentimeter dicke Kerneisschicht braucht, bis das Eis auch größere Ansammlungen von Menschen tragen kann. Diese Stärke war an keiner Stelle zwischen Prien und Herreninsel erreicht. Gestern Mittag beobachtete die Polizei noch zirka 15 Personen zwischen Festland und Insel sowie vereinzelt Schlittschuhläufer in Richtung Schafwaschen und Bernau (siehe auch Bericht im Regionalteil auf Seite 9). Markus Weißmüller /mw-luftbild.de

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