MOBILFUNK UND 5G

Suche nach neuem Mobilfunkstandort in Unterwössen

Dem Gemeinderat Unterwössen gegenüber gestand die Telekom: „Wir stehen unter politischem Druck“. Gemeint ist damit der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur, welche der Staat mit Hochdruck forciert. In der Gemeinde läuft nun die Standortsuche für einen neuen Funkmast.

Unterwössen – Ein neuer Mobilfunkstandort soll die Lücken in der Netzabdeckung für Unterwössen schließen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hat die Deutsche Telekom der Gemeinde einen Standort innerhalb eines Suchkreises nordöstlich des Wössner Sees vorgeschlagen. Der Gemeinderat hat dem Mitwirkungsangebot einstimmig zugestimmt.

Wie Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) in der Sitzung einräumte, sei eine stabile Mobilfunkverbindung in weiten Teilen von Unterwössen derzeit nicht gegeben.

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Auch der per Video zugeschaltete Frank-Peter Käßler von der Deutschen Telekom bestätigte, die Telekom sehe sich „einem enormen Druck aus der Politik ausgesetzt“, denn bis zum Jahresende 2022 sollen die Bürger zu 98 Prozent mit Mobilfunkinfrastruktur ausgestattet sein.

Kleiner Suchkreis

Wie Käßler informierte, können die Kommunen an der Anbauplanung beteiligt werden, ohne jedoch selbst Vertragspartner zu sein. Genehmigungsbehörde sei das Landratsamt Traunstein. Im Übrigen wies er darauf hin, dass „die gesundheitlichen Aspekte des Standorts“ ausschließlich über die Bundesnetzagentur geprüft werden. Bei der Standortfindung hat die Deutsche Telekom nun einen relativ kleinen Suchkreis vorgeschlagen, der für die Gemeinde laut Bürgermeister Entfellner „durchaus vorstellbar“ ist. Auch das Gremium äußerte sich dazu positiv.

In der Diskussion ergab sich auf Anfrage, dass für die nächsten vier bis fünf Jahre wahrscheinlich nur ein Mast mit einer Höhe von etwa 30 Metern ausreichend sei, auch für 5 G-Kapazitäten. Für weitere Zukunftsaussagen hinsichtlich möglicher Erweiterungen hielt sich Käßler bedeckt. Auch genaue Aussagen über eine Inbetriebnahme der neuen Anlage seien „angesichts der Unwägbarkeiten im Genehmigungsverfahren“ nicht möglich, so der Telekom-Mitarbeiter: „Realistisch sind aber zwei bis drei Jahre.“

Schließlich hat der Gemeinderat einstimmig das Mitwirkungsangebot der Telekom angenommen. Für die angrenzenden Anlieger soll noch ein Immissionsgutachten von einem unabhängigen Sachverständigen eingeholt werden.

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