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Ursprüngliche Hinderungsgründe ausgeräumt

Steinschlag-Gefahr: Warum Reit im Winkl trotzdem ein landwirtschaftliches Wohnhaus genehmigt

Auf diesem Grundstück südlich der Bundesstraße Richtung Masererpass ist das landwirtschaftliche Wohnhaus geplant.
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Auf diesem Grundstück südlich der Bundesstraße Richtung Masererpass ist das landwirtschaftliche Wohnhaus geplant.
  • VonJosef Hauser
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Der Gemeinderat Reit im Winkl votierte einstimmig für ein landwirtschaftliches Wohnhaus mit integrierter Doppelgarage. Obwohl das Umwelt-Landesamt auf die Steinschlag-Gefahr hingewiesen hatte.

Reit im Winkl – Auf einem Grundstück in Reit im Winkl in der Nähe der Ötzleiten kann jetzt ein landwirtschaftliches Wohnhaus mit integrierter Doppelgarage gebaut werden. Der Gemeinderat stimmte einem entsprechenden Bauantrag in seiner vergangenen Sitzung zu. Im November vergangenen Jahres war ein ähnlich lautender Antrag wegen des Fehlens einiger Kriterien noch abgelehnt worden.

Auf dem Grundstück südlich der Bundesstraße Richtung Masererpass soll ein landwirtschaftliches Wohnhaus zum bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb errichtet werden. Die Planungen sind in enger Absprache mit dem Landratsamt entstanden. Das Gebäude soll mit den Maßen neun auf 12,5 Meter sowie einer Wandhöhe im Osten von 7,8 Metern und im Westen von 4,1 Metern errichtet werden. Auch die Situierung im Gelände samt der notwendigen Abgrabungen und Aufschüttungen wurde mit dem Landratsamt abgestimmt.

Vorhaben dient Nebenerwerbsbetrieb

Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) erläuterte, dass sich das Grundstück im Außenbereich befinde. Da das Vorhaben einem bestehenden landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb diene, gelte es gemäß Baugesetzbuch als privilegiert. Eine entsprechende positive Stellungnahme des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten liege vor. Privilegierte Vorhaben im Außenbereich seien zulässig, solange öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die ausreichende Erschließung gesichert ist.

Ursprünglich war die Errichtung eines Austragshauses beantragt worden. Da das eigentliche Betriebsgebäude an der Ötzleiten dem landwirtschaftlichen Betrieb aber nicht dauerhaft zur Verfügung steht, hatte die Gemeindeverwaltung die Auffassung vertreten, dass nicht ein Austragshaus, sondern ein Betriebsgebäude zu beantragen sei. Nun hat eine Umformulierung auf landwirtschaftliches Wohnhaus stattgefunden.

Umweltlandesamt weist auf Steinschlaggefahr hin

Außerdem wurde vonseiten des Bayerischen Landesamts für Umwelt darauf hingewiesen, dass Steinschlaggefahr bestehe, besonders wenn der Schutzwald durch Kalamitäten vernichtet wird. Da aufgrund der Fiktionsfrist keine Zeit für eine diesbezügliche Klärung mit dem Landesamt war, war der Antrag vor einem Jahr zunächst abgelehnt worden.

Bürgermeister Schlechter zitierte aus einem Begleitschreiben des Antragstellers, wonach dieser nach Gesprächen mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt und dem Landratsamt Traunstein die Zusicherung habe, dass die Gefährdung auf dem jetzigen Planungsgebiet, verglichen mit dem ursprünglich vorgesehenen nördlich angrenzenden Gelände, erheblich geringer sei.

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Mittlerweile sei durch den Antragsteller eine Haftungsausschlusserklärung gegenüber dem Freistaat Bayern, der Gemeinde Reit im Winkl und den Bayerischen Staatsforsten hinsichtlich Steinschlag abgegeben worden. Nach Ansicht der Verwaltung könne nun dem Antrag zugestimmt werden.

Der Gemeinderat erteilte dem Bauantrag einstimmig deren Einvernehmen unter der Auflage, dass die Haftungsausschließungserklärung neben dem Steinschlag auch hinsichtlich einem Lawinenabgang gilt. /BH

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