Gut für den Stoffwechsel und die Haut

Die Brennnessel, eine wertvolle Heilpflanze. Hötzelsperger

Prien – Das Frühjahr gilt als die Zeit des Aufblühens in der Natur.

Eine Frau, die sich gerne mit Pflanzen, Kräutern und Co. auseinandersetzt, ist Maria Zierer aus Prien-Siegharting. Im Rahmen einer Serie wird sie in der Chiemgau-Zeitung Tipps zu Kräutern verraten.

Der dritte Frühjahrs-Tipp widmet sich der Brennnessel:

Die Brennnessel, im Volksmund auch Donnernessel oder lateinisch Urtica dioica (große Brennnessel) beziehungsweise Urica urens (kleine Brennnessel) genannt. Die verwendbare Pflanzenteile sind: Blätter, Samen, Stängel und Wurzel. Die Brennnessel enthält einen hohen Mineraliengehalt, vor allem Kieselsäure, Kalk, Magnesium, Eisen und Phosphor.

Hildegard von Bingen sah in der Brennnessel ein Kraut, das „den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt“ und ihrer Meinung nach jeglichen Speisen beigegeben werden sollte. Der Brennnessel wird eine blutreinigende und blutbildende Wirkung nachgesagt. Sie regt den Stoffwechsel an und ist somit auch eine ideale Pflanze für eine Frühjahrskur. Des Weiteren kann sie bei Hauterkrankungen und Ekzemen und als unterstützende Behandlung von rheumatischen Beschwerden angewendet werden.

Maria Zierer erinnert sich, wie sie als Kind in die Brennnesseln gefallen ist und weinend zu ihrer Oma lief, die nur sagte: „Des macht nichts, des is gsund, dann kriegts wenigstens kein Rheuma“. An diese Worte denkt das Kräueterweibe heute noch jedesmal, wenn sie sich an der Brennnessel brennt.

Die Blätter der Brennnessel wirken harntreibend, durchspülen die Nieren und helfen somit Harnsäure auszuscheiden. Die Früchte (Samen) gelten als Stärkungsmittel. Außerdem sollen sie auch die Vergesslichkeit mindern. „Sollten die Samen wie bei mir ein Kratzen im Gaumen auslösen, einfach diese in einer Pfanne kurz anrösten, dann schmecken sie sogar leicht nussig“ – so ein weiterer Tipp Zierers.

Ein anderer Hinweis gilt bei rheumatischen Beschwerden, Hexenschuss und Ischias: Hier könne man auch mal die schon früher angewendeten Brennnessel-Peitschungen versuchen. Dazu einen Bund Brennnesseln einige Tage auf die schmerzenden Stellen peitschen. Wichtig ist, sich danach nicht zu waschen. Die Brennnessel sei außerdem ein uraltes Mittel für die Haare. Sie soll gegen Haarausfall wirken, den Haarwuchs fördern und die Haare zum Glänzen bringen. Wer einen Versuch wagen will, gibt die Brennnesselblätter in aufgekochtes Wasser, lässt dies zugedeckt mehrere Stunden stehen, dann abseihen, mit Apfelessig mischen und in Flaschen abfüllen. Das Ganze letztlich nach der Haarwäsche gut einmassieren.

Die jungen Blätter könne man überdies gut als Spinat, Wildgemüse, Omeletts, Teigfüllungen, Knödel zubereiten. Brennnesseln kann man auch gut im Garten gegen Schädlinge und zur Düngung einsetzen. Dazu die Brennnesseln sammeln, sie etwas zerkleinern, in einen Kübel geben und Wasser darüber schütten.

„Wenn ich dies gegen Schädlinge wie Kohlweißling verwenden will, lasse ich diese Brühe nur ein bis zwei Tage stehen. Nach dem Abgießen besprühe ich die Pflanzen mehrmals hintereinander an einem Tag mit dieser Flüssigkeit. Wenn ich die Brennnessel als Dünger verwenden will, lasse ich das Ganze drei bis vier Wochen mit etwas Biolith, das nach meiner Meinung den starken Geruch etwas mindert, stehen. Gieße die Jauche dann ab, verdünne es noch 1:10 mit Wasser und bringe es um die Pflanzen aus“, so Zierer.

Und hier noch ein „uraltes Allheilmittelrezept“ von der Familie Adlmaier aus Oberaudorf, der Brennnesselobstler. Dazu zwei Hand voll junge Brennnesselblätter vorsichtig waschen, schleudern, in eine Flasche geben, mit einem halben Liter Obstler auffüllen und sechs Wochen stehen lassen.

Abschließend erklärt Zierer: „Sollte Jemand diese wertvolle Pflanze nicht kennen, sie wachsen in Gruppen, die Stängel zeigen eine vierkantigen Querschnitt auf. Die eiförmigen Blätter stehen gegenständig, sind dunkelgrün und deren Ränder sind gezahnt. Die Blätter sind über und über mit `stechenden` Härchen bedeckt. Diese brechen bei der kleinsten Berührung ab und stechen. Sie hinterlassen dabei ein schmerzhaftes Brennen oder sogar eine Schwellung“.

Eines gilt es aber zu beachten: Bei Ödemen dürfe aufgrund eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit die Brennnessel nicht angewendet werden. hoe

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