„Stiftung für Bernau“ ist in den Köpfen angekommen

Steuerberater Ferdinand Thalhammerkümmert sich als Beiratsvorsitzender um die Belange der „Stiftung für Bernau“. detzel

Sozialfonds gibt es in vielen Gemeinden. Der Unterschied zur „Stiftung für Bernau“ ist, dass diese in einem breiteren Spektrum aktiv ist. Sie fördert nicht nur mildtätige Zwecke, sondern auch die Jugendhilfe, Kunst und Kultur, Sport und Heimatpflege.

Bernau – „Geld rausschmeißen ist nicht unser Anliegen, aber wir haben noch selten etwas abgelehnt“, so Stiftungsbeiratsvorsitzender Ferdinand Thalhammer. Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung nennt er Beispiele, für die in den vergangenen Jahren Geld ausgeschüttet wurde:

Geld für Medikamente oder Fußballschuhe

So bekamen Menschen, sie sich dies nicht selber leisten konnten, Medikamente und medizinische Behandlungen bezahlt, die die Kasse nicht übernimmt. Auch Kosten für Musikunterricht und Nachhilfe wurden schon übernommen und Fußballschuhe für Flüchtlingskinder gekauft.

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Die Restaurierung der vier Weisen im Schulhof und die Untersuchung der Maxon-Kapelle in Weisham wurden gefördert, ebenso das Erscheinen des Heimatbuches.

Aktuell heuer unterstützte die Stiftung die Einstellung eines Jugendbeauftragten der evangelischen Kirche Bernau und Aschau, im Rahmen des Römer-Projektes liegt ein Antrag vor, und auch die Feuerwehrjugend bekam einen Zuschuss.

Tagesstätte für Senioren in Planung

Für die Zukunft habe die Stiftung noch eine große Aufgabe vor sich, der auf dem Wunsch einer Verstorbenen basiert, die solch eine Einrichtung gerne gehabt hätte. So ist zusammen mit der Kranken- und Bürgerhilfe eine Seniorentagesstätte geplant. Aktuell laufe die Suche nach einem geeigneten Grundstück. „Wir sind über die Erbschaften verpflichtet, besonders im mildtätigen Zweck noch mehr tätig zu werden“, so Thalhammer. „Langsam kommt Bewegung rein“, erklärt er, „aber es hat sechs Jahre gedauert, bis die Stiftung in den Köpfen der Leute drin ist“.

Idee des früheren Bürgermeisters

Doch angefangen hatte alles noch früher, im Jahr 2002. Die Idee kam vom damaligen Bürgermeister Lorenz Steindlmüller. Er selbst, so Thalhammer, war damals im Gemeinderat. Da er von Beruf Steuerberater ist, sicherte er seine Unterstützung zu.

Startkapital reichte erst nicht

Die Gemeinde stellte ein Startkapital von 30 000 Euro, doch das war der Regierung von Oberbayern nicht genug. „Für die Gründung einer Stiftung hätten wir 80 000 bis 100 000 Euro benötigt“, erinnert sich Thalhammer. An der finanziellen Hürde gescheitert, wurde statt der Stiftung eine gemeinnützige GmbH gegründet, die zunächst im „Dornröschenschaf“ versank.

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Als durch Spenden aus privaten Kreisen der Kapitalstock auf 80 000 Euro angewachsen war, „wurden wir wieder bei der Regierung vorstellig“, berichtet Thalhammer – diesmal mit Erfolg: Am 15. Juli 2011 wurde die „Stiftung für Bernau“ errichtet. Die Anerkennungsurkunde datiert auf 30. Januar 2012. „Ab da waren wir eine rechtsfähige Stiftung unter der Aufsicht der Regierung von Oberbayern“, so der Stiftungsbeiratsvorsitzende.

Anträge über die Gemeinde stellen

Seither ist das Kapital weiter angewachsen – unter anderem durch Erbschaften. Insgesamt liegt es inzwischen bei 400 000 Euro, einschließlich einer der Stiftung vererbten Wohnung, die an eine achtköpfige Familie aus Afghanistan vermietet ist. „Damit kann man schon verschiedene Aktionen fördern“, freut sich Thalhammer.

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Wichtig ist ihm, allen Stiftungszwecken gerecht zu werden – mildtätig, Jugendhilfe, Kunst und Kultur, Sport und Heimatpflege – ohne dass einer zu kurz kommt.

Wer einen Antrag auf Unterstützung stellen möchte, kann sich über die Gemeinde an die Stiftung wenden.

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