Streitthema in Seebruck geht die Luft aus: Bürger stehen hinter Entlastungsspange

Nach den ersten Plänen würde die geplante Entlastungsspange in Seebruck über dieses Grundstück im oberen Alztal führen. Eine konkrete Trassen-Führung steht aber noch in den Sternen. Rasch

Eine Schlappe erlitten jetzt die Gegner der umstrittenen, geplanten Entlastungsspange für die Seebrucker Alzbrücke. Denn in einer Bürgerbefragung äußerten sich 60 Prozent der Teilnehmenden positiv zum Vorhaben von Gemeinde und der Bayerischen Straßenbauverwaltung, die Spange zu bauen.

Seeon-Seebruck – Das Dauerthema „Entlastungsspange Seebruck“ stand auch in der Seebrucker Bürgerversammlung im Gasthaus Malerwinkel im Fokus. Wie mehrfach berichtet, findet die derzeit laufende Alternativprüfung, die die bestehende Alzbrücke ersetzen könnte, nicht nur Befürworter. Vor allem der neu gegründete Ortsverband der Grünen und das Bürgerforum Seebruck kritisieren das geplante Vorhaben.

Grüne respektieren das Ergebnis

Eine „Schnellstraßenbrücke im Alztal und auf Naturschutzflächen“, geht ihrer Meinung gar nicht. Um eine allgemeine Stimmung von der Bevölkerung einzuholen, wurde jetzt per Gemeinderatsbeschluss eine Bürgerbefragung durchgeführt, ob die Gemeinde die laufenden Planungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung für eine mögliche Entlastungsspange weiterhin unterstützen soll. Die Mehrheit der Befragten (60 Prozent) sagten dazu „Ja“. Rund 40 Prozent kreuzten „Nein“ an. Auch darüber sowie über die dazu eingegangenen Stellungnahmen des Grünen-Ortsverbandes und des Bürgerforums haben wir bereits berichtet.

„Wir respektieren das Ergebnis und damit ist das Thema abgehakt“, sagte der Sprecher der Grünen und des Bürgerforums, Toni Mayer.

In Zukunft noch stärker für Umweltschutz eintreten

Das Ergebnis mit rund 40 Prozent „Nein“-Stimmen habe aber gezeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung hinter ihnen stehe und erkenne, „was Sache“ sei. Schade finde er jedoch, dass während der Planungszeit für eine Entlastungsspange für die bestehende Alzbrücke, die saniert werden soll, keine vernünftige Geh- und Radweg-Lösung Aussicht gestellt werde. „Wir wollen und werden auch in Zukunft noch stärker für den Umweltschutz eintreten, um unsere wunderschöne Landschaft und Moore zu schützen“, so Mayer.

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„Es will niemand die Umwelt zerstören“, versicherte Bürgermeister Bernd Ruth (CSU). Das Einzige, was die Gemeinde möchte, sei die Prüfung einer Alternative. Es wäre unverantwortlich den Bürgern gegenüber, wenn in diese Richtung nichts unternommen werde, sagte Ruth unter Applaus der knapp 200 Besucher. Weiter betonte er, dass es weder eine Linienführung noch ein konkretes Baukonzept gebe. Ausschlaggebend, ob das Projekt letztendlich auch umgesetzt werden könnte, seien die derzeit laufenden Untersuchungen. Es sei gut möglich, dass die Raumempfindlichkeitsstudie einen Abbruch bringe: „Wenn es nicht geht, dann geht es nicht!“

15 Jahre Sanierungsphase

Durch das für die Gemeinde positive Ergebnis der Bürgerbefragung, kann die bereits laufende Raumempfindlichkeitsstudie fortgeführt werden. Unabhängig davon wird die bestehende und äußerte marode Alzbrücke für rund 15 Jahre saniert und dann wieder auf 40 Tonnen ausgelegt. Nach Angaben des Bürgermeisters soll mit der Sanierung im nächsten Jahr begonnen werden.

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Im Januar hatte der Gemeinderat in einer Sitzung beschlossen, zu diesem umstrittenen Thema eine Bürgerbefragung durchzuführen. Anfang Februar wurden die Fragebögen mit der Fragestellung: „Soll die Gemeinde die Planungen des Staatlichen Bauamtes zu der Entlastungsspange Seebruck mit dem Ziel einer Verkehrsentlastung der Ortsmitte weiter unterstützen?“ an alle wahlberechtigten Bürger ab 16 Jahren versandt.

Gemeinde sieht sich bestätigt

Bis zum 18. Februar hatten alle Wähler Zeit, auf den Fragebogen „Ja,“ „Nein“ oder „Keine Meinung“ anzukreuzen. Auch zusätzliche Bemerkungen waren möglich, die nach Angaben der Verwaltung derzeit noch ausgewertet werden. Mit diesem klaren Bekenntnis kann die laufende Raumempfindlichkeitsprüfung und anschließende Umweltverträglichkeitsprüfung jetzt fortgeführt werden.

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Nach Auskunft von Bürgermeister Ruth sei das Ergebnis „aus Sicht der Gemeinde wie erwartet“ ausgefallen, wie er gegenüber der Chiemgau Zeitung erklärte. Dieses Ergebnis mache deutlich, dass die Mehrheit der Bürger hinter den Bemühungen der Verwaltung und hinter der Mehrheit des Gemeinderats stehe, um eine Verbesserung der Verkehrssituation in Seebruck herbeizuführen. Ruth betonte: „Ein klares Signal, `macht´s bitte so weiter´.“

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