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Zu viel Phosphor

Stichwort Wasserqualität – Wer hilft den Rimstinger Bauern?

Im süd-westlichen Rimstinger Gemeindegebiet (gelb umrandet) bildet die Thalkirchner Ache (blaue Linie) die Grenze zur Gemeinde Riedering. Landwirtschaftlich genutzte Flächen oberhalb der Ache sollen in das Simsseeschutzprojekt eingebunden werden.
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Im süd-westlichen Rimstinger Gemeindegebiet (gelb umrandet) bildet die Thalkirchner Ache (blaue Linie) die Grenze zur Gemeinde Riedering. Landwirtschaftlich genutzte Flächen oberhalb der Ache sollen in das Simsseeschutzprojekt eingebunden werden.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Das Thema Düngen ist ein großes Ärgernis für viele Umweltschützer. Besser soll die Wasserqualität werden, wenn die Rimstinger Bauern beraten werden. Nur: Wer soll das zahlen?

Rimsting – Mit einer Anfrage des Abwasserzweckverbands (AZV) Simssee zum Thema Gewässerschutz hatte sich der Gemeinderat Rimsting in seiner jüngsten Sitzung zu beschäftigen. Seit Jahren engagiere sich der AZV Simssee in Kooperation mit Landwirten für die Verbesserung der Wasserqualität des Sees, sagte Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU). Jetzt sollen die Gemeinden Rimsting, Prien und Frasdorf auf Wunsch des Verbandes in das Simsseeschutzprojekt eingebunden werden. Was allerdings mit erheblichen Kosten verbunden wäre.

Erosion bringt Phosphor

Der Hintergrund: Obwohl Prien und Rimsting Chiemsee-Anrainer sind, befinden sich aufgrund ihrer Lage an der Antworter und der Thalkirchner Ache rund 1000 Hektar Äcker und Wiesen in deren Einzugsgebiet. Beide Gewässer sind Zuflüsse zum Simssee. Laut AZV bilden aktuell die Erosion von Ackerflächen sowie der Oberflächenabfluss von Grünland die Haupteintragspfade für den Nährstoff Phosphor in den See. Ziel sei es, die in den See gelangenden Phosphormengen aus Düngemitteln deutlich zu reduzieren. Deshalb werde es zunehmend wichtig, mögliche Alternativen für die Bewirtschaftung zu finden, argumentiert der AZV.

Private Firmen muss Rimsting zahlen

Dazu stehen neben dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) seit 2003 auch Experten des Ingenieurbüros Ecozept dem AZV wie auch den Landwirten beratend zur Seite. Ecozept ist nach eigenen Angaben ein deutsch-französisches Beratungs- und Forschungsunternehmen mit den Schwerpunkten nachhaltige Agrar-und Lebensmittelmärkte, biobasierte Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Landnutzung. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und hat seinen Sitz in Freising sowie Montpellier, Frankreich.

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Der Knackpunkt für die Kommunen: Die Beratungsleistungen der beiden Behörden trägt der Staat, die der privaten Firma müssen die Verbands-Gemeinden aufbringen. Somit würde auch Rimsting zur Kasse gebeten.

In der Sitzung war Ecozept-Mitarbeiterin Edeltraud Wissinger online zugeschaltet. Die Kosten entstünden durch Vorarbeiten wie Flächenaufnahmen und -bewertungen sowie die anschließenden Beratungsgespräche mit den Landwirten, klärte sie auf. Sie seien wegen der Begehungen und einer Erstkartierung im ersten Jahr höher, würden aber im weiteren Projektverlauf reduziert.

Laut Bürgermeister Fenzl werden innerhalb des AZV Simssee die Kosten nach Einwohnergleichwerten aufgeteilt. Frasdorf, Prien und Rimsting müssten sich für den Start allerdings auf einen anderen Schlüssel einigen. Im weiteren Verlauf sollten in jedem Fall die Zahlen der tatsächlich am Projekt teilnehmenden Landwirte vorliegen und Basis für die Kostenteilung sein.

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In diesem Zusammenhang wurde mittels Beamer eine entsprechende Aufteilung der Flächen des Simssee-Einzugsgebietes je Gemeinde gezeigt. Die geplante Kostenaufteilung beziehe sich auf diese Flächen, so Fenzl. Für Rimsting wurde im Einzugsbereich der Zuflussgewässer eine Gesamt-Agrarfläche von 1176 Hektar (ha) angegeben, für Frasdorf 534 ha und für Prien 306 ha. Bei einem prozentualen Flächenanteil von 58 Prozent und geschätzten Gesamtkosten von rund 20 000 Euro hätte die Gemeinde Rimsting demnach 11 600 Euro zu tragen.

Bedenken wegen der Kosten

Fraktionsübergreifend wurde aus dem Gremium bestätigt, dass der Gewässerschutz mit entsprechenden Maßnahmen zweifelsfrei sehr wichtig sei. Allerdings wurden auch massive Bedenken geäußert wegen der hohen Kosten. Fragen wurden deshalb laut, warum dies nicht vom Staat bezahlt werde. Denn es könne nicht Aufgabe der Kommune sein, die Rechnung einer privaten Beratungsfirma zu übernehmen. In diesem Zusammenhang wurde auf ein ähnliches Projekt am Pelhamer See verwiesen, bei dem das Landwirtschaftsamt die Beratungsleistungen übernehmen würde. Bürgermeister und Gremium einigten sich darauf, das Thema zurückzustellen.

Die Verwaltung wurde beauftragt, Hintergründe und Daten zum Projekt „Pelhamer See“ zu recherchieren und dem Gemeinderat vorzulegen. Danach soll eine Entscheidung zur Kostenbeteiligung am Simsseeschutzprojekt getroffen werden.

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