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Strukturwandel sorgt immer öfter für gemeinsamen Sammelhieb

Ruhpolding – Bei der Jahresversammlung der Forstberechtigten im Chiemgau im Hotel Zur Post wurden nicht nur über die Ausbreitung des Wolfes in der Region diskutiert, es stand auch der Geschäftsbericht von Maria Stöberl im Mittelpunkt.

Sie ging dabei insbesondere auf die Wasserversorgung auf Almen ein. Aber auch der Sachstand zum Thema Rechtholz wurde beleuchtet.

Wasserversorgung auf den Almen

Dies sei ein aktuelles Thema, da die alten Quellfassungen auf Almenwegen wegen „Altersschwäche“ häufig wegbrechen würden, so Stöber. Die Wasserquellen lägen jedoch oft in Bereichen, die naturschutzrechtlich streng geschützt sind. Daher ist für Eingriffe und Grabungen oft eine Ausnahmegenehmigung notwendig, sodass die Untere Naturschutzbehörde von Anfang an mit einbezogen werden und die Neufassung von Quellen beim zuständigen Landratsamt angezeigt werden müsse. Für die almübliche Bewirtung auf Almen seien einwandfreies Trinkwasser, eine ordnungsgemäße Entsorung sowie die Einhaltung der Hygienevorschriften grundsätzlich notwendig, führte Stöberl weiter aus. Bei den vorhandenen Wasserquellen und -fassungen im Almbereich könne oft nur mit technischer Aufbereitung einwandfreies Trinkwasser erzeugt werden. Hier stehe das Gesundheitsamt beratend zur Seite, so Stöberl.

Weiteres Thema war die Verpachtung und das Ruhen von Weiderechten. Grundsätzlich gilt, dass die Weiderechte ruhen, sobald die Viehhaltung am Anwesen aufgegeben wird. Eine getrennte Verpachtung von Alm und Anwesen ist nicht möglich. Sobald aber die Viehhaltung am Hof, auch durch einen Pächter, wieder aufgenommen werde, sei auch die Verpachtung der Alm und Nutzung der Weiderechte wieder möglich, erklärte Stöberl. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Traunstein hervor. Auch das Oberlandesgericht München habe beim Anwesen Riedherrnlehen festgestellt, dass es darauf ankommt, ob im betreffenden Anwesen Vieh gehalten werde und nicht, ob derjenige, der als Verpächter auftritt, Viehhaltung betreibt. Durch den Strukturwandel gebe es immer mehr Berechtigte, die ihr Rechtholz nicht mehr selbst aufarbeiten können, sodass ein gemeinsamer Sammelhieb, eventuell mit Seil, sinnvoll sein könne, so Stöberl. Dafür wurden von den Staatsforsten seit einiger Zeit neue Standards und eine Vereinbarung erarbeitet. Danach müssen die Berechtigten selbst ein Unternehmen beauftragen, um das Recht holz aufzuarbeiten, das dann gemeinschaftlich vermarktet werden könne. Da die Abwicklung von Sammelhieben für die Berechtigten sehr aufwendig ist, könnte sie auch über die Waldbesitzervereinigung (WBV) erfolgen, empfahl Stöberl.

Dringend solle auf die Verjährung von Rechtholzbezügen geachtet werden, weil die Staatsforsten inzwischen von der Regelung der Verjährung verstärkt Gebrauch machten. Bezüge, die länger als drei Jahre zurückliegen, würden nicht mehr gewährt, erklärte die Ge schäftsführerin.

Beiträge seit 21 Jahren unverändert

Beschlossen wurde erneut, die Mitgliedsbeiträge, die seit 21 Jahren unverändert sind, nicht zu erhöhen. Durch einstimmigen Beschluss gab es keinen eigenen Haushaltsplan, sondern die Mitglieder ermächtigten die Vorstandschaft, die Mittel den Verbandszwecken entsprechend zu verwenden.

Christiane Giesen

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