Auf der Suche nach Lösungen

In den Bürgerversammlungen in Grabenstätt und Erlstätt hatten im November Bürger ihre Anliegen und Bedenken zu aktuellen Begebenheiten in der Gemeinde geäußert (wir berichteten). Einzelne Kritikpunkte und Forderungen wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal aufgegriffen und Lösungsvorschläge diskutiert.

Grabenstätt - Anton Mayrhofer (Freie Wähler Grabenstätt) erinnerte an die von Wilhelm Fechtig angesprochene "Lkw-Problematik im Gewerbegebiet". Da die Lastwagen-Stellplätze an der Staatsstraße schnell belegt seien, würden die Fahrer gezielt die Gewerbestraße ansteuern und dort "kreuz und quer parken, teilweise sogar mehrere Nächte lang", mokierte sich Mayrhofer. Bei seinen Beobachtungen habe es sich zu über 50 Prozent um fremde Lastwagen gehandelt. Das Hauptproblem sei vor allem die nächtliche Ruhestörung, wenn nach Mitternacht der Motor laufe, rangiert oder sogar be- und entladen werde.

Auch Firmenanhänger würden dort zum Leidwesen der Anlieger einfach abgestellt, "teilweise ungesichert neben dem Hauseingang", mahnte Mayrhofers FFW-Fraktionskollege Andreas Danzer an. Er erachte eine Beschränkung für Lkw mit bis zu 7,5 Tonnen für sinnvoll.

"Ich sage, wehret den Anfängen, denn irgendwann stehen dort zehn oder sogar 20 solcher großer Lastwagen und dann wird es für die Gemeinde richtig problematisch", warnte Mayrhofer und ermunterte die Anwohner "weitere Fotos zu machen, um die schwierige Situation noch deutlicher vor Augen führen zu können. Als Erholungs- und Fremdenverkehrsort könne man sich das nicht gefallen lassen, "da müssen wir unsere Bürger schützen".

Die Prüfung laufe, aber die Polizei sehe hier keinen akuten Handlungsbedarf, erwiderte Walter Geutner von der Gemeindeverwaltung und stellte klar, dass man bei offiziellen Visiten schon Kennzeichen notiert habe. Die vorgelegten Beweisfotos seien aber wenig aussagekräftig, da sie vor allem bei Tag gemacht worden seien. Geutner sprach zudem von einer "verzwickten rechtlichen Situation", da die "Gewerbestraße voll im Gewerbegebiet liegt". Park- oder Halteverbote könnten dort kaum ausgesprochen werden. Danzer erinnerte daran, dass die Gewerbestraße kompliziert mit einem Mischgebiet verschachtelt sei.

"Wir reden das nicht schön und werden die Sache weiter beobachten", versprach Bürgermeister Georg Schützinger und verwies auf die noch in diesem Jahr geplante Verkehrsschau mit den zuständigen Fachbehörden.

Auch Norbert Lohwiesers Forderung nach einem Kreisverkehr an der Kreuzung der Staatsstraße 2096, Kreisstraße TS3 und Chieminger Straße am nordwestlichen Ortsausgang Grabenstätts wurde im Gemeinderat thematisiert. Sabine Steinberger (CSU) mahnte an, dass es beim Abbiegen und Blinken "an diesem neuralgischen Punkt schon oft zu Irritationen gekommen ist" und Verkehrsunfälle vorprogrammiert seien.

Auch wenn es an der Kreuzung tatsächlich schon einige Unfälle gegeben habe, handle es sich um "keinen Unfallschwerpunkt", betonte Schützinger und verwies auf die Einschätzung der Polizei. Man werde "den Finger aber weiterhin in die Wunde legen" und das Gespräch mit den zuständigen Behörden, dem Straßenbauamt, der Kreisstraßenverwaltung, der unteren Verkehrsbehörde und der Polizei suchen, versprach der Rathauschef. Die Chancen auf Realisierung des Kreisverkehrs stehen aber nach wie vor schlecht, denn wie Schützinger bereits auf der Bürgerversammlung verlauten ließ, "können wir den Kreisverkehr jederzeit beantragen", doch sei angesichts knapper öffentlicher Kassen nicht davon auszugehen, dass das Projekt in absehbarer Zeit in Angriff genommen werde.

Dritter Bürgermeister Franz Wiesholler (CSU) schlug für den besagten Bereich auf der Staatsstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer vor und erntete dafür fraktionsübergreifend Zuspruch. Schützinger warf hier ein, dass auf der Umgehungsstraße, die zweifelsohne zum Rasen verleite, in regelmäßigen Abständen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt würden. Mit Freude habe er in den vergangenen Wochen beobachtet, so Wiesholler weiter, dass der Schwerlastverkehr seit Eröffnung der Traunsteiner Umgehungsstraße auf der Staatsstraße 2096 deutlich zurückgegangen sei. Wiesholler, der in Hirschau nahe der Staatsstraße wohnt, bezeichnete dies "als Segen für Chieming und Grabenstätt".

Den Chiemingern reicht dies aber anscheinend nicht aus, denn auf einer Info-Veranstaltung der Bürgerlich-Bäuerlichen Wählergruppe Chieming (BBW) war unlängst (wir berichteten) unter anderem gefordert worden, das A8-Hinweisschild an der Bundesstraße 303 bei Matzing, das in Richtung Chiemsee zeigt, schnellstmöglich zu entfernen. Stattdessen solle ein Schild auf die neue Traunsteiner Nordostumfahrung hinweisen, um den Schwerlastverkehr von der besagten Staatsstraße und den anliegenden Ortschaften Sondermoning, Chieming und Grabenstätt fern zu halten. mmü

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