Tausende Urlauber in Chiemgau gebracht

Traunstein - Alf Gall, Ehrenmitglied des Tourismusverbandes München-Oberbayern und jahrzehntelang ehrenamtlicher Kurdirektor in Ruhpolding ist nach langer Krankheit gestorben. Am 2. April wäre er 90 Jahre alt geworden.

Weit über unsere Region hinaus ist Alf Galls Name untrennbar mit dem Fremdenverkehr verbunden. Alf Gall machte zusammen mit Carl Degener, dem Gründer der Touropa und führenden deutschen Tourismus-Pionier, nach dem Krieg Ruhpolding zum Ferien-Sonderzug - Ziel Tausender Urlaubssuchender. Er war über 20 Jahre lang Vorsitzender des Verkehrsvereins, leitete die Ruhpoldinger Reisebüro-Gesellschaft und viele Jahre lang den Kurhausbetrieb. Außerdem war er Mitbegründer des Fremdenverkehrsdreiecks Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl.

Seit 1974 bis 1991 war er dazu Mitglied im Werbeausschuss des Tourismusverbandes München-Oberbayern und seit 1992 im Bahnausschuss als "Fahrplan-Referent" tätig. Schon 1987 erhielt er das Bundesver-dienstkreuz für seine Verdienste um den Fremdenverkehr.

Alf Gall wurde 1924 in Traunstein geboren und kam erst 1933 nach Ruhpolding, als sein Vater Direktor der Volksbank Ruhpolding wurde. Bis 1957 unterrichtete er als Volksschullehrer an verschiedenen Schulen des Landkreises, bis ihn die Aufgabe, den Fremdenverkehr in der hiesigen Region aufzubauen, ganz in ihren Bann zog. Er wurde Geschäftsführer beim Reisebüro Dr.-Carl-Degener und war bis 1992 bei der Gemeinde Ruhpolding als Berater und ehrenamtlicher Kurdirektor tätig. Sechs Jahre lang hatte er im sogenannten Ruhestand einen Lehrauftrag für Tourismus an der katholischen Universität Eichstätt inne. Große Verdienste um Ruhpolding erwarb er sich auch als Autor des Ruhpoldinger Heimatbuches.

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