VERNISSAGE

In Stein gehauene Ichfindung und Willensbildung

Waldorfschüler Niklas Zeisler erläutert Besuchern der Vernissage seine Skulptur. Berger
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Waldorfschüler Niklas Zeisler erläutert Besuchern der Vernissage seine Skulptur. Berger

Prien – Zu Harfenklängen begrüßte Geschäftsstellenleiter Peter Holzner zahlreiche Besucher zur Ausstellungseröffnung „Sich selbst im Stein entdecken“ in der Priener Hauptgeschäftsstelle der Volksbank Raiffeisenbank.

Bis 22. Februar sind dort zu den Öffnungszeiten marmorne Steinskulpturen zu sehen, die von Schülern der zwölften Klassen der Freien Waldorfschule Prien als Teil ihrer Abschlussarbeit erstellt worden sind.

Dazu waren sie eigens in die Gegend von Carrara in der Toskana gereist, um dort ein Steinbildhauerpraktikum zu absolvieren. Herausgekommenen seien ausgesprochene Kunstwerke, die viel von den Schülern erzählten, wie Bürgermeister Jürgen Seifert hervorhob. Um so etwas zu schaffen, benötige es viel Herzblut, ausreichend Zeit und ein Höchstmaß an Engagement – und damit alles, was man im späteren Leben brauche.

Kunstlehrer Benjamin Hauer meinte, die Räume der Bank seien ideal für diese Kunstwerke, da sie öffentlich und doch geschützt seien. Kunst werde so in den Alltag integriert. Das Praktikum in Italien habe zur Ichfindung sowie zur Willensbildung gedient.

Greta Stemberger zum Beispiel suchte sich einen ovalen Stein aus. Mit Einschnitten habe sie Schwung in die Skulptur bringen wollen, erklärte sie. Als bei der Bearbeitung eine Kante abgesprungen sei, sei auch Frustration entstanden. „Doch man lernt, sich dem Stein wieder zu nähern.“

Nuno Weigle erzählte, er habe zunächst ein Loch in die Mitte des Marmors gehauen, was viel Arbeit gewesen sei. Er habe ein Fabelwesen kreiert, in dem alles Mögliche stecke – ein Drache von der Seite betrachtet, von oben wiederum ein Steinbock.

Am Ende seien alle zufrieden, aber auch froh gewesen, dass die Skulpturen in der kurzen Zeit von neun Tagen fertiggeworden seien, so der einhellige Tenor der jungen Künstler. wp

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